August Reichensperger
Statue des August Reichensperger am Rathausturm des Kölner Rathauses. Bildhauer: Hans-Otto Lohrengel

August Reichensperger (* 22. März 1808 in Koblenz; † 16. Juli 1895 in Köln) war deutscher Jurist und Politiker sowie Förderer des Kölner Doms.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Reichensperger studierte Jura in Berlin, Bonn und Heidelberg. Er promovierte zum Dr. phil., bevor er in den Staatsdienst eintrat. Seine erste Stelle fand er am Landgericht Trier, wo er von 1844 bis 1848 tätig war. Anschließend war er von 1849 bis 1879 Appellationsgerichtsrat in Köln, wo zeitweise auch sein Bruder Peter wirkte.

Seit 1840 engagierte sich Reichensperger für den Weiterbau des Kölner Doms, so war er Gründungsmitglied des Zentral-Dombau-Vereins zu Köln.

Im Jahr 1848 war er Mitglied der Frankfurter Nationalversammlung und 1850 des Erfurter Unionsparlaments. In beiden Fällen bekämpfte er die preußischen Hegemoniebestrebungen und stimmte jeweils gegen das preußische Erbkaisertum und die Unionspläne. Einen Sitz im preußischen Abgeordnetenhaus hatte Reichensperger von 1850 bis 1863 inne und war einer der führenden Personen der katholischen Fraktion. Am 6. September 1858 war er Präsident des Katholikentages in Köln. Von 1871 bis 1884 war er Mitglied des Deutschen Reichstags für den Wahlkreis Krefeld und trat der neu gegründeten Fraktion der Zentrumspartei bei. Neben Ludwig Windthorst, Hermann von Mallinckrodt und seinem Bruder Peter war er einer der führenden Persönlichkeiten des politischen Katholizismus und ein engagierter Vorkämpfer der katholischen Laienbewegung in Deutschland. 1851 war er an der Gründung des „Akademischen Lesevereins“ (jetzt K.St.V. Askania-Burgundia Berlin) in Berlin im KV beteiligt und wurde 1871 dessen Ehrenmitglied.

Reichensperger hatte vielfältige Interessen und beschäftigte sich neben der Politik intensiv mit Kunst, Architektur und Literatur.

Im Jahr 1895 wurde Reichensperger Ehrenbürger der Stadt Köln, zuvor war er schon im Jahr 1889 Ehrenbürger von Oppenheim und im Jahr 1892 Ehrenbürger von Koblenz geworden.

Nach seinem Tod benannte die Stadt Köln 1897 den Platz im Schnittpunkt der Merlo- und der Weißenburgstraße mit der Riehler Straße in Reichenspergerplatz um. Hier wurde 1911 das Justizgebäude für das Oberlandesgericht Köln eingeweiht. Auch die dortige U-Bahn-Haltestelle trägt seinen Namen.

Reichensperger ist auf dem Friedhof Melaten beerdigt.

Werke

  • Die 14 Standbilder im Domchore zu Köln. 1842
  • Die christlich-germanische Baukunst, Trier. 1852
  • Die katholischen Interessen im 19. Jahrhundert. 1853
  • Vermischte Schriften über christliche Kunst. 1856
  • Parlamentarische Reden 1848-57. 1858
  • Phrasen und Schlagwörter. 1872
  • Allerlei aus dem Kunstgebiete. 1867
  • William Shakespeare. 1871
  • Augustus Pugin, der Neubegründer der christlichen Kunst in England, Freiburg. 1877
  • Die Bauhütten des Mittelalters. 1879
  • Zur neueren Geschichte des Dombaus in Köln. 1881

Literatur

Weblinks


Wikimedia Foundation.

Schlagen Sie auch in anderen Wörterbüchern nach:

  • August Reichensperger — (22 March 1808 ndash; 16 July 1895) was a German politician from the city of Koblenz.Reichensperger studied law and entered government service, becoming counsellor to the court of appeal ( Appellationsgerichtsrat ) at Cologne in 1849. He was a… …   Wikipedia

  • Reichensperger — ist der Familienname folgender Personen: August Reichensperger (1808–1895), deutscher Jurist, Politiker und Förderer des Kölner Doms Peter Reichensperger (1810–1892), deutscher Politiker Richard Reichensperger (1961–2004), österreichischer… …   Deutsch Wikipedia

  • August Reichensberger —     August Reichensberger     † Catholic Encyclopedia ► August Reichensperger     Politician and author, born at Coblenz, 22 March, 1808; died at Cologne, 16 July, 1895. He studied jurisprudence at Bonn, Heidelberg, and Berlin (1827 30), entered… …   Catholic encyclopedia

  • Reichensperger — Reichensperger,   1) August, Politiker, * Koblenz 22. 3. 1808, ✝ Köln 16. 7. 1895, Bruder von 2); trat nach dem Studium in den preußischen Justizdienst, wurde durch die Kölner Wirren (1836 41) vom politischen Katholizismus geprägt. 1848 gehörte… …   Universal-Lexikon

  • Reichensperger — Reichensperger, 1) August, ultramontaner Politiker, geb. 22. März 1808 in Koblenz, gest. 16. Juli 1895 in Köln, studierte die Rechte und stand bis 1879 im Staatsdienst, erst als Landgerichtsrat in Trier und seit 1849 als Appellationsgerichtsrat… …   Meyers Großes Konversations-Lexikon

  • Reichensperger — Reichensperger, 2 als polit. Führer der Katholiken höchst verdiente Brüder, August, geb. 1808 zu Koblenz, und Franz Peter, geb. 1810 ebendaselbst, wo ihr Vater General Secretär war. Nach Vollendung ihrer Studien zu Bonn, Heidelberg u. Berlin… …   Herders Conversations-Lexikon

  • Reichensperger, August — • Prussian politician and author (1808 1895) Catholic Encyclopedia. Kevin Knight. 2006 …   Catholic encyclopedia

  • Reichensperger — Reichensperger, August, geb. 1808 in Coblenz, studirte die Rechte in Bonn, Heidelberg u. Berlin, trat dann in Staatsdienst u. wurde, nachdem er Auscultator beim Oberlandesgericht in Münster, Referendar beim Landgericht in Coblenz u. Assessor beim …   Pierer's Universal-Lexikon

  • Peter Reichensperger — auf einem Gemälde von Julius Schrader (1865) Peter Franz Reichensperger (* 28. Mai 1810 in Koblenz; † 31. Dezember 1892 in Berlin) war ein deutscher Politiker (Zentrumspartei). Er war 1848 als Mitglied der preußisch …   Deutsch Wikipedia

  • Peter Reichensperger — (b. at Coblenz, 28 May1810; d. at Berlin, 31 December1892) was a German jurist and parliamentarian.LifeHe studied at Bonn and Heidelberg, and was successively counsellor at Coblenz (1843), of the court of appeal at Cologne (1850), and of the… …   Wikipedia

Share the article and excerpts

Direct link
Do a right-click on the link above
and select “Copy Link”