Audenschmiede
Audenschmiede
Gemeinde Weilmünster
Koordinaten: 50° 25′ N, 8° 23′ O50.40997678.3907691205Koordinaten: 50° 24′ 36″ N, 8° 23′ 27″ O
Höhe: 205 m ü. NN
Einwohner: 138 (2001)
Eingemeindung: 1. Apr. 1950
KMDC-Werk
Gebäude des Buderuswerks von 1910
Buderus-Straße
Fachwerkhaus

Audenschmiede ist eine Siedlung des Marktfleckens Weilmünster im Landkreis Limburg-Weilburg in Hessen. Es gehört zum Ortsbezirk des Kernorts Weilmünster und ist rechtlich kein eigener Ortsteil.

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Der Ort liegt im Weiltal des östlichen Hintertaunus, südlich des Kernorts von Weilmünster. Etwa 1 Kilometer südwestlich befindet sich Langenbach.

Geschichte

Ursprung der Siedlung ist die Waldschmiede von Weilmünster, die 1421 erstmals urkundlich erwähnt wird, als Graf Philipp I. von Nassau-Weilburg und Saarbrücken dem Schmied Otto die Waldschmiede verlieh.

Mit Wirkung zum 1. April 1798 erwarb der Bergrat Johann Wilhelm Buderus II. die Audenschmiede und ließ sie (als Teil der Firma Buderus) weiter ausbauen. Der Hochofen lief in den Jahren der Industrialisierung auf Hochbetrieb, eher er 1877 stillgelegt wurde. Am 3. Mai 1930 wurde auch die Gießerei geschlossen. 1936 wurde der Betrieb nach umfangreichen Sanierungen durch einen neuen Besitzer wieder aufgenommen und hier vor allem Grauguss produziert, ehe das Werk erneut schloss. Die Siedlung blieb aber bestehen. Heute wird das Betriebsgelände von dem Automobilzulieferer KM Decorative Components GmbH genutzt. Der Schornstein, als eines der ältesten Teile des Werks wurde 1858 errichtet und 1911 sowie 1983 renoviert.

Am 1. April 1950 wurde Audenschmiede nach Weilmünster eingemeindet.

Verkehr

Ehemaliger Bahnanschluss

Um die reichen Rohstoffvorkommen in der abgelegenen Region besser abtransportieren zu können, begann man 1889 mit dem Bau einer von der bereits bestehenden Lahntalbahn abzweigenden Stichstrecke von Weilburg bis Weilmünster, der Weiltalbahn, die am 1. November 1890 feierlich eröffnet wurde. 1892 erfolgte die Eröffnung der Verlängerung von Weilmünster nach Laubuseschbach. 1909 ging die Verbindung zwischen Weilmünster und Grävenwiesbach in Betrieb, so dass Audenschmiede auch eine Verbindung nach Frankfurt am Main hatte.

Niedergang und Stilllegung

Ab dem Winterfahrplan 1955 wurde der Personenverkehr auf der kurzen Stichbahn Weilmünster – Laubuseschbach komplett eingestellt, der Güterverkehr allerdings erst 1968. In den 60er Jahren schraubte man bewusst den Betrieb auf dem Stück Weilburg - Grävenwiesbach immer mehr zurück, so dass 1969 die endgültige Einstellung von Personen- und Güterverkehr zwischen Weilburg und Grävenwiesbach erfolgte. Die Strecken wurden komplett stillgelegt und ein Jahr später bereits abgebaut, auch das Mönstädter Viadukt wurde 1974 niedergelegt. Auf dem Reststück zwischen Weilmünster und Weilburg wurde noch bis Ende der 1980er Jahre Güterverkehr im Übergabeverfahren betrieben, der Personenverkehr kehrte nur noch durch einige wenige Sonderfahrten zeitweise zurück. Heute befinden sich auf den Bahnstrecken zum Teil Rad- und Fußwege.

Vereine

Das Vereinsleben wird hauptsächlich vom im Jahr 1934 gegründeten Feuerwehrverein der Freiwilligen Feuerwehr Audenschmiede geprägt.

Weblinks


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