Arvfurstens palats
Arvfurstens palats

Arvfurstens palats ("Palast des Erbfürsten") ist ein Prachtbau im Stockholmer Stadtteil Norrmalm und Sitz des schwedischen Außenministeriums.

Bevor das heutige Gebäude gebaut wurde, stand ein Palast im holländischen Renaissancestil, der unter Feldmarschall Lennart Torstensson entstanden war, an gleicher Stelle.

Der gegenwärtige Bau wurde zwischen 1783 und 1794 für Prinzessin Sofia Albertina, Schwester von König Gustav III., der jüngsten Tochter von König Adolf Friedrich und Luise Ulrike von Preußen errichtet. Verantwortlicher Architekt war Erik Palmstedt und die Inneneinrichtung stammt von Louis Masreliez.

Bevor Sofia Albertina 1829 starb, verfügte sie in ihrem Testament, dass der Erbfürst den Palast erhalten sollte. In diesem Fall die 2. Person in der Thronfolge, falls Kronprinz Oskar etwas zustoßen sollte. Anfänglich wurde das Gebäude unterschiedlich genutzt. Neben dem späteren Oskar II., der eine Zeit im Palast wohnte, waren Bedienstete des Hofes im Gebäude untergebracht.

1902 kaufte der Staat den Palast für 2.250.000 Kronen. Um die repräsentativen Pflichten des Außenministeriums besser durchführen zu können, wurde dem Amt das Gebäude zugesprochen. Als erstes zogen 1906 der Außenminister, sein erster Sekretär und etwa zwanzig Angestellte in den Palast ein.

Erik Palmstedt erhielt den Auftrag eine neue Hauptfassade zum angrenzenden Platz zu entwerfen. Der ursprüngliche Palast wurde zum Seitenflügel und ein weiterer Flügel entstand zum Wasser hin. Das Gebäude sollte eine exakte Kopie der alten Oper von Gustav III. auf der anderen Platzseite sein (vergleiche: Bild im Artikel Königliche Oper). Die Oper musste 1891 einem Nachfolgebau weichen.

Der Baukörper ist nach Grundsätzen spätbarocker Formgebung als zusammenhängende plastische Einheit gestaltet. Die Fassade zeigt eine Formensprache, die durch den Neoklassizismus beeinflusst wurde, mit großen, einfachen Motiven, glatten Flächen und unscheinbaren Farbdetails. Die Einteilung mit kolossalen korinthischen Pilastern wurde im Mittelteil der Hauptfassade durch die Andeutung eines Säulengangs verstärkt. Darüber erhebt sich eine Attika mit Balustrade an der Dachkante, die von einer Löwenstatue mit Wappenschild gekrönt wird. Typisch für den gustavianischen Stil sind die Festons über den Fensterrahmen des Obergeschosses.

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