Bernd Heine

Bernd Heine (* 25. Mai 1939 in Mohrungen) ist ein deutscher Sprachwissenschaftler und Afrikanist.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Heine hielt von 1978 bis 2004 den Lehrstuhl für Afrikanistik an der Universität zu Köln inne. Seine Schwerpunkte in Forschung und Lehre sind die Afrikanische Sprachwissenschaft, Sprachsoziologie, Theorie der Grammatikalisierung und Sprachkontakt. Die Grammatikalisierungstheorie, die sich mit den Gesetzmäßigkeiten grammatikalischer Veränderungen befasst, und zu der er bislang 7 Bücher und zahlreiche Artikel beigesteuert hat, gilt dabei als sein hauptsächlicher Beitrag.

Jugend und Ausbildung

1944 flohen seine Eltern wegen des russischen Einmarsches von Ostpreußen nach Österreich und siedelten später nach Bayern um, bevor sie sich 1948 in Leverkusen niederließen. Von 1949 bis 1959 besuchte Heine das Landrat-Lucas-Gymnasium in Opladen. Anschließend studierte er an den Universitäten Köln und Hamburg. 1967 wurde er in Köln zum Dr. phil. promoviert, 1972 erfolgte die Habilitation im Fach Afrikanistik.

Berufliche Entwicklung

Von 1968 bis 1969 war er Assistent am Institut für Afrikanistik der Universität zu Köln, von 1969 bis 1972 Lecturer und von 1975 bis 1978 Gastprofessor an der Universität von Nairobi. 1978 übernahm er den Lehrstuhl für Afrikanistik an der Universität zu Köln.

Im Zuge seiner wissenschaftlichen Arbeit hat er insgesamt 25 Reisen zum Zwecke der Feldforschung in Ghana, Togo, Kenia, Tansania, Uganda und Namibia sowie Vortragsreisen nach Äthiopien, Australien, Brasilien, England, Estland, Finnland, Frankreich, Italien, Japan, Kenia, Mexiko, Namibia, Niederlande, Österreich, Polen, Schweden, Spanien, Südafrika, Südkorea, Tansania und USA durchgeführt.

Gastprofessuren führten ihn 1994/1995 an die La Trobe University, Melbourne, 1999/2000 an das Center for Advanced Study in the Behavioral Sciences in Stanford, USA, 2002 an das Dartmouth College, USA, in 2005 an die Universität Graz, Österreich und 2005/2006 an das Netherlands Institute for Advanced Study in Wassenaar, Niederlande, in 2006 an die Universität Hamburg, in 2007 an die École pratique des hautes études (Centre de Recherches Linguistiques sur l'Asie Orientale "CRLAO"), Paris, in 2007 an die Universidade Federal do Rio de Janeiro, von 2008 bis 2009 an die Fremdsprachen-Universität Tokyo, Japan, und in 2009 an die Universität Chonnam, Korea.

Heine war bislang als Sprecher von 33 internationalen Konferenzen eingeladen. Insgesamt umfasst sein bisheriges Lebenswerk 33 Bücher und etwa 120 Zeitschriftenaufsätze in den Bereichen Sprachwissenschaft, Sozio-Linguistik, sprachwissenschaftliche Geschichte und Grammatikalisierungstheorie. Er ist Mitherausgeber bzw. Mitglied des wissenschaftlichen Beirats von 17 Zeitschriften oder Buchreihen.

Auszeichnungen

Zu seinen Auszeichnungen gehören die Mitgliedschaft im Executive Council, International Africa Institute, London. 1986 wurde er Hans Wolff Memorial Lecturer der Indiana University, USA, 1990 Raymond Dart Memorial Lecturer an der Universität Johannesburg, Südafrika. 1990 erhielt er den Kenya Kiswahili Association Award in Nairobi, 1994 war er Fellow des Australian Research Council, 1995 wurde vom National Kiswahili Council der Republik Tansania ausgezeichnet. 1995 wurde er August Klingenheben Memorial Lecturer an der Universität Leipzig und 1996 Fellow der British Academy. Von 1997 bis 2000 war er Präsident des Committee for World Congresses of African Linguistics, und 1999 wurde er zum Ordentliches Mitglied der Nordrhein-Westfälischen Akademie der Wissenschaften berufen. 2009 wurde er von der Evolutionary Linguistics Association, Brüssel, Belgien mit dem Lifetime Achievement Award ausgezeichnet.

Publikationen

  • Grammaticalization: A conceptual framework. Chicago: University of Chicago Press, 1991 (Co-authored by Ulrike Claudi and Friederike Hünnemeyer).
  • Approaches to grammaticalization. Two volumes. Amsterdam, Philadelphia: John Benjamins, 1991 (Co-edited with Elizabeth C. Traugott).
  • Auxiliaries: Cognitive forces and grammaticalization. New York, Oxford: Oxford University Press, 1993.
  • The Mukogodo Maasai: An ethno-botanical survey. Cologne: Köppe, 1994 (Co-authored by Matthias Brenzinger and Ingo Heine).
  • Swahili Plants. Cologne: Köppe Verlag, 1995. (Co-authored by Karsten Legère).
  • Cognitive foundations of grammar. New York, Oxford: Oxford University Press, 1997.
  • Possession: Cognitive sources, forces, and grammaticalization. Cambridge: Cambridge University Press, 1997.
  • Ik dictionary. (Nilo-Saharan, 15.) Köln: Rüdiger Köppe, 1999.
  • African languages: An introduction. Cambridge: Cambridge University Press, 2000 (Co-edited by Derek Nurse).
  • World lexicon of grammaticalization. Cambridge University Press, 2002 (Co-authored by Tania Kuteva).
  • Language contact and grammatical change. Cambridge University Press, 2005 (Co-authored by Tania Kuteva).
  • The changing languages of Europe. Oxford University Press, 2006 (co-authored by Tania Kuteva).
  • The genesis of grammar: a reconstruction. Oxford: Oxford University Press, 2007 (Co-authored by Tania Kuteva).
  • A linguistic geography of Africa. Cambridge: Cambridge University Press, 2008 (Co-edited by Derek Nurse).
  • The Oxford handbook of linguistic analysis. Oxford: Oxford University Press, 2010 (Co-edited by Heiko Narrog).

Weblinks


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