Gary Cherone


Gary Cherone
Gary Cherone 2008

Gary Cherone (richtiger Name Gary Francis Caine Cherone; * 26. Juli 1961 in Malden, USA) ist ein US-amerikanischer Rocksänger. Er ist Mitbegründer der Band Extreme und war von 1996 bis 1999 Sänger bei Van Halen.

Inhaltsverzeichnis

Biografie

Cherone wuchs als dritter von fünf Brüdern in der Nähe von Boston auf, er ist der Jüngere eines Zwillingspaares. Den Traum von einer Baseballkarriere musste er nach einer Knieverletzung aufgeben.

Als Teenager begann Cherone in lokalen Bands zu singen und wurde von den damaligen Größen wie Roger Daltrey von The Who, Steven Tyler von Aerosmith und Queens Freddie Mercury beeinflusst. 1979 gründeten er und sein befreundeter Schlagzeuger Paul Geary zusammen mit Gitarrist Matt McKay die Band Adrenalin. 1981 änderten sie den Namen in The Dream und spielten eine EP mit sechs Titeln ein.

Mit Extreme

1985 trafen Cherone und Geary auf den Gitarristen Nuno Bettencourt und Bassist Pat Badger. Die Band benannte sich um in den Namen Extreme und erhielt einen Vertrag mit A&M Records, welche 1989 das selbstbetitelte Debüt veröffentlichte.

1990 nahm die Band ihr zweites Album Extreme II: Pornograffiti auf, das unter anderem den Nummer-Eins-Hit More Than Words enthielt. 1991 gingen sie als Vorgruppe für David Lee Roth auf Tour.

1992 trat die Band beim Freddie Mercury Tribute Concert auf und spielte als einzige Band ein Medley bestehend aus insgesamt elf Queen-Hits. Brian May kündigte sie mit den Worten an, Extreme seien echte Freunde und eine Band, die es wie keine andere verstanden habe, was Queen und auch Freddie Mercury in der Vergangenheit ausmachte. Cherone spielte den Titel Hammer To Fall zusammen mit den drei verbleibenden Mitglieder der Gruppe Queen, Brian May, Roger Taylor und John Deacon. 1993 veröffentlichten Extreme ihr drittes Album III Sides To Every Story. 1995 kam das Nachfolgewerk Waiting For The Punchline heraus. Im Verlaufe einer anschließenden Tournee verließ Bettencourt die Band, wiederum kurze Zeit später löste sich die Band auf.

2008 reformierten sich Extreme für das Album Saudades de Rock nebst anschließender Welttournee, 2010 veröffentlichten sie ein Live-Album und eine DVD mit dem Titel Take us Alive.

Mit Van Halen

Im Herbst 1996, nachdem Sänger Sammy Hagar die Band Van Halen verließ und die geplante Wiedervereinigung mit Gründungsmitglied David Lee Roth noch nicht vollzogen war, fand sich Van Halen ohne Sänger wieder. Gary Cherone wurde eingeladen vorzusingen. Eddie Van Halen gefiel Cherones Gesang und kurze Zeit später wurde er engagiert. Er bezog das Van-Halen-Gästehaus und schrieb über das nächste Jahr an Songs. 1998 erschien dann das Album Van Halen III mit Cherone als Frontmann. Das Album war das erste in Van Halens Bandgeschichte, das nicht mindestens Doppel-Platinstatus erhielt. Im November 1999 musste Cherone die Band verlassen.

Als Van Halen 2007 in die Rock and Roll Hall of Fame aufgenommen wurden, zeigte sich, dass Cherones zweijähriges Wirken mit der Band für die Band nicht in dem Maße bedeutend war, um ihn gleichsam mit in die Hall of Fame aufnehmen zu lassen. Bei der Preisverleihung im New Yorker Waldorf-Astoria waren lediglich Ex-Sänger Sammy Hagar und Ex-Bassist Michael Anthony aus der „alten“ Besetzung anwesend. Edward Van Halen konnte aufgrund seiner am 8. März 2007 begonnenen Entziehungskur nicht teilnehmen, und auch David Lee Roth blieb, ebenso wie Alex Van Halen, der Verleihung fern. Gary Cherone wurde bei der Ehrung als einziges ehemaliges Mitglied der Gruppe nicht berücksichtigt, Michael Anthony erwähnte ihn jedoch in seiner Dankesrede.

Zeit nach Van Halen

Tribe of Judah

Nach dem Ausstieg bei Van Halen ging Cherone zurück nach Boston und gründete 2001 ein neues Projekt namens Tribe Of Judah. Zur Gruppe gehörten neben Cherone die ehemaligen Extreme-Mitglieder Mike Mangini (Schlagzeug) und Pat Badger (Bass), außerdem der Gitarrist Leo Mellace und Keyboarder Steve Ferlazzo. Die Band spielte mehrere Konzerte in der Umgebung von Boston und veröffentlichte 2002 das Album Exit Elvis.

Andere Projekte

2005 veröffentlichte Cherone eine CD mit vier Titeln namens Need I Say More. Im Mai 2006 sang er in drei Shows bei Amazing Journey, einem Tribut an The Who, initiiert von Dream-Theater-Schlagzeuger Mike Portnoy. Hier spielten auch Gitarrist Paul Gilbert und Bassist Billy Sheehan (beide von Mr. Big) mit. Kurz darauf gründete Cherone mit seinem Bruder Markus Cherone ihr eigenes The-Who-Tribute Slip Kid.

Hurtsmile

Zusammen mit seinem Bruder Mark Cherone (Gitarre), Joe Pessia (Bass, Mandoline) und Dana Spellman (Schlagzeug, Percussion) gründete Cherone das Projekt Hurtsmile. Die Gruppe nahm eine selbstbetitelte CD auf, die am 21. Januar 2011 bei Frontiers Records veröffentlicht wurde. Seine Arbeit mit Extreme wird von diesem Sideproject nicht berührt, Cherone bleibt Mitglied der Band.

Trivia

Cherone ist ein entschiedener Gegner von Abtreibung. 1999 und 2001 schrieb er Eddie Vedder von Pearl Jam offene Briefe, um dessen Pro-Haltung heraus zu fordern. Er erhielt allerdings keine Antwort.[1][2]

Diskographie

Extreme

  • 1989: Extreme
  • 1990: Extreme II Pornograffitti – A Funked Up Fairytale
  • 1992: III Sides to Every Story – Yours, Mine and the Truth
  • 1995: Waiting for the Punchline
  • 2008: Saudades de Rock
  • 2010: Take us Alive

Van Halen

  • 1998: Van Halen III

Tribe of Judah

  • 2002: Exit Elvis

Cherone

  • 2005: Need I Say More (EP)

Hurtsmile

Einzelnachweise

  1. http://www.kath.net/detail.php?id=13 KATH.NET - Katholischer Nachrichtendienst: Rocklegende schreibt Brief für das Leben
  2. http://www.l4l.org/gary/index.html#first An Open Letter to Eddie Vedder (engl.)

Weblinks

 Commons: Gary Cherone – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

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