Berlinische Galerie
Berlinische Galerie in Kreuzberg

Die Berlinische Galerie ist das „Landesmuseum für Moderne Kunst, Fotografie und Architektur“ Berlins. Sie befindet sich in der Alten Jakobstraße im Ortsteil Kreuzberg, unweit des Jüdischen Museums. Direktor des Museums ist seit September 2010 der promovierte Kunsthistoriker Thomas Köhler, bis dahin stellvertretender Direktor, als Nachfolger von Jörn Merkert.[1]

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Zentrale Ausstellungshalle

Die Berlinische Galerie wurde im Jahr 1975 als Verein gegründet, mit der Absicht, in Berlin entstandene Kunst zu präsentieren. In den ersten Jahren residierte sie in einem Charlottenburger Büro, Ausstellungen wurden unter anderem in der Akademie der Künste oder der Neuen Nationalgalerie gezeigt. 1978 zog die Galerie in das Landwehr-Kasino in die Jebensstraße am Bahnhof Zoo, 1986 in den Martin-Gropius-Bau. 1994 wurde die Sammlung zur Stiftung öffentlichen Rechts, aus dem Trägerverein entstand später der Förderverein Berlinische Galerie e. V. Im Jahr 1998 musste die Berlinische Galerie den Martin-Gropius-Bau wegen Umbauarbeiten verlassen. Nach Jahren ohne Domizil wurde am 22. Oktober 2004 der neue Standort in der Alten Jakobstraße eröffnet. Der Umbau der 1965 errichteten Industriehalle nahm ein Jahr in Anspruch; ursprünglich befand sich dort ein Glaslager. Im Nachbargebäude wird noch heute das Glaserhandwerk gelehrt.

Kunst am Bau

Vor dem Museumsgebäude steht unter anderem eine Metallskulptur des Bildhauer-Ehepaars Matschinsky-Denninghoff.[2] Daneben gibt es aus Platzgründen in den Straßen rund um das Museum einen öffentlichen Skulpturenpark mit der Bezeichnung Kunst – Stadt – Raum.

Ausstellung

Auf zwei Ebenen werden die Dauerausstellung sowie Sonderausstellungen gezeigt, es gibt darüber hinaus einen Vortragssaal, ein Archiv, eine Bibliothek, einen Studiensaal sowie eine Kunstschule für Kinder und Erwachsene. Die ältesten Werke des Bestandes datieren auf das Jahr 1870. Im Bereich „Bildende Kunst“ vereint die Sammlung des Museums unter anderem Werke der Berliner Secession (Max Liebermann, Lovis Corinth, Franz Skarbina, Hans Baluschek), der Neuen Sachlichkeit und des Expressionismus (Otto Dix, George Grosz, Hannah Höch) bis hin zu Gemälden von Georg Baselitz, und Werken von Wolf Vostell, Ursula Sax und den Jungen Wilden oder zeitgenössischen Installationen. Dazu kommen die große „Grafische Sammlung“ (rund 15.000 Arbeiten), Fotografien und Architekturmodelle.

GASAG-Kunstpreis

Seit 2010 wird der GASAG-Kunstpreis erstmals in Kooperation mit der Berlinischen Galerie verliehen. Alle zwei Jahre zeichnet der Preis eine künstlerische Position an der Schnittstelle von Kunst, Wissenschaft und Technik aus. 2010 erhielt den Preis die in Rotterdam] und Berlin lebende und arbeitende Künstlerin Susanne Kriemann.

Sonderausstellungen

  • 2010/2011: Nan Goldin. Berlin Work. Fotografien 1984–2009
  • 2010/2011: Susanne Kriemann. GASAG-Kunstpreis 2010
  • 2010/2011: Arno Fischer. Fotografien 1953–2006. Hannah-Höch-Preis 2010
  • 2011/2012: Eva Besnyö, Fotografin 1910–2003. Budapest – Berlin – Amsterdam.

Weblinks

 Commons: Berlinische Galerie – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Thomas Köhler gibt für die Berlinische Galerie alles. Der Tagesspiegel vom 1. April 2010
  2. Website Berlinische Galerie
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