Welzheim


Welzheim
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Welzheim
Welzheim
Deutschlandkarte, Position der Stadt Welzheim hervorgehoben
48.8747222222229.6344444444445503
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Stuttgart
Landkreis: Rems-Murr-Kreis
Höhe: 503 m ü. NN
Fläche: 37,99 km²
Einwohner:

11.025 (31. Dez. 2010)[1]

Bevölkerungsdichte: 290 Einwohner je km²
Postleitzahl: 73642
Vorwahl: 07182
Kfz-Kennzeichen: WN
Gemeindeschlüssel: 08 1 19 084
Adresse der
Stadtverwaltung:
Kirchplatz 3
73642 Welzheim
Webpräsenz: www.welzheim.de
Bürgermeister: Thomas Bernlöhr
Lage der Stadt Welzheim im Rems-Murr-Kreis
Allmersbach im Tal Allmersbach im Tal Althütte Auenwald Backnang Backnang Burgstetten Fellbach Großerlach Kaisersbach Kaisersbach Kaisersbach Kaisersbach Kirchberg an der Murr Leutenbach (Württemberg) Leutenbach (Württemberg) Leutenbach (Württemberg) Murrhardt Oppenweiler Plüderhausen Plüderhausen Plüderhausen Rudersberg Schorndorf Schwaikheim Spiegelberg Sulzbach an der Murr Waiblingen Waiblingen Waiblingen Weissach im Tal Welzheim Winnenden Winterbach (Remstal) Aspach (bei Backnang) Berglen Berglen Weinstadt Kernen im Remstal Urbach (Rems) Alfdorf Alfdorf Korb (Württemberg) RemshaldenKarte
Über dieses Bild

Die Stadt Welzheim ist ein Luftkurort im Welzheimer Wald, 40 km östlich von Stuttgart.

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Geographische Lage

Welzheim hat Anteil an den Naturräumen Schurwald und Welzheimer Wald sowie Schwäbisch-Fränkische Waldberge.[2]

Stadtgliederung

Auf der Gemarkung Welzheim liegen die Kernstadt Welzheim und 24 weitere separat gelegene Ortsteile (Weiler, Höfe und Häuser); die Weiler Aichstrut, Birckachhof (Birkachhof), Breitenfürst, Eberhardsweiler, Eckartsweiler, Eselshalden, Gausmannsweiler, Langenberg, Lettenstich, Obersteinenberg, Schafhof, Seiboldsweiler, Steinbruck, Taubenhof und Vorderhundsberg, die Höfe Bausche, Neuhof und Obermühle und die (Einzel-)Häuser Aichstruter Sägmühle, Ebnisee, Eierhof, Klingenmühle, Laufenmühle und Leinhalde.

Diese Ortsteile mit Ausnahme der Ortsteile Aichstruter Sägmühle und Obermühle werden in der Hauptsatzung der Stadt Welzheim als Stadtteile geführt. Die offizielle Benennung der Stadtteile erfolgt in der Form „Welzheim-…“. In Welzheim gilt die Unechte Teilortswahl gemäß baden-württembergischer Gemeindeordnung, die 23 Stadtteile sind deshalb in vier Wohnbezirke aufgeteilt. Der Wohnbezirk I besteht aus Welzheim mit Klingenmühle und Laufenmühle, Wohnbezirk II besteht aus Breitenfürst mit Birkachhof und Neuhof, Wohnbezirk III besteht aus Bausche, Eselshalden, Langenberg, Lettenstich, Obersteinenberg, Steinbruck, Taubenhof und Vorderhundsberg und Wohnbezirk IV besteht aus Aichstrut, Eberhardsweiler, Leinhalde, Schafhof, Eckartsweiler, Gausmannsweiler, Seiboldsweiler, Eierhof und Ebnisee.

Im Stadtgebiet liegen die heute abgegangen Ortschaften, nicht mehr bestehenden Ortschaften Cunenweiler, Sägmühle bei Seiboldsweiler, Glasern (nicht mit Sicherheit), Rumischweiler und »Tierbad«.[3][4]

Geschichte

Das östliche Limeskastell
Welzheim um 1900

Die Geschichte von Welzheim reicht zurück bis in die Zeit des römischen Reiches: Um 150 n. Chr. errichteten die Römer hier im Zuge des Baus der Grenzanlage Obergermanisch-Raetischer Limes einen Kastellort mit Zivilsiedlung. Zur 800-Jahr-Feier der Stadt im Jahre 1980 wurde das kleinere Ostkastell rekonstruiert und im Jahr 1993 durch einen archäologischen Park ergänzt; die Reste des Westkastells wurden im 20. Jahrhundert überbaut.
Siehe Artikel Kastelle von Welzheim

Die älteste urkundliche Erwähnung stammt aus dem Jahr 1181 als „Wallenzin“, auch „Wallinzin“. Spätere Namensformen sind dann (1355) „Wallenzingen“, 1446 „Walzen“, 1473 „Walzan,“ hierauf „Welnze“ und „Welzen“.

Nach dem Abzug der Römer liegt die Geschichte der Siedlung im Dunkeln. Im Jahr 1266 erhielt Welzheim das Stadtrecht. Der Ort wird später als Dorf oder Marktflecken bezeichnet. Die Verleihung des Stadtrechts wurde am 13. Mai 1840 bestätigt.

1499 wurde die vermutlich neuerbaute Sankt-Gallus-Kirche geweiht.[5]

Am 13. Juni 1556 brannten große Teile Welzheims sowie das Schloss ab.

Rathaus von 1731

Am 5. September 1726 zerstörte eine zweite große Brandkatastrophe erneut fast die ganze Stadt. Auch die Kirche brannte bis auf die Grundmauern nieder; sie wurde in der Folge wieder aufgebaut. Das Rathaus wurde 1731 neu erbaut.[5]

Der Dichter Justinus Kerner lebte zwischen 1812 und 1816 in Welzheim. Von 1807 zur Bildung des Landkreises Waiblingen 1938 mit Unterbrechung von 1810 bis 1819, als der Sitz des Oberamts nach Lorch verlegt wurde, war Welzheim Sitz des Oberamtes Welzheim sowie bis 1977 auch eines Kirchenbezirks der Evangelischen Landeskirche in Württemberg.

Während der Zeit des Nationalsozialismus gab es in der Stadt das Schutzhaftlager Welzheim, bis heute oftmals euphemistisch als „Polizeigefängnis“ bezeichnet. Der prominenteste Häftling dort dürfte der Kommunist und Gewerkschafter Friedrich Schlotterbeck gewesen sein, der der Widerstandsgruppe Schlotterbeck aus Luginsland angehörte. Etwa 10.000–15.000 Häftlinge haben das Lager durchlaufen. Auf dem Friedhof, wo 35 der KZ-Opfer begraben sind, erinnert ein Gedenkstein an das Geschehen.[6]

In Breitenfürst hat am Abend des 26. Mai 2010 eine Windhose für Verwüstungen gesorgt. Umgestürzte Bäume beschädigten unter anderem ein Gartenhaus, zudem wurde ein Wartehäuschen an einer Bushaltestelle sowie einen Wohnwagen weggerissen.[7]

Kirchen und Religionsgemeinschaften

Sankt-Gallus-Kirche

Neben der evangelischen St.-Gallus- und der katholischen Christkönigskirche gibt es einen CVJM, die Süddeutsche Gemeinschaft, mehrere freikirchliche Gemeinden (Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde – Baptisten, Evangelisch-methodistische Kirche, Neuapostolische Kirche, Evangelischer Brüderverein) sowie eine Moschee.

Politik

Gemeinderat

Seit der letzten Kommunalwahl am 7. Juni 2009 hat der Gemeinderat 21 Mitglieder. Die Wahlbeteiligung lag bei 50,81 %. Die Wahl brachte folgendes Ergebnis:

WBF1 7 Sitze (31,73 %)
CDU 5 Sitze (23,71 %)
FWV2 5 Sitze (23,85 %)
SPD 4 Sitze (16,68 %)

Weiteres Mitglied des Gemeinderates und dessen Vorsitzender ist der Bürgermeister. Seit dem 1. Juni 2010 ist dies Thomas Bernlöhr, der das Amt von Hermann Holzner übernahm.

1Welzheimer Bürger Forum 2Freie Wählervereinigung Welzheim

Wappen

Die Wappenbeschreibung lautet: „In Silber auf grünem Hügel eine grüne Tanne“.

Wirtschaft und Infrastruktur

Verkehr

Welzheim ist seit 1911 Endpunkt der Wieslauftalbahn von Schorndorf, wird allerdings in der Regel nur noch an Sonn- und Feiertagen zwischen Mai und Oktober und in der Adventszeit von Touristikzügen nach einem besonderen Fahrplan angefahren[8]. Die Königlich Württembergischen Staats-Eisenbahnen erbauten das Bahnhofsgebäude als Einheitsbahnhof vom Typ IIIb.[9]

Freizeiteinrichtungen

Aichstruter Stausee
Sternwarte bei Welzheim-Langenberg

Den Mittelpunkt der Stadt bildet der Kirchplatz mit der evangelischen St.-Gallus-Kirche. Welzheim verfügt über viele Gasthäuser, Sporteinrichtungen, einen Stadtpark, einen Trimm-dich-Pfad mit 2,6 km quer durch das an den Stadtpark grenzende Waldgebiet, sowie ein selbst verwaltetes Jugendzentrum, das von der Welzheimer Jugendinitiative e. V. betrieben wird. Die Umgebung ist von Land- und Forstwirtschaft sowie kleineren Stauseen geprägt.

Schulen

In Welzheim gibt es zwei Grundschulen (Bürgfeldschule und Hofgartenschule), eine Förderschule (Janusz-Korczak-Schule), eine Hauptschule (Bürgfeldschule), eine Werkrealschule (Bürgfeldschule), eine Realschule (Kastell-Realschule) und ein Gymnasium (Limes-Gymnasium). Im Rahmen der Einführung von Ganztagesschulen wurde im Jahr 2007 eine Mensa gebaut (Christian-Bauer-Mensa).

Persönlichkeiten

Ehrenbürger

Die Ehrenbürgerwürde der Stadt Welzheim wurde seit 1886 elf Mal verliehen.

Liste der Ehrenbürger mit dem Jahr und Anlass der Verleihung:

  • Carl Wilhelm von Heinz (1816–1887), 1886[10] für seine Verdienste als langjähriger Oberamtmann in Welzheim
  • Wilhelm Krauß (1859–1938), 1921 für sein langjähriges Engagement für den Fremdenverkehr
  • Johannes von Hieber (1862–1951), erhielt bereits 1912 die Ehrenbürgerwürde für seine Verdienste um den Bau der Wieslauftalbahn, diese wurde 1933 aberkannt und 1947 erneut verliehen
  • Gottlob Bauknecht (1892–1976), 1952 für seine Verdienste als Industriepionier des Welzheimer Waldes
  • Reinhold Maier (1889–1971), 1955 für seine enge persönliche und politische Verbundenheit mit Welzheim
  • Friedrich Bauer (1888–1970), 1958 für seine wirtschaftliche Pionierarbeit und seiner Verbundenheit zu Welzheim
  • Otto Aichele (* 1914), 1978, Bürgermeister von 1948 bis 1978, war Vorsitzender mehrere Vereine und des Zweckverbandes Wasserversorgung Menzlesmühle
  • Helmut Glock (1919–2000), 1997 für sein Engagement als Heimatforscher
  • Eberhard Braun (* 1944), 2007, war 33 Jahre Pfarrer im Welzheim
  • Hermann Holzner (* 1947), 2010, 1978–2010 Bürgermeister von Welzheim
  • Helmut Hutt (* 1920), 2010, Unternehmer Firma Christian Bauer

Literatur

  • Carol van Driel-Murray (u. a.): Das Ostkastell von Welzheim, Rems-Murr-Kreis. Theiss, Stuttgart 1999. ISBN 3-8062-1077-2 (Forschungen und Berichte zur Vor- und Frühgeschichte in Baden-Württemberg 42).
  • Rudolph Friedrich von Moser: Beschreibung des Oberamts Welzheim. Cotta, Stuttgart 1845 (Nachdr. 1972) (Beschreibung des Königreichs Württemberg). – (Digitalisat).

Weblinks

 Commons: Welzheim – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Bevölkerungsentwicklung in den Gemeinden Baden-Württembergs 2010 (Hilfe dazu)
  2. Naturräume Baden-Württembergs. Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg, Stuttgart 2009
  3. Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band III: Regierungsbezirk Stuttgart, Regionalverband Mittlerer Neckar. Kohlhammer, Stuttgart 1978, ISBN 3-17-004758-2, S. 567–569.
  4. Hauptsatzung der Stadt Welzheim vom 24. April 2001
  5. a b Zeittafel, Stadt Welzheim, abgerufen am 17. März 2008
  6. Gedenkstätten für die Opfer des Nationalsozialismus. Eine Dokumentation, Band 1. Bundeszentrale für politische Bildung, Bonn 1995, ISBN 3-89331-208-0, S. 103f.
  7. Tornado richtet im Rems-Murr-Kreis schwere Verwüstungen an. In: Schwarzwälder Bote vom 27. Mai 2010
  8. http://www.schwaebische-waldbahn.de/index.php/fahrplan/termine/
  9. Rainer Stein: Der württembergische Einheitsbahnhof auf Nebenbahnen. In: Eisenbahn-Journal Württemberg-Report. Band 1, Nr. V/96, Merker, Fürstenfeldbruck 1996, ISBN 3-922404-96-0, S. 80–83.
  10. Bote vom Welzheimer Wald vom 25. Dezember 1886



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