Walter K. B. Holz

Walter K. B. Holz
Gedenkstein für Walter K. B. Holz im Hagener Volkspark

Walter K. B. Holz (* 11. Mai 1908; † 24. Juni 1993) war Archivar der Stadt Hagen und Gründer des Hagener Planetenmodells (Erstveröffentlichung im Heimatkalender Hagen, November 1959). Nach seiner Ausbildung zum Vermessungstechniker bei der Stadt Hagen war er seit 1928 in diesem Beruf im Kataster- und Vermessungsamt beschäftigt. Nach 1933 wurde er zum Vermessungsinspektor befördert.

1936 begann er auf Anweisung des Hagener Oberbürgermeisters Heinrich Vetter mit den Vorbereitungen für eine stadtgeschichtliche Dokumentation, die 1946 anlässlich des 200. Stadtjubiläums der Stadt Hagen erscheinen sollte.

Nach seinem Wehrdienst und einer kurzzeitigen Kriegsgefangenschaft nahm Holz ab 1946 wieder seine Tätigkeit bei der Stadt Hagen auf. 1947 veröffentlichte er sein wichtigstes historisches Werk "Ein Jahrtausend Raum Hagen", das auf seinen Recherchen seit 1936 basierte. Anschließend wurde er Mitarbeiter im Stadtarchiv Hagen, dessen Leitung er 1949 übernahm.

Neben der Betreuung des Planetenmodells hat er sich stark für die Kunst und Geschichte der Region Hagen eingesetzt. 1962 gründete er das Westfälische Musikarchiv und das Westfälische Literaturarchiv, die heute dem Historischen Centrum Hagen zugeordnet sind. Neben diesen Aktivitäten befasste sich Holz auch mit mathematischen Fragen. So hat er 1984 eine neue Nomenklatur für die Zahlentheorie vorgeschlagen und sich mit Fragen zu Dreiecken, deren Seiten aus Kreisbögen bestehen, sogenannten Dreikreisen, beschäftigt. Für das Archivwesen entwickelte er so genannte Zeittafeln und eigene Ordnungsrichtlinien, die von der Fachwelt jedoch als unwissenschaftlich abgelehnt wurden. Zwischen 1945 und 1985 bestimmte Holz nach den Erkenntnissen seines Biografen Ralf Blank die Vergangenheitsbewältigung des Nationalsozialismus und des Zweiten Weltkriegs in Hagen. Als erster Archiv in Deutschland versuchte er in den 1950er Jahren ein "Luftkriegsarchiv" aufzubauen.

Wichtigste Veröffentlichungen

  • Walter Holz: "Deutsche Totenehrung in Vergangenheit und Zukunft", Leipzig 1940
  • Walter K. B. Holz: "Ein Jahrtausend Raum Hagen", Hagen 1947
  • Walter K. B. Holz: "Erschließung des Geschichtsgutes im Stadtarchiv Hagen", in: Der Archivar, 8, 1955
  • Walter K. B. Holz: "Wenn die Sonne auf dem Rathaus stünde...", Heimatkalender Hagen für das Jahr 1960, Hagen, 1959
  • Walter K. B. Holz: Orthodoxes Archivdenken oder Geschichtsämter, Hagen 1979
  • Walter K. B. Holz: "Normierte Formelsprache für die Zahlentheorie", Hagen, 1984
  • Walter K. B. Holz: "30 Jahre Planetenmodell Hagen 1959-1989", in: Heimatbuch Hagen + Mark, 1989

Literatur über Holz

  • Ralf Blank: Zerstört und vergessen? Hagen, das Ruhrgebiet und das Gedächtnis des Krieges, in: Jörg Arnold/Dietmar Süß/Malte Thießen (Hg:): Die "Katastrophe" im europäischen Gedächtnis – Erinnerung an den Luftkrieg 1940-2000, Göttingen 2009, S. 162-182.

Wikimedia Foundation.

Игры ⚽ Нужна курсовая?

Schlagen Sie auch in anderen Wörterbüchern nach:

  • Walter K.B. Holz — Gedenkstein für Walter K. B. Holz im Hagener Volkspark Walter K.B. Holz (* 11. Mai 1908; † 24. Juni 1993) war Archivar der Stadt Hagen und Gründer des Hagener Planetenmodells (Erstveröffentlichung im Heimatkalender Hagen, Nov. 1959). Nach seiner… …   Deutsch Wikipedia

  • Holz (Begriffsklärung) — Holz bezeichnet: Holz, das feste oder harte Gewebe von Bäumen und Sträuchern verholzte Teile einer Pflanze, siehe Verholzen in der Musik kurz die Holzbläser ein Element der chinesischen Fünf Elemente Lehre im Golfsport eine Form des Schlägerkopfs …   Deutsch Wikipedia

  • Walter Ibscher — (* 13. Juli 1926 in Laubusch, Niederschlesien/heute Oberlausitz; † 8. Februar 2011 in Nürnberg) war ein deutscher Bildhauer, Grafiker, Medailleur, Restaurator und Kunstpädagoge. Inhaltsverzeichnis 1 Leben 2 Werke …   Deutsch Wikipedia

  • Walter Bitterlich — (* 19. Februar 1908 in Reutte, Tirol; † 9. Februar 2008 ebenda [1][2]) war ein österreichischer Forstwissenschaftler. Dank seiner Erfindungen wurde er zum Begründer der modernen Waldinventur. Er galt als eine der bekanntesten und renommiertesten… …   Deutsch Wikipedia

  • Walter Heyn — (* ?) war ein Direktor und Innenarchitekt der Deutschen Werkstätten A. G. in Dresden Hellerau (DeWe). Leben Nach dem Studium wurde er 1929 Mitglied des Deutschen Werkbundes und Nachfolger vom Gründer der DeWe, Karl Schmidt. Die 1943 vom… …   Deutsch Wikipedia

  • Walter Benjamin — Monumento Walter Benjamin en Portbou Nombre completo Walter Bendix Schönflies Benjamin Nacimien …   Wikipedia Español

  • Walter Tille — (* 6. Oktober 1906 in Crimmitschau; † 12. April 1986) war ein deutscher Gewerkschafter und Politiker (SPD/KPD/SED). Er war von 1953 bis 1958 Vorsitzender der Industriegewerkschaft Bau Holz im FDGB. Inhaltsverzeichnis 1 Leben 2 Schriften …   Deutsch Wikipedia

  • Walter Kremser — Walter Gerhard Friedrich Kremser (* 16. Oktober 1909 in Tartu, Estland; † 7. November 2000 in Iserlohn) war ein deutscher Forstpraktiker und Forstwissenschaftler. Bekannt wurde er vor allem mit forsthistorischen Arbeiten. Mit seiner umfassenden… …   Deutsch Wikipedia

  • Walter Kaufmann (Schriftsteller) — Walter Kaufmann (eigentlich Jizchak Schmeidler; * 19. Januar 1924 in Berlin) ist ein deutsch australischer Schriftsteller. Inhaltsverzeichnis 1 Leben und Werk 2 Werke in englischer Sprache 3 Werke in deutscher Sprache …   Deutsch Wikipedia

  • Walter Hilsbecher — (* 9. März 1917 in Frankfurt am Main) ist ein deutscher Schriftsteller, war Rundfunksprecher und lebt als freier Autor in Butzbach/Taunus. Er war Gründungsmitglied der Gruppe 47 und Mitglied des P.E.N. Zentrums der Bundesrepublik Deutschland.… …   Deutsch Wikipedia

Share the article and excerpts

Direct link
Do a right-click on the link above
and select “Copy Link”