Schattendorf
Schattendorf
Wappen von Schattendorf
Schattendorf (Österreich)
Schattendorf
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Burgenland
Politischer Bezirk: Mattersburg
Kfz-Kennzeichen: MA
Fläche: 12,12 km²
Koordinaten: 47° 43′ N, 16° 31′ O47.71083333333316.510555555556256Koordinaten: 47° 42′ 39″ N, 16° 30′ 38″ O
Höhe: 256 m ü. A.
Einwohner: 2.400 (1. Jän. 2011)
Bevölkerungsdichte: 198,02 Einw. pro km²
Postleitzahl: 7022
Gemeindekennziffer: 1 06 12
Website: www.schattendorf.at
Politik
Bürgermeister: Alfred Grafl (SPÖ)
Gemeinderat: (2007)
(23 Mitglieder)
18 SPÖ, 5 ÖVP
Lage der Marktgemeinde Schattendorf im Bezirk Mattersburg
Antau Bad Sauerbrunn Baumgarten Draßburg Forchtenstein Hirm Krensdorf Loipersbach Marz Mattersburg Neudörfl Pöttelsdorf Pöttsching Rohrbach bei Mattersburg Schattendorf Sieggraben Sigleß Wiesen Zemendorf-Stöttera BurgenlandLage der Gemeinde Schattendorf im Bezirk Mattersburg (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap
(Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria)
Die Schattendorfer Pfarrkirche zum Hl. Erzengel Michael

Schattendorf (ungarisch: Somfalva, kroatisch: Šundrof) ist eine Marktgemeinde im Bezirk Mattersburg im Burgenland in Österreich mit 2400 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2011).

Im Gemeindegebiet befindet sich der Naturpark Rosalia-Kogelberg.

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Schattendorf ist der einzige Ort in der Gemeinde.

Geschichte

Vor Christi Geburt war das Gebiet Teil des keltischen Königreiches Noricum und gehörte zur Umgebung der keltischen Höhensiedlung Burg auf dem Schwarzenbacher Burgberg. Später im Römischen Reich war das Gebiet Teil der Provinz Pannonia.

Schattendorf (Mitte), um 1880 (Aufnahmeblatt der Landesaufnahme)

Der Ort gehörte wie das gesamte Burgenland bis 1920/21 zu Ungarn (Deutsch-Westungarn). Seit 1898 musste aufgrund der Magyarisierungspolitik der Regierung in Budapest der ungarische Ortsname Somfalva verwendet werden. Nach Ende des ersten Weltkriegs wurde nach zähen Verhandlungen Deutsch-Westungarn in den Verträgen von St. Germain und Trianon 1919 Österreich zugesprochen. Der Ort gehört seit 1921 zum neu gegründeten Bundesland Burgenland (siehe auch Geschichte des Burgenlandes).

Am 30. Jänner 1927 schossen in Schattendorf drei Mitglieder der rechtsstehenden Frontkämpfervereinigung Deutsch-Österreichs auf die zahlenmäßig deutlich überlegenen, jedoch unbewaffneten Teilnehmer einer gegen sie gerichteten Demonstration des Republikanischen Schutzbundes und töteten dabei ein achtjähriges Kind (Josef Grössing) und einen Klingenbacher Schutzbündler (Matthias Csmarits). Die Täter wurden von einem Geschworenengericht wegen Notwehr freigesprochen. Am 15. Juli 1927, einen Tag nach dem Schattendorfer Urteil, versammelten sich aufgebrachte Arbeiter vor dem Justizpalast in Wien, erstürmten diesen und legten anschließend Feuer; die Regierung Ignaz Seipel ordnete die Niederschlagung der Demonstration an. Die so genannte Julirevolte forderte 89 Tote, auch auf Seiten der Polizei; der abgebrannte Justizpalast und das verschärfte politische Klima waren zusätzliche Schritte in den Bürgerkrieg.

Im Jahr 1999 erhielt die Gemeinde das Recht, ein Wappen zu führen und wurde im Jahr 2003 zur Marktgemeinde ernannt (Veröffentlichung im LGBl.Nr. 24/2003). Am 15. Oktober 2006 wurde auf einer Fläche von mehr als 7.000 Hektar der Naturpark Rosalia-Kogelberg als sechster Naturpark des Burgenlandes offiziell eröffnet, zu dem auch Schattendorf als eine von 13 Gemeinden gehört. Am 2. Juni 2007 wurde die Ausstellung Schattendorf 1927 eröffnet.[1]

Politik

Bürgermeister ist Alfred Grafl (SPÖ), Vizebürgermeister Johann Lotter (SPÖ). Amtsleiter ist Richard Grasl Amtmann. Die Mandatsverteilung (23 Sitze) in der Gemeindevertretung beträgt für die SPÖ 18, für die ÖVP 5 Sitze. Die FPÖ verlor bei der Gemeinderatswahl 2007 ihr Mandat und ist somit nicht mehr im Gemeinderat vertreten. Die SPÖ konnte ihre 18 Mandate halten, die ÖVP ein Mandat dazu gewinnen.

Wappen

Blasonierung: „In einem von Blau und Silber geteilten Schild oben eine silberne, unten eine blau gestürzte Häuserzeile mit einer Kirche in der Mitte”.[2]

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Städtepartnerschaften

Persönlichkeiten

Söhne und Töchter

  • Michael Pinter (1899–1954), Angestellter und österreichischer Politiker (SPÖ)
  • Josef Hans Grafl (1921–2008), österreichischer Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus
  • Matthias Pinter (1922–1996), Hauptschuldirektor und österreichischer Politiker (SPÖ)
  • Adalbert Jeszenkowitsch, Medizinalrat
  • Fritz Ostermayer (* 1956), österreichischer Journalist, Autor, DJ und Musiker
  • Josef Ostermayer (* 1961), österreichischer Politiker (SPÖ)

Einzelnachweise

  1. http://www.schattendorf.at/gemeinde/geschichte.htm
  2. http://www.schattendorf.at/leitbild_dorf/leitbild_2011.pdf

Weblinks

 Commons: Schattendorf – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

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