BLIDS

BLIDS steht für BLitz InformationsDienst von Siemens. Dabei handelt es sich um ein kommerzielles Blitz-Ortungssystem der Siemens AG mit Sitz in Karlsruhe, welches seit 1992 Gewitterblitze ortet. BLIDS betreibt 32 Messstationen in Deutschland und den umliegenden Ländern, die zusammen mit weiteren 102 Messstationen anderer Ortungsdienste in ganz Europa den Verbund EUCLID bilden.

So werden Blitze in ganz Europa bis auf 200 Meter genau registriert.

Inhaltsverzeichnis

Verfahren

Ein Blitz sendet elektromagnetische Wellen aus, die sich hunderte Kilometer weit ausbreiten. An der Charakteristik dieser Wellen ermitteln spezielle Algorithmen in den Messstationen, ob es sich um einen Blitz handelt. Es können außerdem Schlüsse auf Stärke, Art und Polarität des Blitzes gezogen werden. Die Wellen breiten sich mit Lichtgeschwindigkeit aus und erreichen mehrere Messstationen zu unterschiedlichen Zeiten. Dadurch kann der Einschlagsort anhand der Differenz der Ankunftszeit ermittelt werden. Die mit sehr genauen, GPS-gestützten Uhren ausgestatteten Messstationen versehen die Daten mit einem Zeitstempel und übermitteln diese an den Zentralrechner in Karlsruhe. Dieser fügt die Daten aller Messstationen zusammen und berechnet dann den endgültigen Datensatz eines Blitzes bestehend aus Zeitpunkt, Stromstärke, Polarität, Art und Einschlagsort. Diese Datensätze werden wenige Sekunden nach dem Einschlag auf verschiedene Weise an Kunden übermittelt und werden zur nachträglichen Verwendung in einer Datenbank gespeichert.

Anwendungsgebiete

Im Folgenden einige Beispiele wie die Daten von BLIDS genutzt werden:

  • Energieversorger: Wenn Arbeiten an Strom- oder Rohrleitungen gemacht werden, können die Arbeiter schnell gewarnt werden und so einem Stromschlag durch die Berührung vom Blitz getroffener Leitungen entgehen. Weiterhin können Blitze etwa die Sicherungseinrichtungen einer Hochspannungsleitung auslösen. Durch die Daten von BLIDS können die Betreiber schnell herausfinden, dass die Sicherung wahrscheinlich durch einen Blitz ausgelöst wurde (und nicht einen Erd- oder Kurzschluss) und die Leitung wieder zuschalten.
  • Versicherungen: Versicherungen bearbeiten viele Fälle von vermeintlichen Blitzschäden. BLIDS stellt Internetportale zur Verfügung, mit deren Hilfe die Sachbearbeiter herausfinden können, ob an einem bestimmten Ort und in einem bestimmten Zeitraum tatsächlich ein Blitz eingeschlagen hat. Somit kann Betrug verhindert werden.
  • Wetterdienste: Die Blitzdaten sind eine wichtige Unterstützung bei der Erstellung von Wettervorhersagen und Wetterwarnungen. Man kann zum Beispiel auf dem Bildschirm verfolgen, wie groß ein Gewitter ist und in welche Richtung es zieht.
  • Blitzschutz: Bei der Berechnung von Blitzschutzanlagen werden statistische Daten herangezogen. Es können beispielsweise anhand der Blitze der letzten zehn Jahre an einem Ort die Wahrscheinlichkeit eines Einschlags berechnet und die Blitzableiter entsprechend dimensioniert werden.
  • Industrieanlagen: Blitze können empfindliche Anlagen beeinflussen oder zerstören. Durch rechtzeitige Warnung durch einen von BLIDS automatisch erzeugten Blitz-Alarm können Anlagen außer Betrieb genommen und Schäden vermieden werden. Der Betreiber einer Anlage kann selbst Koordinaten und Radius festlegen, in denen ein Alarm in Form von Anruf, E-Mail, SMS oder Fax ausgelöst wird.
  • Privatpersonen: Für Privatpersonen bietet die Warnung bei Blitzaktivitäten in einem festlegbaren Gebiet einen Schutz bei Freiluftaktivitäten. Elektronische Geräte im Haushalt können zum Schutz vor Überspannung ausgeschaltet oder auch vom Stromnetz getrennt werden.

Siehe auch

Weblinks


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