Berlin-Charlottenburg

Charlottenburg
Ortsteil von Berlin

Berlin Halensee Westend Grunewald Schmargendorf Wilmersdorf Charlottenburg Charlottenburg-NordCharlottenburg auf der Karte von Charlottenburg-Wilmersdorf
Über dieses Bild
Koordinaten 52° 31′ 0″ N, 13° 18′ 0″ O52.51666666666713.3Koordinaten: 52° 31′ 0″ N, 13° 18′ 0″ O
Fläche 10,6 km²
Einwohner 119.167 (30. Juni 2011)
Bevölkerungsdichte 11.242 Einwohner/km²
Postleitzahlen 10585, 10587, 10589, 10623, 10625, 10627, 10629, 14055, 14057, 14059
Ortsteilnummer 0401
Gliederung
Verwaltungsbezirk Charlottenburg-Wilmersdorf
Ortslagen

Charlottenburg ist ein Ortsteil im Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf von Berlin.

1705 als Stadt gegründet, wurde Charlottenburg 1893 zur Großstadt. Bei der Eingemeindung 1920 nach Groß-Berlin wurde daraus der eigenständige Bezirk Charlottenburg. Nach der Fusion mit dem damaligen Bezirk Wilmersdorf zum Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf bei der Verwaltungsreform 2001 wurde Charlottenburg zum Ortsteil.

2004 erfolgte eine Neuordnung der Ortsteile des Bezirks Charlottenburg-Wilmersdorf, wodurch das Gebiet des ehemaligen Bezirks Charlottenburg in die heutigen Ortsteile Westend, Charlottenburg-Nord und Charlottenburg aufgeteilt wurde.

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Charlottenburg wird (im Uhrzeigersinn gesehen) begrenzt

Der heutige Ortsteil Charlottenburg liegt im Warschau-Berliner Urstromtal, während Teile des westlich angrenzenden Ortsteils Westend, der bis September 2004 zu Charlottenburg gehörte, auf der Hochfläche des Teltow gelegen sind.

Ortsteile

Die amtliche Gliederung des Bezirks Charlottenburg-Wilmersdorf teilt den ehemaligen Bezirk Charlottenburg in drei Ortsteile auf: Charlottenburg, Charlottenburg-Nord und Westend. Unterhalb dieser amtlichen Gliederung gibt es noch regionale Gliederungen bekannter Ortslagen und Stadtkieze:[1]

Geschichte

Frühe Siedlungen

Im ausgehenden Mittelalter sind auf Charlottenburger Grund drei Siedlungen nachgewiesen: die Höfe Lietzow, Casow und eine Ansiedlung namens Glienicke. Obwohl alle drei Namen slawischen Ursprungs sind, ist für diese Zeit von einer gemischten slawisch-deutschen Besiedelung auszugehen.

Lietzow (auch Lietze, Lutze, Lutzen, Lützow, Lusze, Lütze und Lucene genannt) wurde zuerst 1239 urkundlich erwähnt. Es befindet sich im Bereich der heute Alt-Lietzow genannten Straße hinter dem Rathaus Charlottenburg, Casow lag gegenüber auf der anderen Spreeseite. 1315 wurden Lietzow und Casow dem Nonnenkloster St. Marien in Spandau zugesprochen. Dabei wurde möglicherweise der große Hof Lietzow zu einem Dorf erweitert. Im Zuge der Reformation wurde das Nonnenkloster geschlossen. Während der Bereich von Lietzow bis zum heutigen Tag durchgehend besiedelt war, wurde Casow, ebenso wie die dritte Ansiedlung Glienicke, irgendwann aufgegeben. Aufgrund alter Flurnamen vermutet man Glienicke im heute von Kantstraße, Fasanenstraße, Kurfürstendamm und Uhlandstraße eingeschlossenen Gebiet, an einem heute verlandeten See, dem Gliniker See, gelegen.

Die Entwicklung Lietzows ist gut dokumentiert. Über 400 Jahre hinweg hatte die Familie Berendt das Dorfschulzenamt inne und musste als Ausgleich für diese Tätigkeit geringere Abgaben leisten. Kirchlich wurde Lietzow vom Wilmersdorfer Pfarrer mitversorgt, der über den damaligen Priesterweg, heute die Achse Leibnizstraße – Konstanzer Straße – Brandenburgische Straße, zwischen Wilmersdorf und Lietzow pendelte.

Residenzstadt

Schloss Charlottenburg
Eingeschossiges Bürgerhaus nach den Modellplanungen für Charlottenburg

1695 erhielt Sophie Charlotte den Ort Lietzow und das Vorwerk Ruhleben von ihrem Mann Kurfürst Friedrich III. von Brandenburg übereignet, im Austausch gegen ihre abgelegeneren Güter in Caputh und Langerwisch. Dort ließ sie das Sommerschloss Lützenburg errichten, das 1699 fertiggestellt wurde. Nach der Krönung zum König Friedrich I. in Preußen im Jahr 1701 ließ Sophie Charlotte das kleine Schloss zu einer repräsentativen Anlage erweitern. Kurz nach dem Tod Sophie Charlottes erhielt die Siedlung gegenüber dem Schloss Lützenburg am 5. April 1705 von Friedrich I. den Namen Charlottenburg und gleichzeitig das Stadtrecht. Das Schloss Lützenburg wurde ebenfalls in Schloss Charlottenburg umbenannt. Bis 1720 war der König zugleich Bürgermeister der Stadt. In dem Jahr wurde auch das Dorf Lietzow nach Charlottenburg eingemeindet.

Friedrichs Nachfolger Friedrich Wilhelm I., bekannt als Soldatenkönig, hielt sich nur selten im Charlottenburger Schloss auf, was sich negativ auf die Entwicklung der noch sehr kleinen Residenzstadt auswirkte. Er versuchte sogar – erfolglos – Charlottenburg das Stadtrecht wieder zu entziehen. Erst mit dem Regierungsantritt seines Nachfolgers Friedrichs des Großen 1740, der im Schloss zumindest regelmäßig Hoffeste abhielt, rückte auch die Stadt Charlottenburg mehr ins Rampenlicht. Im Laufe seiner Regierungszeit bevorzugte er jedoch das teilweise von ihm selbst geplante Schloss Sanssouci nahe Potsdam als Sommersitz. Als jedoch nach seinem Tod im Jahre 1786 sein Neffe Friedrich Wilhelm II. die Regierungsgeschäfte übernahm, wurde das Schloss Charlottenburg zu dessen bevorzugtem Wohnsitz. Bereits 1769 hatte Friedrich Wilhelm seiner Geliebten und vielleicht einzigen Vertrauten Wilhelmine Enke, der späteren Gräfin von Lichtenau, einen Palast mit dazugehörigem Park im Dreieck zwischen Berliner Straße (heute: Otto-Suhr-Allee), Spreestraße (heute: Wintersteinstraße) und der Spree geschenkt. Das Areal schloss sich direkt an den Schlosspark an. Auch sein Sohn und Nachfolger Friedrich Wilhelm III. erkor das Schloss Charlottenburg zu seinem Lieblingswohnsitz.

Nach der Niederlage Preußens in der Schlacht bei Jena und Auerstedt 1806 wurde Charlottenburg für zwei Jahre von den Franzosen besetzt. Napoleon residierte selbst im Schloss Charlottenburg, während seine Truppen ein großes Heerlager jenseits der heutigen Ringbahn im Bereich der Königin-Elisabeth-Straße errichteten.

Sommerfrische

Nicht nur die persönlichen Vorlieben der Regenten förderten die Entwicklung Charlottenburgs im ausgehenden 18. Jahrhundert. Die auf wenig fruchtbarem Grund errichtete kleine Stadt wurde auch als Naherholungsgebiet der aufstrebenden Stadt Berlin entdeckt. Nachdem in den 1770er Jahren der erste richtige Gasthof in der Berliner Straße (heute: Otto-Suhr-Allee) eröffnet wurde, folgten viele weitere Gaststätten und Biergärten, die vor allem am Wochenende gut frequentiert waren.

Bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts blieb Charlottenburg Ausflugsgebiet und Sommerfrische für die Berliner. Wer nicht mit dem Schiff über die Spree gefahren kam, konnte sich vom Brandenburger Tor nach Charlottenburg und zurück fahren lassen: zunächst mit sogenannten „Torwagen“, wenig komfortablen und unregelmäßig verkehrenden offenen Gefährten, ab 1865 auch mit der Pferdestraßenbahn. Westlich von Charlottenburg wurde 1866 die Villenkolonie Westend gegründet. Das Gelände des Palastes der Gräfin Lichtenau erwarb 1869 der Lichterfelder Immobilienspekulant J.A.W. Carstenn, um dort eine großformatige Vergnügungsstätte mit Palmenhaus, die „Flora“, zu errichten. Die „Flora“ existierte nur kurze Zeit. Zur Belustigung des Publikums ist eine sogenannte „Völkerschau“ einer „Aschanti-Karawane“ für das Jahr 1887 dokumentiert.[2] Nach der Insolvenz wurde die Vergnügungsstätte 1904 gesprengt und das Gelände mit Wohnungen bebaut.

Bürgerliche Großstadt

Bewohner vor dem Familienhaus Charlottenburg, Jens Birkholm, 1910.
Das städtische Familienhaus beherbergte als soziale Einrichtung Obdachlose und Kranke

Die zunehmende Attraktivität zog mehr und mehr wohlhabende Berliner Bürger an, die sich vorzugsweise an der repräsentativen Verbindungsstraße zwischen dem Schloss und Berlin ansiedelten. So ließ sich etwa Werner von Siemens 1862 an der Berliner Straße (heute: Otto-Suhr-Allee) nahe dem Knie eine Villa errichten. Auch ließen sich wichtige Industriebetriebe wie Siemens und Schering in den 1870er Jahren im Nordosten Charlottenburgs nieder. Damit begann ein rasantes Wachstum der Stadt.

Dank einer weit vorausschauenden Verwaltung und großen Steuereinnahmen formte sich in der ehemals königlichen Residenzstadt ein modernes Stadtbild mit breiten Straßen, gepflegten Bürgersteigen und Parkanlagen, schönen und prachtvollen Wohnhäusern, Theatern, modernen Verkehrsanlagen, Sportstätten, dem weltbekannten Kaufhaus KaDeWe (auf Grund späterer Änderung des Grenzverlaufes heute im Ortsteil Schöneberg) und imposanten öffentlichen Gebäuden.

Die Stadt Charlottenburg wurde zum 1. Januar 1877 aus dem Kreis Teltow ausgegliedert und zum eigenständigen Stadtkreis erhoben. Die heutige Technische Universität wurde 1878 bis 1884 als Technische Hochschule erbaut. 1893 hatte Charlottenburg erstmals mehr als 100.000 Einwohner und wurde somit zur Großstadt und gleichzeitig neben Berlin zur größten Stadt in der Provinz Brandenburg. Damit war das alte Rathaus mit seinem kleinstädtischen Zuschnitt viel zu klein geworden. Der zur 200-Jahr-Feier 1905 fertiggestellte repräsentative Rathaus-Neubau mit dem stattlichen, 88 Meter hohen Turm, der die Kuppel des Schlosses deutlich überragt, zeugt von dem gewachsenen bürgerlichen Selbstbewusstsein. Im Jahr 1900 errichtete die Stadt auch aus Gründen der Abgrenzung vom konkurrierenden Berlin das Elektrizitätswerk Charlottenburg, das der Stromversorgung von Haushalten und Industrie, den auf elektrischen Betrieb umgestellten Straßenbahnen und ab 1905 der Straßenbeleuchtung diente.[3][4]

Bei der Volkszählung 1910 wohnten in Charlottenburg bereits 306.000 Einwohner. In den Jahren 1911 und 1912 wurde das Deutsche Opernhaus in der Bismarckstraße errichtet. Durch das 1920 verabschiedete Groß-Berlin-Gesetz wurde Charlottenburg am 1. Oktober 1920 in das neugeschaffene Groß-Berlin eingegliedert und mit dem Gutsbezirk Plötzensee sowie großen Teilen der Gutsbezirke Heerstraße und Jungfernheide zum siebten Bezirk von Berlin zusammengefasst und Teil des sogenannten „Neuen Westens“.[5]

Stadtteil Berlins

Um der nach dem Ersten Weltkrieg entstehenden Massenarbeitslosigkeit zu begegnen, wurden Vorkriegsplanungen des Charlottenburger Stadtgartendirektors Erwin Barth wieder aufgegriffen und der Lietzenseepark neu gestaltet und die Jungfernheide als großer Volkspark angelegt.

Die sich rasch entwickelnde Automobilindustrie hatte Interesse an einer nur für Autos zugelassenen Teststrecke. Zu diesem Zweck wurde die AVUS (Automobil-Verkehrs- und Übungsstraße) zwischen Charlottenburg und Nikolassee angelegt. Der Bau wurde 1913 begonnen, kriegsbedingt jedoch erst 1921 fertiggestellt.

Bereits 1905 bis 1907 wurden am Zoo Ausstellungshallen errichtet, die jedoch ihren Zweck nie so recht erfüllen konnten. Insbesondere die Autoindustrie benötigte geräumigere Hallen. Für sie wurde 1914 die Automobil-Ausstellungshalle am Nordende der AVUS errichtet. Zur Verkehrsanbindung wurde der Bahnhof Witzleben an der Ringbahnstrecke eingefügt und 1916 eröffnet. Kriegsbedingt fanden die ersten Ausstellungen in der Automobil-Ausstellungshalle erst 1919 statt. Damit war der Anfang für das heutige Messegelände gemacht. Bald reichte die eine große Ausstellungshalle nicht mehr aus. So wurde 1924 eine zweite Automobil-Ausstellungshalle auf dem Gelände des heutigen Omnibusbahnhofs errichtet. Für die sich rasch entwickelnde Funkindustrie wurde eine dritte Ausstellungshalle südlich der neuen Automobil-Ausstellungshalle ganz aus Holz erbaut, um den Funkempfang nicht zu stören. Gleichzeitig wurde mit dem Bau des Berliner Funkturms begonnen, der 1927 fertiggestellt wurde. Die hölzerne Funkhalle brannte 1935 ab, wobei auch der Funkturm schwer beschädigt wurde.

Zeit des Nationalsozialismus

In der Zeit des Nationalsozialismus stand zunächst die Ausrichtung der bereits 1929 an Berlin vergebenen Olympischen Sommerspiele 1936 im Vordergrund. Der zunächst vorgesehene Ausbau des heute auf Charlottenburger Grund gelegenen Deutschen Stadions wurde von Adolf Hitler zugunsten eines Neubaus am gleichen Ort gestoppt, von dem größere repräsentative und propagandistische Effekte zu erwarten waren. Der Auftrag wurde erneut an Werner March vergeben, Sohn von Otto March, dem Architekten des Deutschen Stadions. Das äußere Erscheinungsbild des neu erbauten Olympiastadions wurde allerdings von Hitler persönlich und seinem Baumeister Albert Speer stark beeinflusst. Zahlreiche weitere Anlagen wurden in diesem Zusammenhang erbaut: Als erstes die 1935 fertiggestellte Deutschlandhalle, in der die Olympischen Boxwettkämpfe stattfanden; dann die auf dem damals Reichssportfeld genannten Olympiagelände gelegene Waldbühne (damals nach Hitlers väterlichem Vorbild Dietrich Eckart benannt), sowie der Glockenturm mit Langemarckhalle und dem angrenzenden Maifeld als Aufmarschplatz.

Nach den Olympischen Spielen begannen etwa 1937 Hitlers Pläne zum Ausbau Berlins zur „Welthauptstadt Germania“ Gestalt anzunehmen. Berlin sollte dabei von zwei imposanten Achsen in Nord-Süd- und Ost-West-Richtung durchzogen werden. Die westliche Achse durchschnitt Charlottenburger Gebiet vom Tiergarten kommend über die heutige Straße des 17. Juni, Ernst-Reuter-Platz (ehemals Knie), Bismarckstraße, Kaiserdamm, Theodor-Heuss-Platz, Heerstraße bis zur Stößenseebrücke. Der Bereich zwischen Brandenburger Tor und dem Theodor-Heuss-Platz wurde bis 1939 weitgehend fertig. Dabei musste die Durchfahrt durch das, erst Anfang des 20. Jahrhunderts errichtete, Charlottenburger Tor erweitert werden. Da der westliche Teil entlang der Heerstraße noch weitgehend unbebautes Waldgelände war, bot sich das Gelände ringsum für weitere repräsentative Anlagen an. Ein Klinikum war zwischen Westend und Olympiagelände geplant, südlich der Heerstraße die wehrtechnische Fakultät, über deren Rohbau heute der aus Trümmerschutt des Zweiten Weltkrieges aufgeschüttete Teufelsberg liegt, sowie eine Hochschulstadt zwischen Olympiagelände und Havel beiderseits der Heerstraße. Der Bahnhof Heerstraße sollte als repräsentativer Empfangsbahnhof für Staatsgäste neu errichtet werden. Der Theodor-Heuss-Platz (seinerzeit: Adolf-Hitler-Platz) sollte in diesem Zusammenhang zu einem repräsentativen Prunkplatz umgebaut werden, mit einem Mussolinidenkmal im Zentrum. Außer dem zu Kriegsbeginn fertigen Rohbau der Wehrtechnischen Fakultät kamen die Projekte nur in Ansätzen über die Planungsphase hinaus.

City-West

Gedächtniskirche

Nach dem Zweiten Weltkrieg war besonders der östliche Teil Charlottenburgs stark durch Bombenangriffe zerstört. Die Ruine der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche wurde, entgegen anfänglicher Planungen, nicht wieder aufgebaut, sondern bis heute als Ruine belassen. Durch die Siegermächte des Zweiten Weltkrieges wurde Berlin in vier Sektoren geteilt und Charlottenburg dem Britischen Sektor zugeschlagen. Durch die sich bald abzeichnenden Ost-West-Konfrontationen entwickelte sich bald die Gegend um den Bahnhof Zoologischer Garten, Breitscheidplatz und Kurfürstendamm zur City-West, dem neuen Zentrum West-Berlins, da das historische Zentrum sich im Sowjetischen Sektor befand. Damit knüpfte man an alte Traditionen aus der Weimarer Republik an.

Ab Mitte der 1950er Jahre nutzte man die reichlich vorhandenen Baulücken für den Bau von Hochhäusern, zunächst um das neu gestaltete und in Ernst-Reuter-Platz umbenannte Knie herum.

Am 2. Juni 1967 wurde bei einer Demonstration gegen den Besuch von Schah Reza Pahlavi der Student Benno Ohnesorg nahe der Deutschen Oper ohne erkennbaren Grund von dem Polizisten Karl-Heinz Kurras erschossen, was ein Auslöser für die heiße Phase der „68er-Bewegung“ war. Am Stuttgarter Platz siedelte sich die Kommune I an und erprobte dort neue Lebensformen. Die Boulevardpresse verfolgte das mit Abscheu und machte es monatelang zum Tagesgespräch.

In den 1970er Jahren ebbte die Neubautätigkeit ab und man setzte mehr auf die Sanierung und Erhaltung bestehender Wohnquartiere, wobei die für Berlin typische Hinterhofbebauung zugunsten einer höheren Wohnqualität ausgelichtet wurde. Das beste Beispiel ist das im Zweiten Weltkrieg weitgehend unzerstörte Viertel um den Klausenerplatz in der Nähe des Spandauer Damms. Am Nassen Dreieck zwischen Hebbel-, Fritsche- und Zillestraße entstand durch die Grundwasserabsenkung im Zusammenhang mit dem Bau der U-Bahn-Linie U7 eine Einsturzgefahr der Wohnbebauung, die daraufhin 1972 sehr kurzfristig abgerissen werden musste.[6] Im Bauboom der Jahrhundertwende hatte man die Möglichkeiten zur Gründung im Bereich eines verlandeten Sees überschätzt.

Sehenswürdigkeiten und Kultur

Museen

Kirchen

Öffentliche Bauten

Kulturelle Stätten

Sonstiges

Der Bahnhof Zoologischer Garten war zu Zeiten der Berliner Mauer für West-Berlin lange Jahrzehnte – ebenso wie die Flughäfen Tegel und Tempelhof – ein Symbol für die Verbindung mit der Bundesrepublik. Obwohl im Westteil der Stadt gelegen, wurde er – wie auch die S-Bahn West-Berlins – bis zum Mauerfall 1989 von der Reichsbahn der DDR betrieben.

Inzwischen wird der Bahnhof von Fernverkehrszügen der Deutschen Bahn zugunsten des im Jahr 2006 eröffneten Hauptbahnhofs nicht mehr bedient. Man befürchtete dadurch für die City-West die Abkopplung vom Reiseverkehr.

Straßen und Plätze

Hauptartikel: Liste der Straßen und Plätze in Berlin-Charlottenburg

Söhne und Töchter Charlottenburgs

Literatur

  • Wilhelm Gundlach: Geschichte der Stadt Charlottenburg. Springer, Berlin 1905.
  • Helmut Engel, Stefi Jersch-Wenzel, Wilhelm Treue, Historische Kommission zu Berlin (Hrsg.): Geschichtslandschaft Charlottenburg. Charlottenburg, Teil 1 – Die historische Stadt. Nicolai, Berlin 1986, ISBN 3875841670.
  • Elke Kimmel, Ronald Oesterreich: Charlottenburg im Wandel der Geschichte. Vom Dorf zum eleganten Westen. Berlin Edition, Berlin 2005, ISBN 3814801377.
  • Clemens Maria Peuser, Michael Peuser: Charlottenburg in königlicher und kaiserlicher Zeit – Die reichste Stadt Preußens. Verlag Michael Peuser, São Paulo 2004, ISBN 3000146954.
  • Katrin Achilles-Syndram, Sonnenstuhl (Hrsg.): Charlottenburg aufgeklappt. Schütze, Berlin 2005, ISBN 9783928589208 (Ein Kartenwerk).
  • Bezirksamt Charlottenburg von Berlin: Vom Idyll zur Großstadt – Stadtkreis Charlottenburg 1877–1920. Berlin 1987.
  • Sonja Miltenberger: Charlottenburg in historischen Karten und Plänen. Berlin 1998, ISBN 3-932202-32-5.

Weblinks

 Commons: Berlin-Charlottenburg – Album mit Bildern und/oder Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Aufteilung des ehemaligen Bezirks laut Beschluss der Bezirksverordnetenversammlung (BVV) vom 30. September 2004
  2. Archivmaterial im Ethnologischen Museum Berlin, SMB: Vorgang E 609/1887 (I/MV 0706/I B 6 Afrika)
  3. Gundlach, Wilhelm: Geschichte der Stadt Charlottenburg. Erster Band. Springer, Berlin 1905, S. 560ff.
  4. Historische Kommission zu Berlin, Helmut Engel et al. (Hrsg.): Geschichtslandschaft Charlottenburg. Charlottenburg, Teil 1 – Die historische Stadt. Nicolai, Berlin 1986, ISBN 3-87584-167-0, S. 270ff.
  5. Groß-Berlin-Gesetz, Anlage II
  6. Bezirkslexikon Charlottenburg-Wilmersdorf: Nasses Dreieck

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