Bahnstrecke Ilmenau–Großbreitenbach
Ilmenau–Großbreitenbach
Strecke der Bahnstrecke Ilmenau–Großbreitenbach
Streckennummer: 6695
Streckenlänge: 20,6 km
Spurweite: 1435 mm (Normalspur)
Maximale Neigung: 47 
Legende
Strecke – geradeaus
von Plaue
Bahnhof, Station
0,00 Ilmenau 478 m
   
nach Schleusingen
   
1,95 Grenzhammer 463 m
   
3,74 Langewiesen (Thür.) 450 m
   
7,76 Gehren (Thür.) Stadt 478 m
   
8,36 Gehren (Thür.) bis 1952 Gehren Bf 481 m
   
Viadukt Gehren
   
13,76 Möhrenbach 529 m
   
17,26 Neustadt-Gillersdorf 695 m
   
20,58 Großbreitenbach (Thür.) 663 m

Die Ilmenau-Großbreitenbacher Eisenbahn war eine knapp 21 Kilometer lange Nebenbahn im heutigen Ilm-Kreis (Thüringen), die Ilmenau mit Großbreitenbach verband.

Inhaltsverzeichnis

Streckenführung

Die Brücke in Gehren
Blick in den ehemaligen Bahnhof Neustadt-Gillersdorf

Die Ilmenau-Großbreitenbacher Eisenbahn begann am Bahnhof Ilmenau auf 477 Metern Höhe. Sie verlief in östlicher Richtung im Ilmtal durch das Stadtgebiet. Der nächste Haltepunkt befand sich am Grenzhammer, ca. 2 km östlich vom Bahnhof. Hier verließ die Bahnstrecke das Ilmenauer Stadtgebiet. Nächster Ort an der Linie war die Stadt Langewiesen. Im Stadtgebiet stieg die Strecke langsam an, um am Ortsausgang das Ilmtal zu verlassen. Sie führte über freies Feld weiter nach Gehren. Die Stadt hatte zwei Bahnhöfe: Gehren-Stadt, ein Haltepunkt im Westen und Gehren-Bahnhof, der eigentliche Bahnhof der Stadt. Er wurde östlich etwas außerhalb des Stadtkerns errichtet, um für das bereits bestehende Sägewerk einen direkten Eisenbahnanschluss zu gewähren.

Bis 1925–1927 war der Bahnhof von Gehren ein Kopfbahnhof, in dem jeder Zug „wenden“ musste. Der Grund hierfür war, dass man es beim Bau der Strecke in Erwägung gezogen hatte, von hier aus Richtung Königssee weiterzubauen, was allerdings nie realisiert wurde. Man errichtete einen neuen Streckenabschnitt, auf dem der Zug den Bahnhof in Fahrtrichtung verließ, dann östlich von Gehren einen weiten Bogen zog und schließlich südlich der Stadt wieder auf die alte Trasse stieß. Ab Gehren verlief die - nunmehr um 1,45 km verlängerte - Strecke südwärts im Tal der Wohlrose. Nächster Ort an der Bahnlinie war Möhrenbach. Hinter Möhrenbach hatte die Strecke bis hinauf zu ihrem Scheitelpunkt, dem Bahnhof Neustadt-Gillersdorf an der Hohen Tanne auf 700 Meter Höhe, eine mittlere Steigung von 4,7 %. Danach führte die Strecke wieder bergab nach Großbreitenbach, dem Endpunkt. Der Bahnhof der Stadt lag auf etwa 650 Meter Höhe. Eine geplante Verbindung mit der Schwarzatalbahn über Oelze nach Katzhütte wurde auf Grund der schwierigen topografischen Gegebenheiten nicht mehr realisiert.

Geschichte

Im Fürstentums Schwarzburg-Sondershausen bemühte man sich schon seit Beginn der 1870er Jahren um einen Bahnanschluss für den Verwaltungsbezirk Gehren, sämtliche Ideen waren aufgrund fehlender Streckenanschlüsse in der Nähe des Staatsgebietes zum scheitern verurteilt. Erst 1879 änderte sich mit der Eröffnung der Bahnstrecke Arnstadt–Ilmenau durch die Thüringische Eisenbahn-Gesellschaft die Ausgangslage. Die angedachte Weiterführung über Gehren und Königssee nach Saalfeld kam aber nicht zustande. Auch eine Weiterbau über Gehren bis Königssee lehne die Thüringische Eisenbahn-Gesellschaft ab.

Lediglich Herrmann Bachstein war bereit, den Bau und Betrieb einer Bahnstrecke zu übernehmen. Dazu wurde am 29. April ein Staatsvertrag zwischen Schwarzburg-Sondershausen und Sachsen-Weimar-Eisenach geschlossen, da der Ausgangsbahnhof Ilmenau auf dem Staatsgebiet des Herzogtums Sachsen-Weimar-Eisenach lag, sowie am 1. Mai 1881 ein Bau- und Betriebsvertrag mit Bachstein.

Die Eisenbahnstrecke wurde als Staatsbahn des Fürstentums Schwarzburg-Sondershausen gebaut, die Betriebsführung lag bei Bachstein, der die Strecke pachtete. Die Strecke Ilmenau–Gehren wurde nach nur fünfmonatiger Bauzeit am 13. November 1881 eröffnet. Der Weiterbau bis Königssee unterblieb vorerst und kam auch später nicht zustande.

Schwarzburg-Sondershausen wünschte sich nun eine Verbindung nach Großbreitenbach, um die Entwicklung dieser Region voran zu treiben. Erneut übernahm Bachmann Bau und Betrieb. Obwohl der Bau erst im Sommer 1883 genehmigt wurde, konnte die 10,77 km Strecke Gehren–Großbreitenbach bereits am 2. Dezember 1883 eröffnet werden. Am 1. Juni 1884 wurde die Strecke von Bachstein gekauft, da die Strecke nicht die gewünschten Einnahmen brachte, 1895 in die Süddeutsche Eisenbahn-Gesellschaft eingegliedert und als Privatbahn betrieben.

1949 erfolgte die Übernahme durch die Deutsche Reichsbahn. Bei der Reichsbahn trug die Strecke die Kursbuchnummer 623 und die Fahrzeit betrug mindestens 40 Minuten. Der Personenverkehr endete am 26. Mai 1997, der Güterverkehr am 30. September 1998. Stillgelegt wurde die Eisenbahnlinie mit der Streckenummer 6695 am 30. September 1998 auf Grund von fehlender Rentabilität und der nicht ausreichend tragfähigen Brücke über die B 88 in Gehren, deren Neubau zu teuer gewesen wäre. Im September 2006 begann man damit die Strecke zwischen Langewiesen und Gehren abzubauen. Mitte 2007 wurden auch die Gleise zwischen Ilmenau und Langewiesen demontiert. Endgültig besiegelt wurde das Ende der Strecke durch den Abbruch des Viaduktes in Gehren im April 2009.

Bahnhöfe

Literatur

  • Michael Kurth: Die Ilmenau-Großbreitenbacher Eisenbahn. EK-Verlag Freiburg 2005 ISBN 3-88255-587-4

Weblinks


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