Bismarckturm (Konstanz)
Bismarckturm
Bismarckturm in Konstanz

Bismarckturm in Konstanz

Daten
Ort Raiteberg Konstanz
Baumeister Georg Wickop
Baujahr 1912
Höhe 22,8 m
Grundfläche 49 m²
Besonderheiten Ausführung in Betonbauweise, Außenflächen sowie Wand- und Gewölbeflächen untere Halle aus Vorsatzbeton mit Muschelkalk

Der Bismarckturm in Konstanz ist mit einer Höhe von 22,8 m der höchste Bismarckturm im Bundesland Baden-Württemberg. Er befindet sich auf dem Raiteberg, der 452 m ü. NN liegt.

Wie andere Bismarcktürme wurde er zu Ehren des „Reichsgründers“ Otto von Bismarck errichtet und sollte in Konstanz am Südrand des Deutschen Reiches ein weithin sichtbares Grenzmonument bilden. Bis 1944/45 entzündete man dort jährlich zu Bismarcks Geburtstag am 1. April Feuer in den Feuerschalen auf dem Dach und den Podestsockeln. Heute betreibt dort der Ortsverband Bodensee des „Deutschen Amateur-Radio-Club e. V.“ einen Netzknoten und eine Mailbox im Packet Radio-Funknetz.

Inhaltsverzeichnis

Baugeschichte

In Konstanz hatte man bereits um das Jahr 1890 herum den Plan gefasst, ein Denkmal zu Ehren von Bismarck zu errichten, doch der Plan eines solchen Baues auf dem Raiteberg scheiterte aus finanziellen Gründen. Erst mit der Spende einer größeren Summe für den Bau durch Gustav Prym (Inhaber des Stolberger Druckknopf-Unternehmens William Prym GmbH & Co. KG) konnte der Grundstock zu einer „Bismarck-Denkmal-Stiftung“ gelegt werden. An dieser beteiligten sich auch viele Bürger der Stadt Konstanz.

Die Baupläne lieferte Georg Wickop (1861–1914) und der Bau ging in den Jahren 1911/12 zügig voran, so dass das Denkmal bereits am 18. Oktober 1912 eingeweiht werden konnte. Erbaut wurde der Bismarckturm aus Beton.

Das Eingangsportal wird von vier zylindrischen Säulen flankiert, die eine die Inschrift „Bismarck“ einrahmende dreieckige Giebelplatte stützen. Vor dem Eingangsportal liegt eine Terrasse, die über die etwa 10 m breite Treppe betreten werden kann, die von dem großzügig angelegten Vorplatz ausgeht. Auf den beiden Podestsockeln befanden sich ursprünglich ebenfalls Flammenschalen.

Eine Bronzebüste Bismarcks, die von dem Münchener Bildhauer Karl Killer angefertigt wurde, steht in der Eingangshalle. Der Hintergrund der Apsis der Bismarckbüste ist mit einem Goldmosaik versehen, in dem ein Spruch des griechischen Dichters Aischylos zu lesen ist: „Was soll ich fürchten, dem zu sterben nicht bestimmt ist“. Auf der der Büste gegenüberliegenden Wand ist ein Bismarck-Wappen befestigt.

Der Turm wird von einem 5,90 m hohen durchbrochenen Aufsatz gekrönt, der von 16 einfachen Pfeilern getragen wird; hier befinden sind auch die 6 Feuerschalen.

Von der Eingangshalle aus führt eine Treppe mit 106 Stufen zu der obersten Aussichtsplattform im fünften Stock des Turmes. Vom vierten Stock aus kann der Besucher über eine Wendeltreppe diese Aussichtsplattform und den Umgang erreichen.

Nutzung

Schon vor der Einweihung war Ferdinand Graf von Zeppelin am 25. September 1912 dort zu Besuch. Er hatte zu den insgesamt 36.000 Mark die die Erbauung des Turmes kostete, die Summe von 1.000 Mark beigesteuert.

Von 1913 bis 1944/45 wurden jährlich zu Bismarcks Geburtstag am 1. April und am Tag der Sommersonnenwende am 21. Juni Feuer in den Flammenschalen entzündet. Die Flammenschalen wurden mit Öl befeuert. Die Ölversorgung der Feuer wurde durch eine Drucköl-Tankanlage im Untergeschoss des Gebäudes gewährleistet; das Öl wurde mit Hilfe von Kohlenstoffdioxid-Gas hochgedrückt, das notwendige Kühlwasser mit einer Handpumpe.

In den Jahren 1980 bis 1997 hatte die „Funkgemeinschaft Konstanz“ den Turm angemietet. Seit dem 1. März 1997 ist der Ortsverband Bodensee des „Deutschen Amateur-Radio-Club e. V.“ dort Mieter. Auf der Turmspitze ist eine Webcam angebracht, die Blick auf den Bodensee bietet.

Weblinks

 Commons: Bismarktürme – Album mit Bildern und/oder Videos und Audiodateien

Literatur

  • G. Wickop: Der Bismarckturm auf dem Raitheberg bei Konstanz, in: Zentralblatt der Bauverwaltung, Nr. 9 vom 31. Januar 1914, Berlin, (Digitalisat)
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