Zach Braff


Zach Braff
Zach Braff (2011)

Zachary „Zach“ Israel Braff (* 6. April 1975 in South Orange, New Jersey) ist ein US-amerikanischer Schauspieler, Regisseur und Drehbuchautor und Präsident der Arista Film Motion Pictures in Los Angeles. Bekannt wurde er durch die Rolle des John Michael „J. D.“ Dorian in der Comedy-Serie Scrubs – Die Anfänger.[1]

Inhaltsverzeichnis

Leben

Braff entstammt einer jüdischen Familie und ist das jüngste von vier Kindern seiner mittlerweile geschiedenen Eltern. Sein ältester Bruder Adam schreibt Drehbücher für das Fernsehen, sein Bruder Joshua ist Schriftsteller, seine Schwester Shoshanna Modedesignerin.[1][2]

Da Braff seinen Vater, einen Anwalt, schon früh zu Aufführungen von dessen Laienspielgruppe begleiten durfte, konnte er erste eigene Bühnenerfahrungen bereits im Alter von zehn Jahren in dem Stück The Music Man des örtlichen Gemeindetheaters sammeln.[3][4]

Mit fünfzehn Jahren erhielt Braff eine Hauptrolle in der geplanten Fernsehserie High, produziert von Bruce Paltrow. Ebenfalls dabei war die genauso unerfahrene Tochter des Produzenten, Gwyneth Paltrow. Nach der Probevorführung der Pilotfolge schien die Serie erfolgversprechend, wurde jedoch kurz vor der Premiere von den Verantwortlichen beim Sender CBS aus dem Programm gekippt.[3]

Braff in New Jersey (2007)

Vier Jahre später, 1993, erhielt Braff seine erste Filmrolle; in Manhattan Murder Mystery spielte er den Sohn von Woody Allen und Diane Keaton.[4]

Nach dem Ende der Highschool beschloss er, ein College-Studium an der Northwestern University im Bundesstaat Illinois aufzunehmen, um sich in die technischen Aspekte der Filmkunst vertiefen zu können. Eigenen Aussagen zufolge glänzte er nicht mit seinen Drehbuchentwürfen, führte aber im Rahmen des Studiums bei mehreren Kurzfilmen Regie, belegte Schauspielkurse und spielte in einem Theaterstück mit.[5][2]

Nach dem Bachelor-Abschluss zog er 1997 nach New York City, wo er sich seinen Lebensunterhalt notgedrungen als Produktionsassistent an den Sets von diversen Musikvideos verdiente, unter anderem von Sting und Mariah Carey. Er wollte jedoch nach wie vor eine Schauspielkarriere beginnen. Nach vielen Absagen erhielt er schließlich ein Engagement in der Inszenierung von William Shakespeares Macbeth mit Alec Baldwin und Angela Bassett in den Hauptrollen am New Yorker Public Theater.[4][6]

Danach folgten Filmrollen in Low-Budget-Produktionen, die jedoch keinen nennenswerten Anklang beim Kinopublikum fanden. Erst mit seiner Darbietung als homosexueller, drogenabhängiger Clubgänger in Der Club der gebrochenen Herzen konnte er überzeugen.[4] Für die Dreharbeiten zu dem Film war er 2000 nach Los Angeles gezogen. Seine Gagen blieben jedoch weiterhin so niedrig, dass er sein Einkommen als Kellner aufbessern musste. Braff erinnert sich an die Zeit dahingehend:[4][6]

“When ‘Broken Hearts Club’ was out, people would come from the movie to the restaurant for dessert and see me and do a double take. They’d say, ‘We just saw your movie. It was great.’ And I’d be like, ‘Thank you. Let me tell you about our specials.’”

„Als ‚Club der gebrochenen Herzen‘ im Kino lief, ist es mehrfach passiert, dass Leute nach dem Film direkt in das Restaurant kamen (in dem ich damals arbeitete) und ihnen bei meinem Anblick mit gewisser Verzögerung ein Lichtlein aufging. Sie sagten dann so was wie: ‚Wir haben grad deinen Film gesehen. Der war klasse.‘ Und ich dann so: ‚Dankeschön. Ich nenn’ Ihnen dann mal die Tagesgerichte.‘“

Zach Braff

Ende 2000 sprach Braff für die Hauptrolle in Scrubs vor. Zwar entsprach das Comedy-Genre nicht seiner persönlichen Karriereplanung, auch war er sich der Gefahr einer Charakterfestlegung durch eine solche Fernsehserie bewusst, doch reizte ihn die Sitcom mit ihrer Mischung aus schrägem Humor und Dramatik.

Er kündigte seinen Kellnerjob, erfuhr jedoch alsbald, dass die Dreharbeiten erst zweieinhalb Monate später beginnen würden. So nutzte er die Zeit für die Ausarbeitung einer lang gehegten Filmidee: eine „nichtlineare Geschichte“ über einen jungen Mann, der, entfremdet von seiner Familie, aus Anlass des Begräbnisses seiner Mutter in das heimatliche New Jersey zurückkehrt und dort wider Erwarten die Liebe neu entdeckt. Nach drei Monaten stand die Rohfassung für das Drehbuch, welches – gespickt mit autobiographischen Details – die Grundlage für sein Regiedebüt Garden State wurde.[4][6]

Mit der Ausstrahlung von Scrubs ab Oktober 2001 wurde Braff einem breiten Publikum bekannt. Die Serie erreichte solide Einschaltquoten, und ihre unkonventionelle Machart fand den Beifall der Kritiker. Braff nahm auch Einfluss auf die Gestaltung des Soundtracks: Die dabei mehrfach vertretenen Liedermacher Joshua Radin und Cary Brothers zählen zu seinen engsten Freunden. Auch die Wahl des Titelsongs Superman geht auf ihn zurück. Über gemeinsame Bekannte war er auf die Band Lazlo Bane gestoßen und führte schließlich sogar bei dem 2002 veröffentlichten Video der Band Regie.[4][2]

Braff ist eng mit seinem Scrubs-Kollegen Donald Faison befreundet. Während der Drehpause nach der ersten Staffel im Frühjahr und Sommer 2002 teilten sich die beiden eine Wohnung in New York City. Braff hatte erneut ein Angebot des Public Theaters angenommen und spielte im Rahmen der Freiluft-Produktion Shakespeare in Central Park an der Seite von Julia Stiles die Rolle des Sebastian in Was ihr wollt.[7]

In der Folgezeit konzentrierte er sich, neben der Arbeit für Scrubs, auf die Realisierung seines eigenen Films. Es war sein erstes Drehbuch; Regie-Erfahrungen konnte er bis auf das Musikvideo, ein paar Werbefilme aus seiner Zeit in New York und die Kurzfilme vom College nicht vorweisen. Danny DeVitos Firma Jersey Films, die schon für Erin Brockovich und Pulp Fiction mitverantwortlich zeichnete, gab grünes Licht für die Produktion. Auch die Besetzung der Hauptrollen erwies sich als ein Selbstläufer. So Braff:[4][6]

“We sat down with Jersey Films and said, ‘Let's talk about ideas [for casting],’ and I said, ‘OK. Let's find someone in the spirit of Natalie Portman, someone like Peter Sarsgaard, and someone like an Ian Holm for the dad.’ It was never realistic that they were going to do it. Those were just the types. Of course, just for the hell of it, we sent the script to them. And one by one, they all said yes.”

„Wir haben uns mit Jersey Films zusammengesetzt und gesagt: ‚Reden wir über Ideen [für die Besetzung]‘, woraufhin ich vorschlug: ‚Okay. Wir bräuchten jemand in der Art wie Natalie Portman, jemand wie Peter Sarsgaard und jemand wie Ian Holm für die Rolle des Vaters.‘ Es war zu keinem Zeitpunkt realistisch zu glauben, dass sie die Rollen annehmen würden. Das war eine reine Typbestimmung. Natürlich haben wir ihnen, quasi zum Spaß, das Drehbuch zugeschickt. Und einer nach dem Anderen haben sie zugesagt.“

Zach Braff

Die Dreharbeiten begannen im Frühjahr 2003. Im Januar 2004 wurde Garden State auf Robert Redfords Sundance Film Festival präsentiert. Der Film erhielt wohlwollende Kritiken und wurde ein kommerzieller Erfolg, obwohl die Studios den Film anfangs nur in New York und Los Angeles und später zusätzlich in ausgewählten Städten anlaufen ließen. Für die Zusammenstellung des Soundtracks wurde Braff Anfang 2005 mit einem Grammy geehrt.[2]

2005 drehte Braff während der viermonatigen Drehpause von Scrubs zwei Filme. So spielte er in der kanadischen Produktion Der letzte Kuss und kurz danach in Fast Track, später umbenannt in The Ex (Fast Track). Der deutsche Titel lautete schlussendlich Dein Ex – Mein Albtraum. Im Jahr 2006 lief Braffs Vertrag bei Scrubs aus, den er jedoch im März 2007 um ein weiteres Jahr verlängerte. Für die Serie wurden ihm 350.000 US-Dollar pro Episode gezahlt. Damit gehört Braff zu den bestbezahlten Schauspielern im US-amerikanischen Fernsehen.[6][1]

Deutsche Synchronstimme

Braffs deutscher Synchronsprecher ist in der Regel Kim Hasper, der ihm unter anderem in der Fernsehserie Scrubs – Die Anfänger und den Spielfilmen Dein Ex – Mein Albtraum und Der letzte Kuss die Stimme lieh.

Filmografie

Schauspieler

Synchronsprecher

Regisseur

Drehbuchautor

Auszeichnungen

Braff wurde bereits für viele Auszeichnungen nominiert und gewann bisher neun.[8]

Gewonnen

  • 2004: Hollywood Breaktrough Award in der Kategorie Breakthrough Directing
  • 2004: NBR Award in der Kategorie Best Debut Director für Garden State
  • 2004: CFCA Award in der Kategorie Best New Director für Garden State
  • 2004: Pauline Kael Breakout Award für Garden State
  • 2004: PFCS Award in der Kategorie Breakout of the Year - Behind the Camera für Garden State
  • 2005: Grammy in der Kategorie Best Compilation Soundtrack Album [...] für Garden State
  • 2005: COFCA Award in der Kategorie Breakthrough Film Artist für Garden State
  • 2005: OFCS Award in der Kategorie Best Breakthrough Filmmaker für Garden State
  • 2005: Independent Spirit Award in der Kategorie Best First Feature für Garden State

Nominierungen

Neben seinen neun Auszeichnungen erhielt er 26 Nominierungen. Auszüge:

  • 2002–2006: Insgesamt 10 Nominierungen für den Teen Choice Award in verschiedenen Kategorien für Scrubs – Die Anfänger und Garden State
  • 2004: Nominierung für den Grand Jury Prize des Sundance Film Festival für Garden State
  • 2005: Golden Globe-Nominierung für „Bester Hauptdarsteller in einer Fernsehserie (Comedy/Musical)“ (Scrubs – Die Anfänger)
  • 2005: Emmy-Nominierung für den besten Hauptdarsteller in einer Comedyserie (Scrubs – Die Anfänger)
  • 2005: Empire Award-Nominierung für den Besten Newcomer (Garden State)
  • 2005: MTV Movie Award-Nominierung in der Kategorie Best Kiss für Garden State (zusammen mit Natalie Portman)
  • 2005: MTV Movie Award-Nominierung in der Kategorie Breakthrough Male für Garden State
  • 2005: People's Choice Award-Nominierung in der Kategorie Favorite Leading Man
  • 2005: People's Choice Award-Nominierung in der Kategorie Favorite Male Television Star
  • 2005: Satellite Award-Nominierung in der Kategorie Best Actor in a Series, Comedy or Musical für Scrubs – Die Anfänger
  • 2006: Golden Globe-Nominierung für „Bester Hauptdarsteller in einer Fernsehserie (Comedy/Musical)“ (Scrubs – Die Anfänger)
  • 2007: Golden Globe-Nominierung für „Bester Hauptdarsteller in einer Fernsehserie (Comedy/Musical)“ (Scrubs – Die Anfänger)

Weblinks

 Commons: Zach Braff – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. a b c Biographie in der Internet Movie Database
  2. a b c d Zach Braffs Blog zum Film Garden State
  3. a b 'Scrubs' star Zach Braff has fun with chaos of sitcom medicine Meldung von Frazier Moore für „Associated Press“ am 19. Dezember 2002
  4. a b c d e f g h The Making of the Resident Artikel von Michael Joseph Gross in „The Boston Globe“ vom 22. September 2002
  5. Rosie's People: TV Spotlight ZACH BRAFF Artikel von Allison Adato im „Rosie Magazine“ vom Mai 2002
  6. a b c d e His Garden Is Growing Kolumne „The Shooting Star“ von Jamie Painter Young, 12. Februar 2004
  7. Who Wants to Play Doctors? Artikel von Coeli Carr in der „New York Post“ vom 25. Juni 2002
  8. Awards for Zach Braff. IMDB.com, abgerufen am 19. September 2009.

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