Blokkmonsta

Blokkmonsta (* 1983 in Berlin; bürgerlich Björn D.) ist Rapper, Produzent sowie Inhaber des Berliner Independent-Labels Hirntot Records. Über die Hiphop-Szene hinaus wurden Blokkmonsta und sein Musiklabel vor allem wegen eines Gerichtsverfahrens bekannt, in dessen Verlauf er u.a. als erster Künstler außerhalb der Rechtsrock-Szene wegen Volksverhetzung verurteilt wurde.[1]

Inhaltsverzeichnis

Entwicklung

Blokkmonsta begann bereits 1998, Musik zu machen. 2003 war er ein Mitglied des Berliner Rap-Labels TWB (TrueWestBlock), bei dem er ein komplettes Album aufnahm, das jedoch nie veröffentlicht wurde. Wegen persönlicher Differenzen verließ Blokkmonsta das Label. In dieser Zeit begann er, mit Godsilla professionell Tracks aufzunehmen. Durch Godsilla entstand auch der Kontakt zu Kaisa. Ende 2005 gründete er mit dem Rapper Uzi (Thomasz M.) das Label Hirntot Records. Kennengelernt haben die beiden sich über die Berliner Rapper Frauenarzt und Manny Marc, mit denen Blokkmonsta auch heute noch zusammenarbeitet. Inzwischen sind über Hirntot Records über 50 CDs erschienen.

Stil

Blokkmonstas Markenzeichen sind seine beim Rappen stark verstellte Stimme, die an das Shouting im Death Metal erinnert, sowie seine brutalen, oftmals von Splatterfilmen inspirierten Texte. Oft stellt er in seinem Rap direkte Bezüge zu Horrorfilmen wie Saw, Hostel o.ä. her. Seine Beats zeichnet ein starker Einfluss von US-amerikanischem Down South-Rap aus.

Blokkmonsta gab seiner Musik den Namen Psychokore und ordnete es als Unterkategorie des aus den USA stammenden Horrorcore ein. Während letzterer vornehmlich mystisch-okkulte Inhalte hat, soll sich Psychokore auf reale Gewalt, die Menschen einander antun, beziehen, wobei Blokkmonsta stets betont, dass seine Texte ausschließlich fiktiv seien.

Kontroverse

Wegen seiner Splattertexte gerieten Blokkmonsta und sein Label in das Visier der Behörden. Am 5. Juli 2007 wurden teils unter Mitwirken von SEK-Teams die Wohnungen von Blokkmonsta sowie die seiner Labelkollegen Uzi in Berlin und Schwartz in Düsseldorf durchsucht. Anlass für die Razzia waren der Song "Fick die BPjM", in welchem die Bundestagsabgeordnete Monika Griefahn beleidigt und bedroht wurde, die EP "1. Mai Steinschlag", auf welcher detailliert die Tötung von Polizisten beschrieben wird, sowie der Song "Meine AK". Neben Ton- und Datenträgern beschlagnahmte die Polizei mehrere Waffen (die sich später als Attrappen herausstellten), darunter eine MAC-11, eine entmilitarisierte AK-47 und 200 Gewehrpatronen.

Der Fall erfuhr großes öffentliches Interesse. Der zuständige Staatsanwalt bezeichnete in der Sendung Kulturzeit das Label als gefährlich und sprach von einer neuen Qualität, was die Geschmacklosigkeit und Gewalttätigkeit der Texte angehe. Wegen der Berichterstattung in diversen Medien veröffentlichten Hirntot Records eine Stellungnahme, in welcher sie den Vorwurf, wegen ihrer Texte "für die rechte Szene interessant" zu sein von sich wiesen, und "keine wohlwollende", aber eine faire Berichterstattung forderten.

Zwischenzeitlich erging ein Beschlagnahmebeschluss für den Song "Fick die BPjM", die EP "1. Mai Steinschlag", den Song "Meine AK" und das Promo-Video zu Schlachthof, welches von den Medien als das „Meine AK-47-Video“ bezeichnet wurde.

In der Anklageschrift wirft die Staatsanwaltschaft den Beschuldigten Schwartz, Blokkmonsta und Uzi Verstoß gegen §111 (Öffentliche Aufforderung zu Straftaten), §126 (Störung des öffentlichen Friedens durch Androhung von Straftaten), §131 (Gewaltdarstellung), §185 (Beleidigung), §241 (Bedrohung) und §130 StGB (Volksverhetzung) vor. Die Anklage wegen Verstoßes gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz wurde fallengelassen. Am 18. April 2008 wurden die beiden Alben In drei Teufels Namen und In drei Teufels Namen 2 vom Amtsgericht Tiergarten beschlagnahmt.

Bei einer erneuten Hausdurchsuchung am 9. Juni 2008 um 6:00 Uhr früh bei Blokkmonsta und Uzi durch Einsatzkräfte des SEK wurden die Alben "In 3 Teufels Namen", "In 3 Teufels Namen 2 (CD1 und 2)" sowie Hirntot Records - "Greatest Hits" eingezogen.[2]

Einen Tag nach der zweiten Razzia mussten sich Blokkmonsta, Uzi und Schwartz vor Gericht verantworten. Die Angeklagten waren geständig und bedauerten ihre Taten, insbesondere die Beleidigungen und Bedrohungen von Monika Griefahn. Das Gericht sprach sie wegen Gewaltsdarstellung, Volksverhetzung, Beleidigung, Brandstiftung und der öffentlichen Aufforderung zu Straftaten schuldig. Der 24-Jährige Tomasz M. alias Uzi erhielt eine sechsmonatige Bewährungsstrafe nach Jugendstrafrecht und muss zudem an einem Antigewaltseminar teilnehmen und 40 gemeinnützige Arbeitsstunden leisten. Blokkmonsta wurde zu zehn Monaten Haft mit einer Bewährungszeit von zwei Jahren verurteilt, als Produzent des Labels muss er 2000 Euro Geldbuße zahlen. Wegen der am 9. Juni beschlagnahmten CDs muss er mit einem weiteren Ermittlungsverfahren rechnen. Der 26-jährige Raphael B. alias Schwartz bekam eine Geldstrafe in Höhe von 1350 Euro. Er war nur an einem von insgesamt drei der inkriminierten Songs beteiligt gewesen. In dem Urteil hieß es, diese Art von Musik sei "Futter für Amokläufer, die in ihren Gewaltfantasien angestachelt werden.“[3]

Im Jahr 2011 mussten sich Blokkmonsta, Schwartz sowie die Rapperin Dr. Jekyll erneut vor Gericht verantworten, wurden aber freigesprochen.[4] Im Mai 2011 wurde Blokkmonsta in Untersuchungshaft genommen.[5] Blokkmonsta soll gemeinschaftlich mit zwei anderen Personen einen anderen Musiker in einen Keller gelockt und diesen dort geschlagen und beraubt haben. Das Verfahren begann am 13. September 2011 mit noch nicht bekanntem Ausgang.[6]

Zusammenarbeiten

Blokkmonsta hat schon mit vielen Musikern sowohl national als auch international zusammengearbeitet.

national

Unter anderem können deutsche Zusammenarbeiten mit B-Tight, Frauenarzt, Kaisa und GUT, einer erfolgreichen deutschen Grindcore-Band, vorgewiesen werden. Erwähnenswert ist weiterhin die Zusammenarbeit mit Timo Rose, einem deutschen Filmproduzent, für den Blokkmonsta diverse Soundtracks produzierte.

international

Im internationalem Gefilde gibt es beispielsweise Zusammenarbeiten mit Al Kapone, Tim Dog, C-Rock, Evil Pimp, Dosia Demon, Skinny Pimp, K-Rino & T-Rock. Auch gab es eine Zusammenarbeit mit Spider Loc, einem Mitglied der bekannten G-Unit.

Veröffentlichungen

2005:

  • Uzi & Blokkmonsta - Hirntot (HT001)
  • Uzi, Blokkmonsta & Pervers - Süsses, sonst Stich (EP) (HT002) (indiziert)
  • Uzi, Blokkmonsta & SDBY - In drei Teufels Namen (HT003, beschlagnahmt)

2006:

  • Blokkmonsta & Uzi - Lass die Waffen sprechen (HT006)
  • Uzi & Blokkmonsta - 1 Mai Steinschlag EP (HT008)(beschlagnahmt)
  • Blokkmonsta & Uzi - Schlachthof (HT011)
  • Blokkmonsta - Mord Instrumentals (HT014)
  • Blokkmonsta & Schwartz - Flüsse aus Blut (HT015)
  • Blokkmonsta & Uzi - Hirntot: Nachgeladen (HT017) (indiziert)

2007:

  • Blokkmonsta & SDBY - Beats aus der Gruft - Kapitel 1: Grabgeflüster (HT023)
  • Manny Marc & Blokkmonsta - Blutsport (GTO004) (Über Ghetto Musik veröffentlicht)
  • Uzi, Blokkmonsta & SDBY - In 3 Teufels Namen 2 CD1 (HT025a, beschlagnahmt)
  • Uzi, Blokkmonsta & SDBY - In 3 Teufels Namen 2 CD2 (HT025b, beschlagnahmt)
  • Blokkmonsta aka Dämon - Böses Blut (HT029)

2008:

  • Blokkmonsta & Schwartz - 2050 (HT032)
  • Blokkmonsta & Schwartz - Desperados (HT033)
  • Blokkmonsta, Uzi & Schwartz - Im Fadenkreuz (HT042)

2009

  • Blokkmonsta – 1-Mann-Armee (HT038)
  • Blokkmonsta & Schwartz - Friss oder Stirb (HT046) (beschlagnahmt)
  • Blokkmonsta & Uzi - Krieg & Frieden: Krieg (HT047)
  • Blokkmonsta - Blokk And The Gang (HT054)
  • Blokk & Arzt - Untergrund (HT058)

2010

  • Blokkmonsta - Mit der Maske (HT053)
  • Blokkmonsta & Rako - Wir bringen das Drama (HT059)
  • Blokkmonsta & DJ Korx - Scheiß auf Hip oder Hop (HT065)

Einzelnachweise

  1. ShortNews Kurzbericht
  2. Bericht über zweite Razzia
  3. Stern-Bericht über die Gerichtsverhandlung
  4. Andreas Bernard: Kurze Prozesse (XI), Süddeutsche Zeitung Magazin. 1. April 2011. 
  5. Schwartz: Neues über die Lage bei Hirntot Records. Distributionz, 3. Juni 2011, abgerufen am 3. Juni 2011.
  6. dpa/bb: Prozessauftakt Rapper bedroht anderen Musiker mit Stichsäge. www.morgenpost.de, 14. September 2011, abgerufen am 14. September 2011.

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