Wind
Passanten im Wind
Die Luft bewegt sich, der Gradientkraft folgend, vom Höhenhoch über dem Äquator zum Höhentief über dem Pol
Die Corioliskraft lenkt die Luftbewegung auf der Nordhalbkugel zu Westwinden ab (Westwinddrift)
Wind an einem topografischen Hindernis (im Alpenraum als Föhn)
Der Windsack ist eines der ältesten Hilfsmittel zur Schätzung der Windgeschwindigkeit und der Windrichtung
Tornado in Edmonton (Kanada, 1987)

Als Wind (althochdeutsch "wint"; zu indogermanisch "ue" ['wehen', 'blasen'][1]) wird in der Meteorologie eine gerichtete stärkere Luftbewegung in der Atmosphäre bezeichnet. Es ist ein physikalischer Vorgang.

Inhaltsverzeichnis

Entstehung

Hauptursache für Winde sind Unterschiede im Luftdruck zwischen Luftmassen. Dabei fließen Luftteilchen aus dem Gebiet mit einem höheren Luftdruck (Hochdruckgebiet) solange in das Gebiet mit dem niedrigeren Luftdruck (Tiefdruckgebiet), bis der Luftdruck ausgeglichen ist. Es handelt sich bei einem Wind daher um einen Massenstrom, welcher nach dem zweiten Hauptsatz der Thermodynamik eine Gleichverteilung der Teilchen im Raum und damit eine maximale Entropie anstrebt. Die zugehörige Kraft bezeichnet man als Druckgradientkraft. Je größer der Unterschied zwischen den Luftdrücken ist, umso heftiger strömen die Luftmassen in das Gebiet mit dem niedrigeren Luftdruck und umso stärker ist der aus der Luftbewegung resultierende Wind.

Windrichtung

Die Windrichtung, meist in Form einer Hauptwindrichtung angegeben, wird durch die Lage von Tiefdruckgebiet und Hochdruckgebiet bestimmt. Dabei wird sie aber durch die Corioliskraft in Bewegungsrichtung nach rechts (Nordhalbkugel) bzw. nach links (Südhalbkugel) abgelenkt. Unterhalb der freien Atmosphäre wird der Wind zusätzlich durch Reibung beeinflusst und kann auch durch morphologische Strukturen wie Berge, Täler und Canyons stark variieren (Beispiel: Föhn bzw. Fallwind, Aufwind, Talwind, Bergwind). Bei rotierenden Systemen wie Wirbelstürmen spielt zusätzlich die Zentrifugalkraft eine entscheidende Rolle. Man unterscheidet grundsätzlich die meridionale und die zonale Komponente eines Windes.

Windstärke und Windgeschwindigkeit

Hauptartikel: Windgeschwindigkeit

Die Geschwindigkeit des Windes wird im Meter pro Sekunde (m/s), in Kilometer pro Stunde (km/h) oder in der Seefahrt in Knoten (kt = 1,852 km/h) gemessen. Die bisher höchsten gemessenen Windgeschwindigkeiten um 500–650 km/h traten bisher nur in großen Höhen, bei den sogenannten Jetstreams auf.

Die Stärke eines Windes wird in der Einheit Beaufort (Bft) ausgedrückt (siehe Beaufortskala). Winde zwischen 2 und 5 Bft werden als Brise bezeichnet. Winde mit Windstärken zwischen 6 und 8 Bft bezeichnet man als Wind mit den Abstufungen starker, steifer und stürmischer Wind.
Bei Windstärken ab 9 Bft spricht man von einem Sturm. Winde mit der Windstärke 12 bezeichnet man als Orkan. Eine heftige Luftbewegung von kurzer Dauer bezeichnet man als .

Die Kraft, die der Wind auf Gegenstände (wie z.B. auf ein Segel) ausübt, nimmt quadratisch mit der Windgeschwindigkeit zu: doppelte Windgeschwindigkeit bedeutet vierfache Kraft.

Einteilung

Winde werden in verschiedene Gruppen eingeteilt.

  1. Euler-Winde:
    • direkter Druckgradientwind
    • keine Coriolis-, Zentrifugal- oder Reibungskraft
    • äquatornah (geringe Corioliskraft)
  2. geostrophische Winde bzw. quasigeostrophische Winde:
    • Gleichgewicht zwischen Druckgradient- und Corioliskraft
    • Isobarenparallel (ohne Krümmungen)
    • oberhalb der Bodenreibungsschicht (freie Atmosphäre)
    • hängt nur vom horizontalen Druckgradienten ab
    1. ageostrophische Windkomponente (isallobarischer Wind):
      • reale Ausgleichskomponente zum idealisierten geostrophischen Wind
      • basierend auf Fluktuationen, die zum Masseausgleich führen
  3. Gradientwinde:
    • Gleichgewicht zwischen Druckgradient-, Zentrifugal- und Corioliskraft
    • Isobarenparallel (mit Krümmungen)
    • oberhalb der Bodenreibungsschicht (freie Atmosphäre)
    • hängt nur vom horizontalen Druckgradienten ab
  4. zyklostrophische Winde:

Auch eine Unterscheidung nach der Dimension und Beständigkeit der Winde ist üblich. Es werden dabei im Wesentlichen drei Gruppen unterschieden:

  1. synoptische Winde - umfassen alle obigen Winde bis auf geostrophische Windkomponenten; große räumliche und in der Regel auch zeitliche Skalen:
  2. gerade noch vorhersagbare Winde – sehr lokal
  3. stark lokale, also unvorhersehbare, in ihrer Ausdehnung auf wenige tausend Meter beschränkte Winde – Dauer nur Sekunden bis Minuten.

Siehe auch

Weblinks

Wiktionary Wiktionary: Wind – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
 Commons: Wind – Album mit Bildern und/oder Videos und Audiodateien
 Wikiquote: Wind – Zitate

Einzelnachweise

  1. Friedrich Kluge, Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache, 20. Aufl. Berlin und New York 1967, S. 860 ("Wind") und 843 ("wehen")

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  • Wind — (w[i^]nd, in poetry and singing often w[imac]nd; 277), n. [AS. wind; akin to OS., OFries., D., & G. wind, OHG. wint, Dan. & Sw. vind, Icel. vindr, Goth winds, W. gwynt, L. ventus, Skr. v[=a]ta (cf. Gr. ah ths a blast, gale, ah^nai to breathe hard …   The Collaborative International Dictionary of English

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  • WIND — Caractéristiques Organisation NASA Masse 800 kg plus …   Wikipédia en Français

  • Wind — Sm std. (8. Jh.), mhd. wint, ahd. wint, as. wind Stammwort. Aus g. * wenda m. Wind , auch in gt. winds, anord. vindr, ae. wind, afr. wind. Außergermanisch vergleichbar sind zunächst l. ventus, kymr. gwynt, apreuß. wins Luft, Wetter , toch.A want …   Etymologisches Wörterbuch der deutschen sprache

  • Wind — Wind, v. t. [imp. & p. p. {Winded}; p. pr. & vb. n. {Winding}.] [1913 Webster] 1. To expose to the wind; to winnow; to ventilate. [1913 Webster] 2. To perceive or follow by the scent; to scent; to nose; as, the hounds winded the game. [1913… …   The Collaborative International Dictionary of English

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