Bahnstrecke Schönberg–Schleiz
Schönberg (Vogtl)–Schleiz
Strecke der Bahnstrecke Schönberg–Schleiz
Ausschnitt der Streckenkarte Sachsen 1902
Kursbuchstrecke (DB): 543 (2008)
Streckennummer: 6656; sä. SSz
Streckenlänge: 14,906 km
Spurweite: 1435 mm (Normalspur)
Maximale Neigung: 12,5 
Minimaler Radius: 300 m
Höchstgeschwindigkeit: 50 km/h
Legende
Strecke – geradeaus
von Leipzig
Bahnhof, Station
-0,007 Schönberg (Vogtl) 514 m
Abzweig – in Fahrtrichtung: nach links
nach Hof
Abzweig – in Fahrtrichtung: nach links
nach Hirschberg (Saale)
Haltepunkt, Haltestelle
2,945 Mühltroff (ehem. Bf) 480 m
Brücke (klein)
3,550 Wisentabrücke (16 m)
Brücke (klein)
5,985 Zeiterabrücke (13 m)
Haltepunkt, Haltestelle
7,005 Langenbuch (ehem. Bf) 470 m
Haltepunkt, Haltestelle
9,961 Lössau (ehem. Bf)
Haltepunkt, Haltestelle
11,666 Wüstendittersdorf 439 m
   
Verbindungsgleis zur Schleizer Kleinbahn
   
14,899 Schleiz 431 m

Die Bahnstrecke Schönberg–Schleiz ist eine eingleisige Nebenbahn in Sachsen und Thüringen, die ursprünglich von den Kgl. Sächsischen Staatseisenbahnen erbaut und betrieben wurde. Sie verläuft von Schönberg (Vogtland) ins thüringische Schleiz im Tal der Wisenta.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Obwohl sich die Schleizer schon in den 1840er Jahren bei der Planung der Bahnstrecke Leipzig–Hof einen Bahnanschluss erhofften, kam es erst in den 1870er Jahren zu weiteren Projekten, die aber alle in der Planungs- oder Vorbereitungsphase scheiterten. Da das Fürstentum Reuß jüngere Linie wegen fehlender finanzieller Mittel nicht den Bau eigener Bahnstrecken durchführen konnte, war man auf Hilfe einer privaten Gesellschaft oder des Königreichs Sachsen angewiesen. Erst in den 1880er Jahren kam es zu entsprechenden Verhandlungen, an deren Ende ein am 11. Februar 1885 abgeschlossener Staatsvertrag zwischen dem Fürstentum Reuß jüngerer Linie und dem Königreich Sachsen stand. Baubeginn war im April 1886, die Abnahme der rund 1,2 Mio. Mark teuren Strecke erfolgte am 11. Juni 1887. Die Streckeneröffnung fand am 18. Juni 1887 statt, der Betrieb wurde von Anfang an von den K. Sächs. Sts. E.B. übernommen, die den Streckenabschnitt auf dem reußischen Territorium pachteten. Als Sachsen die größtenteils über reußisches Gebiet führende Bahnstrecke Schönberg–Hirschberg auf eigene Kosten erbaute, erhielt sie dafür den reußischen Teil der Strecke nach Schleiz.

In Schleiz schloss sich an diese Bahn ab dem 28. Juni 1930 die Schleizer Kleinbahn AG an, die die Strecke von Schleiz bis Saalburg (Saale) betrieb.

Mit Einstellung des Personenverkehrs auf dem Abschnitt Schleiz West–Saalburg der ehemaligen Schleizer Kleinbahn wurde der Personenverkehr zum Bahnhof Schleiz (ehemals Schleiz Reichsbahnhof) eingestellt und der Personenverkehr über das Verbindungsgleis bis zum Haltepunkt Schleiz West geführt. Anstelle des Bahnhofs Schleiz wurde dabei der Bahnsteig der ehemaligen Schleizer Kleinbahn benutzt, da die Personenzüge bis Schleiz West fuhren. Dieser Personenverkehr wurde zum Fahrplanwechsel am 8. Dezember 2006 eingestellt. Der Güterverkehr zwischen Schönberg und Schleiz war bereits zum 31. Dezember 1994 eingestellt worden.

Am 31.Januar 2008 pachtete die Deutsche Regionaleisenbahn GmbH die Strecke von der DB Netz AG. Bereits am 30. Juni 2007 nahm der Förderverein Wisentatalbahn den Betrieb mit Sonderzügen nach einem besonderen Fahrplan wieder auf. Die vorerst letzte Fahrt auf der Gesamtstrecke fand am 18. Oktober 2008 statt. Ab dem 1. November 2008 wurde die Strecke gesperrt. Am 1. Mai 2010 konnte zunächst das drei Kilometer lange Teilstück Schönberg–Mühltroff für den Gelegenheitsverkehr wieder in Betrieb genommen werden und im Oktober des gleichen Jahres wurden die Sonderfahrten des Fördervereins bis Langenbuch verlängert.[1]

Streckenbeschreibung

Verlauf

Der Bahnhof Schönberg (Vogtl) liegt an der Sächsisch-Bayrischen Eisenbahn von Leipzig nach Hof. Die Strecke verlässt den Bahnhof gemeinsam mit der heute nicht mehr Bahnstrecke Schönberg–Hirschberg in südwestlicher Richtung. Die erste Station, der Haltepunkt Mühltroff, liegt noch im Vogtland. Dann schwenkt die Linie nach Norden, um die Landesgrenze zwischen Sachsen und Thüringen zu überschreiten und durch waldreiche Abschnitte den Haltepunkt Langenbuch zu erreichen. Über Lössau und Wüstendittersdorf schwenkt der Streckenverlauf wieder Richtung Westen und erreicht Schleiz. Unmittelbar vor dem Bahnhof zweigt nach rechts das Verbindungsgleis zur ehemaligen Schleizer Kleinbahn ab.

Betriebsstellen

Bahnhof Schönberg (Vogtl)
Bahnhof Schönberg (Vogtl), 2006

Bis zum Bau der Schleizer Bahnstrecke war in Schönberg nur eine unbedeutende Station an der Bahnstrecke Leipzig–Hof vorhanden. Ab 1886 entstanden ein einstöckiges Empfangsgebäude, ein Heizhaus und ein Kohleschuppen. Ein Güterschuppen war schon seit 1875 vorhanden. Mit dem Bau der Hirschberger Strecke wurde der Bahnhof Anfang des 20. Jahrhunderts nochmals vergrößert. Letztmalig wurde der Inselbahnhof in den 1990er Jahren nennenswert umgebaut.[2]

Bahnhof Mühltroff
Bahnhof Mühltroff, 2006

Der Bahnhof umfasste bei der Eröffnung drei Gleise, wegen des alsbald ansteigenden Transportergebnisses musste die Güteranlagen bereits 1902 verändert werden. Die im Bahnhofsbereich liegende Straßenkreuzung mit der heutigen B 282 erhielt in den 1950er Jahren eine Schrankenanlage. Ende der 1990er Jahre wurden die Gleisanlagen bis auf das durchgehende Streckengleis abgebaut und der Bahnhof zum unbesetzten Haltepunkt zurückgestuft.

Bahnhof Langenbuch

Zunächst nur eine Haltestelle, wurde die Station 1902 zum Bahnhof erhoben. Hauptsächlich diente die Station dem Holzversand, wofür eine Seitenladerampe vorhanden war.

Haltepunkt Lössau

Außer einer hölzernen Wartehalle, einem Bahnsteig und zwei Wagenkästen waren am der weit von der Ortschaft entferbten Haltepunkt Lössau keine weiteren Anlagen vorhanden.

Haltepunkt Wüstendittersdorf

Ähnlich wie der Haltepunkt Lössau war zunächst auch Wüstendittersdorf ausgestattet. 1902 wurden die Anlagen mit einem Stumpfgleis und einer Seitenladerampe ergänzt, welche aber heute wieder entfernt sind.

Bahnhof Schleiz
Lokschuppen Schleiz, 2006
Bahnhof Schleiz, 2006

Außer einem Heizhaus war die Station an Hochbauten mit einem Empfangsgebäude, einem Wirtschaftsgebaude, einem Güterschuppen auch mit mehreren Privatlagerschuppen ausgestattet. Schon 1890 wurden die Bahnhofsanlagen erweitert. Einige der Strecke eingesetzten Lokomotiven waren bis zum 1. Juni 1996 hier im zweiständigen Heizhaus stationiert, obwohl die Lokbehandlungsanlagen schon ab den 1930er Jahren nicht mehr regelmäßig genutzt wurden.[3]

Literatur

  • Wilfried Rettig: Die Eisenbahnen im Vogtland – Band 2: Neben- und Schmalspurstrecken, Unfälle und Anekdoten, EK-Verlag, Freiburg 2002, ISBN 3-88255-687-0

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Eisenbahn Schönberg (V.)-Mühltroff-Schleiz/ Schleiz West. Förderverein Wisentatalbahn, 2010, abgerufen am 28. Oktober 2011 (PDF).
  2. Wilfried Rettig: Die Eisenbahnen im Vogtland – Band 1: Entwicklung, Hauptstrecken, Fahrzeuge, Bahnbetriebswerke und Hochbauten, S. 38 f.
  3. Wilfried Rettig: Die Eisenbahnen im Vogtland – Band 1: Entwicklung, Hauptstrecken, Fahrzeuge, Bahnbetriebswerke und Hochbauten, S. 223 f.

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