Pariser Oper


Pariser Oper
Edgar Degas: Ballettsaal der Oper in der Rue Le Peletier, 1872

Die Pariser Oper (offizieller Name: Opéra National de Paris) und ihre Vorgängerinstitute spielen durch stilprägende Uraufführungen eine bedeutende Rolle in der Operngeschichte. Die Institution der Opéra wurde immer als unabhängig von ihren wechselnden Aufführungsorten betrachtet. Vor der Französischen Revolution (seit 1669) hieß sie Académie Royale de musique und war in die Académie Royale eingegliedert.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Die „Opéra“ war am Ende des 17. Jahrhunderts (ähnlich wie die Comédie-Française für das gesprochene Drama) das offizielle Theater des französischen Hofs. Im Unterschied zur Comédie-Française bekam die Opéra keine königlichen Subventionen und musste ihre Kosten zum Teil durch Vermietung ihrer Privilegien decken. Am Ende des 18. Jahrhunderts gesellte sich zu ihr die Opéra-Comique als Institution einer bürgerlichen Gegenkultur zur Opéra. Im 19. Jahrhundert zog sich der Adel von der Oper zurück, und als Gegengewicht zur aufstrebenden Gattung der Opéra comique entwickelte sich die Grand opéra als neue und ebenfalls bürgerliche Stütze der Opéra. Aus den Tanzeinlagen der Opern, die in Frankreich immer sehr wichtig waren, entwickelte sich hier das eigenständige Ballett. – Als „nationale“ Institution besteht die Opéra bis heute.

Standorte

Palais Garnier

Aktuell

Heute nutzt die Opéra National de Paris zwei Opernhäuser:

Opéra Bastille, Juli 1989

Die 1875 eröffnete Opéra Garnier gehört zu den architektonischen Sehenswürdigkeiten von Paris. Sie bietet 2150 Zuschauern Platz. Die großartige Gestaltung des Treppenhauses, des Festsaals und des Foyers zeigt die Prachtentfaltung des Zweiten Kaiserreichs in Vollendung.

Seit 1671

Dauer Gebäude Straße
19. März 1671 – 30. März 1672 Jeu de Paume de la Bouteille rue des Fossées-de-Nesles (heute rue Jacques-Callot)
15. November 1672 – 1673 Jeu de Paume du Bel-Air rue des Fossées-de-Nesles (heute rue de Médicis)
16. Juni 1673 – 6. April 1763 Salle du Palais-Royal rue Saint-Honoré (zwischen der rue de Valois und der rue des Bons-Enfants). Am 6. April 1673 durch Feuer zerstört.
24. Januar 1764 – 23. Januar 1770 Salle des Tuileries in den Tuilerien zwischen dem Pavillon de l'Horloge und dem Pavillon de Marsan. Im Mai 1871 durch Feuer zerstört.
26. Januar 1770 – Juni 1781 Salle du Palais-Royal rue Saint-Honoré (am Ort des 1673 abgebrannten Theaters, im Juni 1781 durch Feuer zerstört)
14. August 1781 – Oktober 1781 Salle des Menus-Plaisirs (die vormalige Salle de la Foire Saint-Laurent) rue Bergère, 1910 abgerissen
27. Oktober 1781 – August 1794 Salle de la Porte Saint-Martin boulevard Saint-Martin (an der Stelle des späteren Théâtre de la Porte Saint-Martin), im Mai 1871 durch Feuer zerstört
7. August 1794 – Februar 1820 Salle Montansier rue de la Loi (heute square Louvois), 1820-1821 abgerissen
19. April 1820 – 11. Mai 1821 Salle Favart (Théâtre Italien) rue Favart / place Boïeldieu (an der Stelle der heutigen 3. Salle Favart, Spielstätte der Opéra-Comique); am 13./14. Januar 1838 durch Feuer zerstört.
15. Mai 1821 – 15. Juni 1821 Salle Louvois rue de Louvois
16. August 1821 – 27. Oktober 1873 Salle Le Peletier rue Le Peletier, am 27./28. Oktober 1873 durch Feuer zerstört
19. Januar 1874 – 30. Dezember 1874 Salle Ventadour (Opéra Italien) an der heutigen Stelle der Banque de France
seit 5. Januar 1875 Opéra Garnier place l'Opéra
seit 13. Juli 1989 Opéra Bastille place de la Bastille

Wichtige Uraufführungen

Bedeutende Chefdirigenten

Siehe auch

Weblinks

 Commons: Pariser Oper – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

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