Günter Grass


Günter Grass
Günter Grass, 2004

Günter Grass (* 16. Oktober 1927 in Danzig-Langfuhr, Freie Stadt Danzig) ist ein deutscher Schriftsteller, Bildhauer, Maler und Grafiker mit kaschubischen Vorfahren. Grass war Mitglied der Gruppe 47 und gilt als einer der bedeutendsten deutschsprachigen Autoren der Gegenwart. Im Jahr 1999 erhielt er den Nobelpreis für Literatur.

Inhaltsverzeichnis

Lebenslauf

Herkunft und Familie

Günter Grass (damals „Graß“ geschrieben) wurde am 16. Oktober 1927 in Danzig als Sohn eines protestantischen Lebensmittelhändlers und einer Katholikin kaschubischer Abstammung geboren. Er verbrachte seine Kindheit in Danzig in einfachen Verhältnissen. Die Eltern betrieben ein Kolonialwarengeschäft im Danziger Stadtteil Langfuhr (heute: Wrzeszcz). Die kleine Zweizimmerwohnung hatte kein eigenes Bad. Günter Grass und seine Schwester Waltraut hatten kein eigenes Zimmer.

Durch seine katholische Mutter geprägt, wurde Günter Grass Messdiener. Später geriet er unter den Einfluss der NS-Ideologie, obwohl er nach eigenen Angaben von der Hitlerjugend nicht begeistert war.[1]

Kindheit und Jugend

Ein Teil von Günter Grass’ Kriegsgefangenenakte

Im Zweiten Weltkrieg meldete er sich mit 15 Jahren – nach eigenen Angaben, um aus der familiären Enge zu entkommen – freiwillig zur Wehrmacht.[2][3] Nach dem Einsatz als Luftwaffenhelfer und der Ableistung des Arbeitsdienstes wurde er am 10. November 1944, im Alter von 17 Jahren, zur 10. SS-Panzer-Division „Frundsberg“ der Waffen-SS einberufen.[4]

Nach einer Verwundung am 20. April 1945 wurde Grass am 8. Mai 1945 bei Marienbad gefangengenommen und war bis zum 24. April 1946 in amerikanischer Kriegsgefangenschaft. Es ist umstritten, ob er als Gefangener in Bad Aibling mit Joseph Ratzinger zusammengetroffen ist.[5][6][7][8] Grass gab sich bei seiner Gefangennahme den Amerikanern gegenüber als Angehöriger der Waffen-SS zu erkennen.

Früher hieß es in den veröffentlichten Biografien des Schriftstellers stets, er sei 1944 Flakhelfer geworden und danach als Soldat einberufen worden. Erst durch die Veröffentlichung seines autobiografischen Werkes Beim Häuten der Zwiebel im Jahre 2006 wurde allgemein bekannt, dass Grass zur Waffen-SS eingezogen worden war.[9]

Ausbildung und Beziehungen

In den Jahren 1947/1948 absolvierte er eine Lehre bei einem Steinmetz in Düsseldorf. Danach studierte er von 1948 bis 1952 an der Kunstakademie Düsseldorf Grafik und Bildhauerei. Seinen Lebensunterhalt verdiente er zusammen mit dem später bekannten Maler Herbert Zangs als Türsteher im Lokal Csikos auf der Andreasstraße in der Düsseldorfer Altstadt. Später verewigte er Herbert Zangs, der wie Grass im Krieg Soldat war, als eigenwilligen Maler Lankes in der Blechtrommel. Das Studium setzte er von 1953 bis 1956 an der Hochschule für Bildende Künste in Berlin als Schüler des Bildhauers Karl Hartung fort. Danach lebte er bis 1959 in Paris. 1960 zog er erneut nach Berlin-Friedenau, wo er bis 1972 wohnte. Von 1972 bis 1987 lebte er in Wewelsfleth in Schleswig-Holstein.

1954 heiratete Grass die Schweizer Ballettstudentin Anna Schwarz, aus der Ehe gehen vier Kinder hervor. Die Zeit von Anfang 1956 bis Anfang 1960 verbrachte er mit Anna Schwarz in Paris, wo auch das Manuskript für Die Blechtrommel entstand. 1957 wurden dort die Zwillinge Franz und Raoul geboren. 1961, nach der Rückkehr nach Berlin, folgte die Tochter Laura, 1965 wurde der Sohn Bruno geboren. 1972 trennen sich Günter Grass und Anna Schwarz. Helene, geboren 1974, ist die gemeinsame Tochter mit der Architektin und Malerin Veronika Schröter, mit der Grass in den 1970er-Jahren eine mehrjährige Beziehung hatte. 1979 wird Nele Krüger, Grass’ Tochter mit Ingrid Krüger geboren. Im selben Jahr heiratete er in zweiter Ehe die Organistin Ute Grunert, die selbst zwei Söhne in die Ehe mitbrachte. In dem autobiographischen Roman Die Box lässt Grass nicht nur seine sechs leiblichen Kinder, sondern auch die Söhne von Ute Grunert als „seine acht Kinder“ auftreten.[10][11]

Von August 1986 bis Januar 1987 lebte Günter Grass zusammen mit Ute Grunert in Indien, meist in Kalkutta.

Schaffenszeit und politische Aktivitäten

In den Jahren 1956/57 begann Grass neben ersten Ausstellungen von Plastiken und Graphiken in Stuttgart und Berlin schriftstellerisch tätig zu werden. Im Jahr 1956 debütierte er als Lyriker, sowie 1957 als Dramatiker und Librettist von Balletten[12]. Bis 1958 entstanden vor allem Kurzprosa, Gedichte und Theaterstücke, die Grass dem poetischen oder absurden Theater zuordnet. Im Jahr 1959 erschien Grass’ erster Roman Die Blechtrommel, mit dem er den Durchbruch schaffte, sodass er international wahrgenommen und gefeiert wurde.

In der Wohnung von Grass’ Nachbarn und Freund Uwe Johnson in Berlin-Friedenau, der sich zu jener Zeit in New York aufhielt, nistete sich 1967 die Kommune I ein, die von dort aus das „Pudding-Attentat“ auf US-Vizepräsident Hubert H. Humphrey plante. Das Attentat scheiterte zwar, führte aber immerhin zu einem beachtlichen Medienspektakel. Auf Bitte Johnsons, der zu der Zeit nicht in Deutschland weilte, ließ Günter Grass die Wohnung von der Polizei räumen.

Grass im Gespräch mit Bundeskanzler Willy Brandt, 1970

Grass unterstützte oft die SPD in den Wahlkämpfen und wurde 1982 deren Mitglied.

1965 veröffentlichte er das Taschenbuch "dich singe ich demokratie - loblied auf willy"[13]; Willy Brandt hatte er 1961 kennengelernt. Dann rief er mit anderen das "Wahlkontor deutscher Schriftsteller" ins Leben.[14] Er war enttäuscht, als Willy Brandt ihn nach seinem Wahlsieg nicht mit einer Aufgabe betraute.[15] Mit seinen Ansichten eckte er unter anderem innerhalb der SPD oftmals an. So sprach er sich im Februar 1990 gegen die Wiedervereinigung und für eine Konföderation der beiden deutschen Staaten aus, um dem Osten die Möglichkeit zu geben, „sich wirtschaftlich und demokratisch [zu] festigen“.[16]) 1992 kündigte Grass aus Protest gegen den Asylkompromiss[17] seine SPD-Mitgliedschaft wieder auf. Gleichwohl war er auch danach politisch tätig und setzte sich für die Ideen der Sozialdemokraten ein: 2005 unterstützte er die schleswig-holsteinische Ministerpräsidentin Heide Simonis in ihrem Wahlkampf und warb für die Wiedereinführung einer Vermögenssteuer für Besserverdienende.

Als Mitgründer des Verbandes deutscher Schriftsteller (VS), heute in ver.di, gehörte Grass zu den Kritikern der Verbandspolitik, die seiner Meinung nach unter Vorsitz von Bernt Engelmann gegen osteuropäische Diktaturen oft allzu duldsam war. Auf der Bundesdelegiertenkonferenz in Hamburg (24. bis 26. September 1987) ließ er sich in den Bundesvorstand wählen, trat aber auf dem Kongress in Stuttgart 1988 mit dem gesamten Vorstand zurück, weil eine Diskussion über Alternativen zum Beitritt des Verbandes in die IG Medien – Grass hatte eine eigene Autorengewerkschaft unter dem Dach des DGB vorgeschlagen – ausblieb. Mit ihm verließen die VS-Bundesvorsitzende Anna Jonas, der Beisitzer Karlhans Frank und rund 50 weitere Autorinnen und Autoren den Verband.[18][19]

Eine Zusammenarbeit mit dem Jazzmusiker Günter Sommer ab 1985 brachte mehrere Tonträger hervor, auf denen der Schriftsteller zu Perkussionsmusik von Sommer aus seinen Werken liest.

Tadeusz Różewicz und Grass, 2006

Günter Grass ist offizieller Unterstützer der Aktion 1:1. des LSVD, die sich für gleiche Rechte und Pflichten bei einer Lebenspartnerschaft einsetzt.[20]

1997 gründete Grass die Otto-Pankok-Stiftung zu Ehren seines ehemaligen Lehrers und als Engagement zu Gunsten der Sinti und Roma.

Grass war 1996 Mitunterzeichner der Frankfurter Erklärung zur Rechtschreibreform. Auch in neueren Werken verwendet Grass weiterhin die traditionelle Rechtschreibung. 1999 erhielt Günter Grass im Alter von 72 Jahren den Nobelpreis für Literatur für sein Lebenswerk. 2005 gründete er den Autorenzirkel Lübeck 05.

Im Frühjahr 2010 wurde die Stasi-Akte von Grass im Berliner Christoph Links Verlag unter dem Titel Günter Grass im Visier. Die Stasi-Akte publiziert (Herausgeber Kai Schlüter). Die Dokumentation wird ergänzt mit Kommentaren von Grass und Zeitzeugen. Seit 1961 wurde der Schriftsteller von der Stasi überwacht, nachdem er sich für den DDR-Schriftsteller Uwe Johnson eingesetzt und den Bau der Berliner Mauer in einem offenen Brief verurteilt hatte.[21][22]

Grass engagiert sich weiterhin gegen Atomkraft, z. B. bei einer Lesung vor dem Kernkraftwerk Krümmel im April 2011.[23]

Günter Grass lebt heute in der Nähe von Lübeck. In Lübeck befindet sich das Günter-Grass-Haus mit dem überwiegenden Teil seiner literarischen und künstlerischen Originalwerke.

Werk und Wirken

Schreiben gegen das Vergessen

Als Intention der Werke Grass’ ist das „Schreiben gegen das Vergessen“ auszumachen. Seine Werke thematisieren Nationalsozialismus bzw. handeln vor dessen Hintergrund. Auch die Werke Grass’, die in der Nachkriegszeit handeln (beispielsweise Im Krebsgang, 2002), behandeln die Thematik des Vergessens und die der Schuld. Laut Begründungsschrift des Komitees für seinen Nobelpreis wurde er dafür geehrt, dass er „in munterschwarzen Fabeln das vergessene Gesicht der Geschichte gezeichnet hat.“[24]

Über seine Werke

In einer sehr bildlichen Sprache ist der 1959 erschienene Roman Die Blechtrommel geschrieben, der später von Volker Schlöndorff verfilmt wurde. Er handelt von dem infantilen Sonderling Oskar Matzerath, der von seiner „Kinderperspektive“ aus die Erwachsenenwelt beschreibt und dank seiner Blechtrommel auch über Ereignisse, an denen er nicht unmittelbar beteiligt war, wie zum Beispiel die Geburt seiner Mutter, berichten kann. Für den Roman erhielt er, nach Lesung aus dem noch unveröffentlichten Manuskript, 1958 den Preis der Gruppe 47, deren Mitglied er seit 1957 war. 1960 wollte die Jury des Bremer Literaturpreises Grass für die Blechtrommel prämieren, was aber vom Bremer Senat verhindert wurde. In diesem und dem folgenden Jahr wurde der Preis nicht verliehen.

Mit der Blechtrommel, in der er erstmals historisch reale Ereignisse mit seiner surreal-grotesken Bildersprache konfrontiert, hatte Grass seinen Stil gefunden. Als einer der ersten deutschsprachigen Schriftsteller stellte er sich den Ereignissen des Zweiten Weltkrieges und entschied sich bewusst für die gegenständliche Beschreibung des historischen Kontexts. Auch die Kaschubei fand in diesem Werk Aufnahme in die Weltliteratur.

Sein ebenfalls im Danzig des Zweiten Weltkrieges spielendes zweites Buch Katz und Maus, in dem er die Geschichte des Jungen Joachim Mahlke erzählt, wurde dagegen zunächst Anlass eines Skandals. Hauptsächlich wegen einer „Onanierszene“ beantragte der Hessische Minister für Arbeit, Volkswohlfahrt und Gesundheitswesen 1961 bei der Bundesprüfstelle, die Novelle wegen unsittlichen Inhalts zu indizieren. Auf Protest der Öffentlichkeit und anderer Schriftsteller wurde der Antrag allerdings wieder zurückgezogen. Zwei Jahre später erschien Hundejahre, das letzte Werk der Danziger Trilogie.

Mit Die Plebejer proben den Aufstand erschien 1966 ein weiteres Drama von Grass, das sein bekanntestes Theaterstück wurde. Es thematisiert den Arbeiteraufstand vom 17. Juni 1953 in der DDR und die Rolle der marxistischen Intellektuellen. Die Hauptfigur des „Chefs“ ist mit zahlreichen Zügen von Bertolt Brecht ausgestattet. Gegen eine Deutung, die das Drama auf ein Anti-Brecht-Stück reduziert, hat sich Grass jedoch stets verwahrt. 1968 veröffentlichte Grass das Buch Briefe über die Grenze, ein Dialog zwischen dem tschechischen Schriftsteller Pavel Kohout und Grass zum Thema „Prager Frühling“.

1969 erschien Grass’ Roman Örtlich betäubt. Hierin verteilte der Autor seine eigene (anarchistische und sozialdemokratische) politische Einstellung auf verschiedene Personen, im Mittelpunkt ein Zahnarzt, die sich mit aktuellen Problemen auseinandersetzen. Es war das erste Mal, dass Grass über ein aktuelles Thema schrieb (Studentenbewegung), andere Bücher hatten immer einen starken Vergangenheitsbezug. In den USA wurde das Buch euphorisch aufgenommen, während sich in Deutschland die Kritiker eher zurückhielten. Nach dem Erscheinen der Erzählung Aus dem Tagebuch einer Schnecke (1972), welche den Bundestagswahlkampf 1969 beschreibt, zog Grass sich vorübergehend aus dem politischen Leben zurück.

1977 wurde Grass’ Roman Der Butt veröffentlicht, der seinen internationalen Ruf als Epiker unterstreicht. Zwei Jahre später brachte Grass das nächste Buch heraus, die Erzählung Das Treffen in Telgte. Einige Poeten der Barockzeit treffen sich dort im Jahr 1647 während der Verhandlungen zum Westfälischen Frieden. Das Treffen verläuft weitgehend nach den Gepflogenheiten der 300 Jahre später von Hans Werner Richter ins Leben gerufenen Gruppe 47. Die Erzählung ist Richter gewidmet. Der erste Satz von Der Butt („Ilsebill salzte nach.“) wurde 2007 von einer Prominenten-Jury zum schönsten ersten Satz der deutschsprachigen Literatur gewählt.

Eine Asienreise inspirierte Grass 1980 zu Kopfgeburten oder Die Deutschen sterben aus, einem weiteren erzählenden Werk, welches unter anderem damalige politische Ereignisse behandelt. Acht Jahre später folgte das Prosawerk Die Rättin, das 1997 verfilmt wurde und ein apokalyptisches Feature über den Selbstmord der Menschheit zeichnet. 1992 erschien die Erzählung Unkenrufe, die Grass’ Bemühen um die Versöhnung der Deutschen mit sich und den östlichen Nachbarn zeigt.

Sein bisher letzter, dritter Roman, Ein weites Feld, erschien 1995. Er spielt in Berlin zwischen Mauerbau und Wiedervereinigung und ist ein Panorama deutscher Geschichte von der Revolution von 1848 bis zur Gegenwart. Eine bis heute nicht nachlassende Langzeitwirkung entfaltete der Roman durch den zum geflügelten Wort gewordenen Satz über die DDR: „Wir lebten in einer kommoden Diktatur“. Für dieses heftig umstrittene, politisch orientierte Buch erhielt Grass den Hans-Fallada-Preis. Der Protagonist des Romans, Fonty, ist an das Alter Ego von Theodor Fontane angelehnt und schlägt so den Bogen vom 19. Jahrhundert bis heute. Das Buch wurde in der Öffentlichkeit stark diskutiert, was unter anderem dazu führte, dass bereits nach acht Wochen die fünfte Auflage in Druck ging.

2002 erschien die Novelle Im Krebsgang, die den Untergang des mit Flüchtlingen besetzten Schiffs Wilhelm Gustloff am Ende des Zweiten Weltkrieges behandelt. Ein Jahr später erschien Letzte Tänze, eine Sammlung vorwiegend erotisch geprägter Gedichte und Zeichnungen.

Beim Häuten der Zwiebel, ein autobiografisch geprägtes Buch ohne explizite Gattungsbezeichnung, erschien 2006. Darin schreibt Grass erstmals darüber, dass er als 17-Jähriger Mitglied der Waffen-SS war. Dieser Umstand wurde der Öffentlichkeit jedoch schon kurz vor Erscheinen des Buches durch ein Interview bekannt, das Grass der Frankfurter Allgemeinen Zeitung gab.[25][2]

Lyrische Werke

Neben seinen oft erfolgreichen Romanen schrieb Grass auch einige wenig populäre Gedichtbände, die er mit eigenen Bildern und Zeichnungen ergänzte. Später erklärte er, am meisten liege ihm die Lyrik, von der er eigentlich komme. Sie erschien ihm als die Form des Schreibens, die am klarsten und deutlichsten sei und mit der er sich selber am besten in Frage stellen und ausmessen könne. Seine literarische Karriere begann im Frühjahr 1955, als er Gedichte an einen Lyrikwettbewerb des Süddeutschen Rundfunks schickte und dort auf Anhieb den dritten Preis gewann. Von der Preisverleihung zurückgekehrt, fand er ein Telegramm von Hans Werner Richter vor, mit dem er zur Tagung der Gruppe 47 in Berlin eingeladen wurde. Seine Lesung weckte das Interesse Walter Höllerers. In der Folge veröffentlichte der Luchterhand-Verlag 1956 sein erstes Buch.[26]

Die Vorzüge der Windhühner verkaufte sich in den ersten Jahren zwar nur 700 mal, doch beurteilten Kritiker das Buch recht positiv als einen „Weg zur realistischen Darstellung des Alltags“.

Im 1960 erschienenen Gleisdreieck geht er auf die damals gerade erschienene Blechtrommel ein. Neben große und düstere Kohlezeichnungen gesellen sich 55 Gedichte, die sehr stark die Wirklichkeit einbeziehen oder Gegenstände beschreiben. Er erzählt von Berlin und vermengt teilweise unsinnige Passus mit Bösartigkeit und Sadismus.

Im nächsten Lyrikband, Ausgefragt von 1967, geht Grass besonders auf zwei Dinge ein: Biographisches und Politisches. Er dichtet über persönliche Erfahrungen und verarbeitet den 1965er Wahlkampf, in dem er für die SPD und Willy Brandt eintrat.

Neben einigen weniger eminenten Werken (zum Beispiel Liebe geprüft) und einigen Sammelbänden, erschien 1983 Ach Butt, dein Märchen geht böse aus. In diesem Werk wurden überwiegend die Gedichte aus den Romanen Der Butt und Die Rättin zusammengetragen. Inhaltlich beschreiben sie zum Teil detailliert Nahrungsmittel oder den Kot (als menschliches Endprodukt).

Grass’ Gedichte sind realistisch geprägt, aber oft mit typisch scharfer Ironie gewürzt, wie auch sein kürzestes Gedicht Glück:

Ein leerer Autobus
stürzt durch die ausgesternte Nacht.
Vielleicht singt sein Chauffeur
und ist glücklich dabei.

Grass als Moralist und politisch aktiver Intellektueller

Auch außerhalb seiner Schriften war Grass politisch aktiv und kommentierte häufig das politische und gesellschaftliche Tagesgeschehen. Der anarchistisch anmutende Grass nutzte seine Popularität als Schriftsteller von Weltrang, um für die SPD zu werben. Er selber wurde besonders beeinflusst von Kurt Schumachers Reden von 1947 bis 1950. Sein politischer Standpunkt ist irgendwo links von der Mitte. Er begrüßte die rot/grüne Regierung unter Kanzler Schröder. Nach eigener Aussage war er schon immer politisch, was man auch in der Danziger Trilogie erkennen kann.

Im 1961er-Wahlkampf unterstützte er Willy Brandt (SPD), indem er seine Reden redigierte. Beim nächsten Wahlkampf (1965) redete Grass zum Thema „Es steht zur Wahl“ in 50 Städten. Seine politischen Ziele waren in viele kleine Forderungen untergliedert (zum Beispiel Abschaffung der 5%-Klausel). Nachdem die CDU ein weiteres Mal die Mehrheit bekam, wurde der Autor Grass immer mehr zum Politiker.

Im Dezember 1966 äußerte er sich kritisch zur Wahl von Kurt Georg Kiesinger zum Bundeskanzler: „Wie sollen wir der gefolterten und ermordeten Widerstandskämpfer, wie sollen wir der Toten von Auschwitz und Treblinka gedenken, wenn Sie, der Mitläufer von damals, es wagten, heute hier die Richtlinien der Politik zu bestimmen?“[27] Grass verarbeitete seine Kritik später in Örtlich betäubt.

Im Bundestagswahlkampf des Jahres 1969 reiste er 31.000 Kilometer durch Deutschland und hielt an verschiedenen Orten insgesamt 94 Reden zugunsten des im selben Jahr zum Bundeskanzler gewählten SPD-Politikers Brandt.[3] Im Buch Tagebuch einer Schnecke berichtete Grass biografisch von Wahlkämpfen und Politik. Als Brandt wegen seiner Spionageaffäre zurücktreten musste, äußerte sich Grass enttäuscht und zornig über seinen politischen Lehrer. Grass wurde erst 1982 Mitglied der SPD, verließ sie aber wegen der Asylpolitik nach zehn Jahren wieder.

Im Jahr 1985 machte Grass seine Ablehnung gegen den Besuch eines Bitburger Soldatenfriedhofs durch den damaligen Bundeskanzler Kohl (CDU) und den amerikanischen Präsidenten Ronald Reagan deutlich. Er warf Helmut Kohl „Geschichtsklitterung“ vor und wendete sich gegen das Ausstellen von „Unschuldszeugnissen“. Seiner Meinung nach „spricht Unwissenheit […] nicht frei. Sie ist selbst verschuldet, zumal die besagte Mehrheit wohl wusste, dass es Konzentrationslager gab […] Kein selbstgefälliger Freispruch hebt dieses Wissen auf. Alle wussten, konnten wissen, hätten wissen müssen.“[28] Auf dem Soldatenfriedhof liegen deutsche und amerikanische Soldaten, aber auch 49 Männer der Waffen-SS begraben. 32 der dokumentierten Waffen-SS-Gefallenen waren unter 25 Jahre alt.[28] (Siehe zu Grass’ persönlichem Dilemma das folgende Kapitel).

Grass äußerte sich im Jahr 2006 zur Reaktion von Muslimen auf Mohammed-Karikaturen dänischer und französischer Zeitungen mit den Worten „Woher nimmt der Westen diese Arroganz, vorzugeben, was gemacht werden muss und was nicht?“[29] und wurde daraufhin kritisiert.

In der Monopolisierung des Zeitungsmarktes sieht Grass einen „tagtäglich am Kiosk“ vollzogenen Verfassungsbruch, da die den Zeitungsmarkt beherrschenden Konzerne eine Meinungsvielfalt nicht mehr zuließen.[30]

Im April 2010 forderte Grass bei einer Rede in Tarabya eine Anerkennung des Völkermordes an den Armeniern durch die Republik Türkei und vertrat die Auffassung, es sei „von höchster Stelle der Türkei eine Entschuldigung bei den Armeniern fällig.“ In türkischen Medien wie der Tageszeitung Hürriyet wurde die Stellungnahme positiv kommentiert. Hürriyet kommentierte, Grass habe seine Erfahrungen darüber offenbart, wie „die Menschheit in Frieden leben könne.“[31]

Grass und die Stasi

2010 veröffentlichte Kai Schlüter eine Dokumentation mit dem Titel "Günter Grass im Visier. Die Stasi-Akte". Die Dokumentation enthält auch Kommentare von Günter Grass und von Zeitzeugen. Schlüter bereitet darin Grass' Stasi-Akte auf. Die Stasi begann diese Akte kurz nach dem Mauerbau im August 1961. Sie ließ Grass bis Herbst 1989 nicht mehr aus den Augen, sammelte Material über ihn und die Gruppe 47 und überwachte ihn bei seinen Besuchen in der DDR.[32] Grass wäre im August 1961 beinahe von der Stasi festgenommen worden.[33]

Zugehörigkeit zur Waffen-SS

Mit dem Bekenntnis zu seiner Vergangenheit in der Waffen-SS im August 2006 begann eine umfangreiche Debatte um Grass’ Rolle als moralische Instanz im Nachkriegsdeutschland. Grass selbst vermutete, er habe die Waffen-SS in seiner Jugend „als Eliteeinheit“ gesehen, „die doppelte Rune am Uniformkragen“ sei ihm „nicht anstößig“ gewesen.[34] Er war nach eigenen Angaben während seiner Zugehörigkeit zur Waffen-SS an keinen Kriegsverbrechen des Zweiten Weltkrieges beteiligt, er habe darüber hinaus keinen Schuss abgegeben.[35]

Bereits 20 Jahre vor seiner öffentlichen Äußerung diesbezüglich soll Grass mehreren Schriftstellerkollegen seine Zeit bei der Waffen-SS zur Kenntnis gegeben haben, darunter dem 1944 geborenen österreichischen Lyriker, Autor und Regisseur Robert Schindel und dem gleichaltrigen Theaterautor Peter Turrini.[36]

In Reaktion auf die Aussagen Grass’ bezüglich seiner Vergangenheit gab es zahlreiche, sowohl kritische als auch milde, Kommentare: Charlotte Knobloch (Präsidentin des Zentralrates der Juden in Deutschland) sah das Bekenntnis von Grass als PR-Maßnahme an und sagte: „Die Tatsache, dass dieses späte Geständnis so kurz vor der Veröffentlichung seines neuen Buches kommt, legt […] die Vermutung nahe, dass es sich dabei um eine PR-Maßnahme zur Vermarktung des Werkes handelt.“[37] Der Journalist und Hitler-Biograf Joachim Fest äußerte sein Unverständnis, „wie sich jemand 60 Jahre lang ständig zum schlechten Gewissen der Nation erheben kann, gerade in Nazi-Fragen – und dann erst bekennt, dass er selbst tief verstrickt war“.[38] Klaus Staeck (Präsident der Akademie der Künste in Berlin) vertrat hingegen den Standpunkt, dass „das künstlerische Werk und auch seine politische und moralische Integrität auch nach seinem Bekenntnis außer Zweifel“ ständen.[3] Es finden sich auch Hinweise, dass einige Polemiken gegen Grass sich auf eine angebliche Grassäußerung stützen, die in Wirklichkeit eine abwertende Interpretation seitens des Publizisten Hannes Stein sei.[39]

Weiterhin gab es auch Forderungen nach der Aberkennung oder Rückgabe von verliehenen Auszeichnungen. So forderte der polnische Politiker Lech Wałęsa zunächst, Grass solle die Ehrenbürgerschaft der Stadt Danzig ablegen.[40] Die CDU-Politiker Wolfgang Börnsen und Philipp Mißfelder forderten ihn zur Rückgabe seines Nobelpreises auf.[41][42] Nach einem Reue bekennenden Schreiben an die Stadt Danzig und dem Anerkennen der Reue durch Lech Wałęsa verebbte die Diskussion. Wałęsa nahm seine Kritik wieder zurück.[43] Nach einer Umfrage vom August 2006 unter den Einwohnern der Stadt Danzig sprachen sich zwei Drittel der Bevölkerung dagegen aus, Grass die Ehrenbürgerschaft abzuerkennen. Der Danziger Bürgermeister Paweł Adamowicz äußerte, dass das späte Bekenntnis von Grass nichts an der Qualität seiner Literatur und seinen Verdiensten für die deutsch-polnische Aussöhnung ändere.[44] Auch das Nobelpreiskomitee schloss eine Aberkennung des Nobelpreises aus.[45]

Max A. Höfer, Co-Geschäftsführer der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft, zitierte im Frühjahr 2007 die Neue Zürcher Zeitung, der „penetrante moralische Rigorismus“ von Grass sei eine „Ersatzhandlung“, „deren Polemiken vielleicht nie ausschließlich und allein auf die Sache zielten, die sich vielmehr aus dem Glutkern von verschwiegener Scham und Schuld speiste“, und hoffte, von Grass werde „sich wohl niemand mehr die Leviten lesen lassen“.[46]

Im November 2007 ließ Grass durch seinen Anwalt eine Unterlassungsklage gegen die Verlagsgruppe Random House, zu der der Goldmann Verlag gehört, einlegen. Mit dieser Klage ging Grass dagegen vor, dass in einer aktualisierten, bei Goldmann erschienenen Fassung der Grass-Biografie von Michael Jürgs die Behauptung aufgestellt wurde, Grass habe sich freiwillig zur Waffen-SS gemeldet.[47] Zu einer Gerichtsverhandlung kam es nicht, Grass und Random House einigten sich jedoch auf einen Vergleich, wonach sich Jürgs verpflichtete, den strittigen Passus in einer Neuauflage dahingehend zu ändern, dass Grass in seiner Autobiographie geschrieben habe, als Siebzehnjähriger zur Waffen-SS-Division „Frundsberg“ eingezogen worden zu sein.[48] Dies entsprach auch der Darstellung von Robert Schindel, wonach Grass — nachdem er sich freiwillig zur U-Boot-Truppe gemeldet hatte und dort nicht genommen worden war — zur Waffen-SS rekrutiert wurde.[36]

Verhältnis zum Springer-Konzern

Um die seit 1967 bestehende Gegnerschaft zwischen der Gruppe 47 und der Axel Springer AG beizulegen, unternahm deren Vorstandschef Mathias Döpfner 2006 einen Vorstoß bei Grass. Dieser hielt sich weiterhin an den von der Gruppe im Oktober 1967 beschlossenen Boykott von Springer-Zeitungen. Die Schriftsteller befürchteten eine „Einschränkung und Verletzung der Meinungsfreiheit“ und eine „Gefährdung der Grundlagen der parlamentarischen Demokratie in Deutschland“ durch die Marktmacht des Konzerns.

Grass hatte nach Jahrzehnten zu verstehen gegeben, von dem Boykott abrücken zu wollen, wenn sich der Konzern für die verletzende Art entschuldige, mit der die Zeitungen des Konzerns das Werk von Heinrich Böll begleitet hätten. Grass erklärte sich bereit, Döpfner in seinem Haus in Behlendorf bei Lübeck zu empfangen. Das Treffen fand am 27. März 2006 statt. Über den Inhalt des Gesprächs gab es keine Auskunft, doch kam es Ende April 2006 zu einem weiteren Gespräch, das Grass und Döpfner wiederum in Behlendorf führten. Auszüge des Streitgesprächs, das der Publizist Manfred Bissinger moderierte, wurden im Juni 2006 im Spiegel (25/2006) abgedruckt. Zwar blieb Grass bei seiner grundsätzlichen Kritik am Springer-Verlag, doch sei seine Ablehnung nichts Festgefügtes. Er wünsche sich, dass Döpfner „ein größeres Differenzieren“ im Verlag durchsetze. Döpfner erklärte sich bereit, „im Hinblick auf 1968 für den Axel Springer Verlag eine selbstkritische Revision zu führen“.[49]

Das Gespräch wurde im August/September 2006 im Steidl-Verlag unter dem Titel Die Springer-Kontroverse als Taschenbuch herausgegeben.

Rezeption

Günter Grass’ Werk wird als bedeutsamer Teil des literarischen Kanons betrachtet. Die Romane, nicht nur Die Blechtrommel, sind weltweit bekannt. An seinen „pikaresken“ Schreibstil knüpften unter anderem solche Autoren wie John Irving und Salman Rushdie an. Letzterer setzte sich insbesondere auch mit Grass’ Verarbeitung des Heimatverlustes auseinander, was sich zum Beispiel in Rushdies Roman Mitternachtskinder zeigt, der deutlichen Bezug auf die Blechtrommel nimmt – etwa in der Verarbeitung der Geburtsszene, die wiederum auf einer Verfremdung der Goetheschen Darstellung seiner Geburt in Dichtung und Wahrheit beruht.

Seine öffentliche Wirkung zeigt sich auf der Cicero-Liste der führenden 500 Intellektuellen im deutschsprachigen Raum, auf der er 2007 hinter Benedikt XVI. und Martin Walser auf dem dritten Platz rangierte.[50]

Auszeichnungen

Günter Grass
Frankfurter Buchmesse 2007

Er erhielt im Jahr 1999 den Nobelpreis für Literatur, weil er – so die Begründung der Jury – „in munterschwarzen Fabeln das vergessene Gesicht der Geschichte gezeichnet hat“ ("[he is the author] whose frolicsome black fables portray the forgotten face of history"). Darüber hinaus hat Grass noch etliche Auszeichnungen erhalten, von denen im Folgenden einige genannt werden.

1965 wurde Grass der Georg-Büchner-Preis verliehen, „für sein Werk in Lyrik und Prosa, worin er kühn, weitausgreifend und kritisch das Leben unserer Zeit darstellt und gestaltet.“ 1967 wurde er mit der Carl-von-Ossietzky-Medaille ausgezeichnet, 1968 mit dem Fontane-Preis. 1969 erhielt er den Theodor-Heuss-Preis. 1994 verlieh ihm die Bayerische Akademie der Schönen Künste ihren Großen Literaturpreis. 1995 wurde Grass mit der Hermann-Kesten-Medaille ausgezeichnet, im Jahr darauf mit dem Thomas-Mann-Preis der Stadt Lübeck und dem Samuel-Bogumil-Linde-Preis. 1999 ehrte ihn Spanien mit dem Prinz-von-Asturien-Preis für Geisteswissenschaften und Literatur. Seit 2005 ist er Ehrendoktor der Freien Universität Berlin.
2006 wurde ihm der Internationale Brückepreis verliehen, dessen Annahme er jedoch ablehnt, weil CDU-Kommunalpolitiker die Entscheidung der unabhängigen deutsch-polnischen Jury infrage stellten.
Grass ist seit 1993 Ehrenbürger seiner Geburtsstadt Danzig und Ehrendoktor der dortigen Universität. 2007 erhält er den Ernst-Toller-Preis.

Die 1960 vorgesehene Ehrung mit dem Bremer Literaturpreis scheiterte am Widerspruch des Bremer Senats, im selben Jahr erhielt er jedoch den Deutschen Kritikerpreis.

Zu Ehren von Günter Grass wurde der Asteroid Grass nach dem Literaten benannt.

2009 wurde in seiner Geburtsstadt Danzig ein Günter-Grass-Museum eröffnet.

Werke

Erzählendes Werk

Günter Grass’ Unterschrift

Dramen

  • Die bösen Köche. Ein Drama. (1956)
  • Hochwasser. Ein Stück in zwei Akten (1957)
  • Onkel, Onkel. Ein Spiel in vier Akten. (1958)
  • Noch zehn Minuten bis Buffalo. Ein Spiel in einem Akt. (1958)
  • Die Plebejer proben den Aufstand. Ein deutsches Trauerspiel. (1966)

Lyrik

  • Die Vorzüge der Windhühner (1956)
  • Gleisdreieck (1960)
  • Ausgefragt (1967)
  • Gesammelte Gedichte (1971)
  • Letzte Tänze (2003)
  • Lyrische Beute (2004)
  • Dummer August (2007)

Grafik, Skulpturen, Plastiken

Der Butt, Plastik von Günter Grass
  • Der Butt, Plastik im Hafen von Sonderburg, Dänemark
  • Zeichnungen und Schreiben. Das bildnerische Werk des Schriftstellers Günter Grass. Band I: Zeichnungen und Texte 1954-1977. Hrsg. von Anselm Dreher. Darmstadt/Neuwied 1982
  • Zeichnungen und Schreiben II. Radierungen und Texte 1972-1982. Hrsg. von Anselm Dreher. Darmstadt/Neuwied 1984
  • In Kupfer, auf Stein. Die Radierungen und Lithographien 1972-1986. Göttingen 1986
  • Graphik und Plastik. Bearbeitet von Werner Timm. Regensburg 1987 (Ausstellungskatalog)
  • Hundert Zeichnungen 1955-1987. Ausstellungskatalog der Kunsthalle Kiel. Hrsg. von Jens Christian Jensen. Kiel 1987

Sonstiges

  • (mit Pavel Kohout) Briefe über die Grenze. Versuch eines Ost-West-Dialogs. (1968)
  • Über das Selbstverständliche. Reden – Aufsätze – Offene Briefe – Kommentare. (1968)
  • Die Vogelscheuchen. Ballettlibretto (UA 1970)
  • Der Bürger und seine Stimme. Reden Aufsätze Kommentare. (1974)
  • Denkzettel. Politische Reden und Aufsätze 1965–1976. (1978)
  • Widerstand lernen. Politische Gegenreden 1980–1983. (1984)
  • Zunge zeigen. Ein Tagebuch in Zeichnungen. (1988)
  • Rede vom Verlust. Über den Niedergang der politischen Kultur im geeinten Deutschland. (1992)
  • Ein Schnäppchen namens DDR. Letzte Reden vorm Glockengeleut. (1993)
  • Rede über den Standort (1997)
  • Zeit, sich einzumischen. Die Kontroverse um Günter Grass und die Laudatio auf Yasar Kemal in der Paulskirche (1998)
  • Vom Abenteuer der Aufklärung. Werkstattgespräche mit Harro Zimmermann. (1999)
  • Günter Grass – Helen Wolff. Briefe 1959–1994. (2003)
  • Hans Christian Andersens Märchen – gesehen von Günter Grass (2005)
  • Uwe Johnson – Anna Grass – Günter Grass. Der Briefwechsel 1961–1984. (2007)

Hörbücher

Verfilmungen

Siehe auch

Literatur

Leben und Werk
Biografische Aspekte
  • Margarethe Amelung: Fünf Grass’sche Jahreszeiten. Von dem Mädchen, das immer so leicht errötete, Herausgeber: Manfred E. Berger. LangenMüller, München 2007, ISBN 978-3-7844-3123-9. (Erinnerungsband über fünf Jahreszeiten als Haustochter in der Familie Grass)
  • Kai Schlüter: Günter Grass im Visier – Die Stasi-Akte. Verlag Ch. Links, Berlin 2010, ISBN 978-3-86153-567-6.
  • Kai Schlüter: Günter Grass auf Tour für Willy Brandt. Die legendäre Wahlkampfreise 1969. Ch. Links Verlag, Berlin 2011. ISBN 978-3-86153-647-5.
  • Anselm Weyer: Günter Grass und die Musik. Peter Lang, Frankfurt am Main 2006, ISBN 978-3-631-55593-4.
Zu einzelnen Werken
  • Martin Köbel (Hrsg.): Ein Buch, ein Bekenntnis. Die Debatte um Günter Grass’ „Beim Häuten der Zwiebel“. Steidl, Göttingen 2007, ISBN 978-3-86521-427-0
  • Ulrike Prokop: Trauma und Erinnerung in Günter Grass’ Im Krebsgang. In: Freiburger literaturpsychologische Gespräche, Band 23, Königshausen & Neumann, Würzburg 2004
Werkaspekte
Kultur- und Literaturbetrieb und Medien
Sonstiges

Dokumentarfilme

  • Günter Grass und Pierre Bourdieu im Gespräch. Dokumentation, 59 Min., Regie: Dieter Franck, Erstausstrahlung: 5. Dezember 1999, Gesprächsausschnitt (Archivversion vom 16. März 2008) von Radio Bremen bei web.archive.org
  • Günter Grass: Lübecker Werkstattbericht. Sechs Vorlesungen an der Medizinischen Universität Lübeck. Steidl, Göttingen 1998, ISBN 3-88243-618-2 (3 Video-Cassetten)
  • In Abrahams Schoss - Günter Grass bereist den Jemen. Dokumentarfilm von Tim Lienhard (Regie, Buch und Produktion) im Auftrag von GoetheInstitutInterNationes, 2002
  • Am 19. April 2007 erschien der Dokumentarfilm Der Unbequeme von Nadja Frenz und Sigrun Matthiesen in den Kinos.
  • Günter Grass – Die Blechtrommel-Story. Dokumentarfilm, Deutschland, 45 Min., 2007, ein Film von Wilfried Hauke, Produktion: NDR, Inhaltsangabe von 3sat
  • Göttingen feiert Günter Grass – Der Nobelpreisträger wird 80. Eine Geburtstagsrevue aus der Lokhalle Göttingen, Produktion: NDR, Erstsendung: 21. Oktober 2007, Inhaltsangabe vom NDR

Weblinks

 Commons: Günter Grass – Album mit Bildern und/oder Videos und Audiodateien
Biografisches
Linksammlung

Einzelnachweise

  1. Wer ist Günter Grass? In: Tagesspiegel, 13. August 2006
  2. a b Günter Grass im Interview: „Warum ich nach sechzig Jahren mein Schweigen breche“. In: FAZ, 11. August 2006
  3. a b c Der Fall Günter Grass. In: Stern, Nr. 34/2006
  4. SPIEGEL exklusiv: Grass räumte als Kriegsgefangener Waffen-SS-Mitgliedschaft ein. In: Spiegel Online, 15. August 2006
  5. Kölner Stadt-Anzeiger: Grass: Mit Ratzinger zusammen als Kriegsgefangener
  6. stern.de: Würfelte Grass mit dem Papst im Erdloch?
  7. open book: Ratzinger and Grass
  8. kathweb: Georg Ratzinger: Mein Bruder hat Grass 1945 nicht getroffen
  9. Günter Grass war Mitglied der Waffen-SS. In: Die Welt, 11. August 2006
  10. Was Günter Grass seinen Kindern zumutet. In: Die Welt
  11. die-luebecker-museen.de
  12. Anselm Weyer: Der Tanz des Günter Grass. Vogelscheuchen, Motten, fünf Köche und eine Gans: Der große Literat hatte eine Schwäche fürs Ballett. Tanz - die europäische Zeitschrift für Ballett, Tanz und Performance (Mai 2010), S. 50ff.
  13. hermann luchterhand verlag, ASIN: B0029XVUFA
  14. Roehler, Klaus und Rainer Nitsche (Hrsg.): Das Wahlkontor deutscher Schriftsteller in Berlin 1965. Versuch einer Parteinahme. Politisch-literarische Revue mit Beiträgen von Friedrich Christian Delius, Günter Grass, Peter Härtling, Günter Herburger, Klaus Roehler, Karl Schiller, Peter Schneider, Günter Struve und Klaus Wagenbach. Berlin, Transit, 1990. ISBN 3887470613 (EAN: 978-3887470616)
  15. Abschied von einer moralischen Instanz Von Jan Fleischhauer, 2011
  16. Kurze Rede eines vaterlandslosen Gesellen. In: Die Zeit, Nr. 7/1990
  17. "Unke an Schnecke". In: Der Spiegel 1/1993
  18. Auszug des Löwen. In: Der Spiegel. Nr. 51, 1988 (Der Verband deutscher Schriftsteller steht ohne handlungsfähige Führung da. Prominente treten aus, die Flügel sind verzankt – ist der Verband am Ende?, online).
  19. Renate Chotjewitz, Carsten Gansel (Hrsg.): Verfeindete Einzelgänger. Schriftsteller streiten über Politik und Moral. Aufbau Verlag, Berlin 1977, ISBN 3-7466-8023-9 sowie die Darstellung des VS-Landesverbands Bayern Wer wir sind: Zur Geschichte des VS.
  20. Aktion 1:1: Testimonials – Statements der Unterstützer der Aktion 1:1
  21. linksverlag.de
  22. focus.de
  23. Protestlesung in Krümmel. Günter Grass poltert gegen Lobbyisten. In: Spiegel Online, 10. April 2011
  24. Pressemitteilung der Schwedischen Akademie: Der Nobelpreis in Literatur 1999: Günter Grass. 30. September 1999
  25. Günter Grass enthüllt: „Ich war Mitglied der Waffen-SS“. In: FAZ, 11. August 2006
  26. Heinz Ludwig Arnold: Die Gruppe 47. Rowohlt, Reinbek 2004, ISBN 3-499-50667-X, S. 7–8.
  27. Der Fall Grass und seine Vorläufer. In: Handelsblatt, 16. August 2006
  28. a b Bitburg 1985: Wie Günter Grass es sah. In: Hamburger Abendblatt, 16. August 2006
  29. Karikaturenstreit: Grass kritisiert Karikaturen als gezielte Provokation. In: FAZ, 9. Februar 2006
  30. Interview mit der Kieler Rundschau - KR vom 27. Nov. 1980, Seite 15
  31. Mord an Armeniern: Grass und die Türken Zeit Online, 16. April 2010. Abgerufen am 11. November 2011
  32. www.mauerfall-berlin.de
  33. Mitteldeutsche Zeitung 5. Oktober 2011
  34. Im Wortlaut: Günter Grass über seine Zeit bei der Waffen-SS. In: FAZ, 16. August 2006
  35. Während seiner Dienstzeit keinen Schuss abgefeuert: Grass, der Waffen-SS-Mann. In: Rheinische Post, 14. August 2006
  36. a b Interview mit Robert Schindel: „Es ist ein Armutszeugnis, wie Grass behandelt wird“. In: Spiegel Online, 15. August 2006
  37. Netzeitung: Zentralrat der Juden wirft Grass PR-Aktion vor. 15. August 2006
  38. Reaktionen auf Günter Grass’ SS-Beichte – „Das Beste wäre, wenn er von selbst darauf verzichten würde“. In: Süddeutsche Zeitung, 14. August 2006
  39. Klaus Priesucha: Halali auf einen Nobelpreisträger. Eine selbstbewusste Nation bläst zur Jagd.
  40. SS-Vergangenheit: Walesa macht Grass Ehrenbürgerwürde streitig. In: Spiegel Online, 13. August 2006
  41. Grass’ SS-Beichte – CDU-Politiker fordert Rückgabe des Nobelpreises. In: Süddeutsche Zeitung, 14. August 2006
  42. Junge Union: Zu spätes Eingeständnis von Günter Grass ist beschämend. 14. August 2006
  43. Debatte: Walesa: „Habe keinen Konflikt mehr mit Herrn Grass“. In: FAZ, 22. August 2006
  44. SWR 2: Ein blasses Streiflicht von Grass im scharfen Schatten des Krantors. 16. Oktober 2007, Sendung von Ursula Escherig; Manuskript (RTF; 69,8 kB)
  45. Grass’ Literatur-Nobelpreis: „Die Vergabe ist endgültig“. In: FAZ, 15. August 2006
  46. Aufstieg der Optimisten. In: Cicero, April 2007
  47. Streit um Biografie: Günter Grass klagt gegen SS-Vorwurf. In: Spiegel Online, 23. November 2007
  48. Spiegel Online: Klage wegen SS-Vorwurf: Grass und Jürgs einigen sich auf Vergleich. In: Spiegel Online, 11. Februar 2008
  49. Wir Deutschen sind unberechenbar. In: Der Spiegel. Nr. 25, 2006 (online).
  50. Die Liste der 500. In: Cicero, Mai 2007

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