Colette Lorand

Colette Lorand

Colette Lorand (* 7. Januar 1923 in Zürich), eigentlich Colette Grauaug, ist eine Schweizer Opernsängerin.

Inhaltsverzeichnis

Leben und Wirken

Colette Lorand studierte zunächst Gesang an der Musikhochschule Hannover, später dann bei Melitta Hirzel in Zürich.

1946 debütierte sie am Stadttheater Basel als Marguerite in der Oper Faust von Charles Gounod. 1951 bis 1956 war sie als festes Ensemblemitglied am Opernhaus Frankfurt engagiert. 1955 gastierte sie als Königin der Nacht in der Eröffnungsvorstellung der neu erbauten Hamburger Staatsoper.[1] Von 1955 bis 1957 und von 1960 bis 1969 war sie festes Ensemblemitglied der Hamburger Staatsoper. Ab 1969 hatte sie mehrere Gastverträge, unter anderem mit der Münchner Staatsoper, dem Staatstheater Stuttgart, der Deutschen Oper Berlin und der Deutschen Oper am Rhein. Außerdem trat sie als Gast am Opernhaus Zürich auf.

Internationale Gastspiele führten Colette Lorand unter anderem an die Opernhäuser von Rom, Neapel, Lissabon, Kairo und Rio de Janeiro. An der Wiener Staatsoper gastierte sie erfolgreich als Violetta in La Traviata und als Königin der Nacht in Die Zauberflöte.[2] In Lissabon sang sie 1961 am Teatro San Carlos die Konstanze in Die Entführung aus dem Serail von Wolfgang Amadeus Mozart.

Mit der Rolle der Emilia Marty in der Oper Die Sache Makropoulos von Leoš Janáček nahm sie 1982 am Stadttheater Basel Abschied von der Bühne.[3]

Nach ihrem Rückzug von der Bühne lebte Colette Lorand in Ebenhausen bei München.

Repertoire

Colette Lorand wurde vor allem als Koloratursopranistin bekannt. Zu ihren großen Opernpartien gehörten die Mozartrollen Konstanze und Königin der Nacht und die Violetta Valéry von Giuseppe Verdi. Lorand galt weiterhin besonders als Spezialistin für die zeitgenössische und moderne Musik des 20. Jahrhunderts. Sie sang unter anderem Werke von Frank Martin, Hans Werner Henze und Krzysztof Penderecki. Sie wirkte in mehreren Opern-Uraufführungen mit, unter anderem 1966 in Hamburg in Zwischenfälle bei einer Notladung von Boris Blacher, 1972 in Berlin in Elisabeth Tudor von Wolfgang Fortner, 1973 bei den Salzburger Festspielen in De temporum fine commedia von Carl Orff und 1978 in München als Regan in Lear von Aribert Reimann. Mit dieser Rolle gastierte sie 1982 auch an der Grand Opéra Paris.

Für den Rundfunk und das Fernsehen unternahm Colette Lorand außerdem seltene Ausflüge in die Operette: 1954 wirkte sie beim NWDR in der Titelrolle von Die Zirkusprinzessin von Emmerich Kálmán mit. Für das ZDF übernahm sie 1974 die Rolle der Gutsbesitzerin Ilona in der Verfilmung der Operette Zigeunerliebe von Franz Lehar.

Das durch Rundfunkaufnahmen, Live-Mitschnitte und Schallplatten überlieferte musikalische Werk von Colette Lorand wurde in den letzten Jahren teilweise auch auf CD wiederveröffentlicht.

Literatur

  • Karl J. Kutsch, Leo Riemens: Großes Sängerlexikon. Band 3: Hirata – Möwes. 3. erweiterte Auflage. Broschurausgabe. K. G. Saur, Bern u. a. 1999, ISBN 3-598-11419-2, S. 2117.

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Hamburgische Staatsoper - Das stand damals auf dem Spielplan Hamburger Abendblatt vom 15. Oktober 2005
  2. Chronik der Wiener Staatsoper 1945-1995, Verlag Anton Schroll & Co., Wien und München 1995.
  3. Die Sing-Schauspielerin feierte Geburtstag Würdigung zum 80. Geburtstag in: Oper & Tanz 2003/1

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