Bockwa
Bockwa
Große Kreisstadt Zwickau
Koordinaten: 50° 42′ N, 12° 30′ O50.69638888888912.496944444444Koordinaten: 50° 41′ 47″ N, 12° 29′ 49″ O
Einwohner: 237 (30. Juni 2006)
Eingemeindung: 1. Apr. 1939
Vorwahl: 0375

Bockwa ist ein Stadtteil der Stadt Zwickau. Er liegt rechtsseitig der Zwickauer Mulde und südlich des Zwickauer Stadtzentrums. Das ursprüngliche Gemeindegebiet war viel größer und wurde 1939 zwischen verschiedenen Gemeinden aufgeteilt (siehe Abschnitt Geschichte).

Inhaltsverzeichnis

Lage und Verkehr

Durch Bockwa führt die B 93 als Muldestraße, die sich mit der Wildenfelser Straße kreuzt. Über die Zwickauer Mulde führt eine alte Eisenbrücke zum Zwickauer Stadtteil Schedewitz. Über diese Brücke fuhr bis September 1958 die Straßenbahn nach Wilkau-Haßlau. Danach wurde die neue Schedewitzer Brücke dem Verkehr übergeben, über die dann auch die Straßenbahn geführt wurde. Ein kleineres Straßenbahnausweichdepot kann man heute noch linksseitig an der Muldestraße, stadtauswärts in der Nähe von Cainsdorf, sehen.

Geschichte

Matthäuskirche
Siegelmarke der Gemeinde Bockwa

Die Entstehungszeit Bockwas entfällt ungefähr auf dieselbe Zeit wie die des Nachbardorfs und jetzigen Zwickauer Stadtteils Schedewitz. Bockwa war eine sorbische Ansiedlung, muss also schon weit vor dem 10. Jahrhundert besiedelt gewesen sein. Der Name Bockwa ist sorbisch und heißt ungefähr so viel wie Buchenort.

Bis zum Beginn der Industrialisierung im 19. Jahrhundert war Bockwa ein kleines Dorf. Danach vollzog sich ein entscheidender Wandel: Als die Steinkohlegewinnung im Zwickauer Revier immer mehr an Bedeutung gewann, entstanden auch in Bockwa mehrere Schächte.

Dadurch senkte sich in Bockwa im Laufe der Jahrzehnte der Erdboden um etwa 9 m. Die Bockwaer Senke entstand. Auch hier kann man noch heute deutlich die Bergbauschäden sehen. Die Häuser an der Muldestraße (B 93) nach Schneeberg stehen in Schräglage. Die im neugotischen Stil zwischen 1853 und 1856 mit ihrem filigranen Außenbau aus Natursteinen errichtete Matthäuskirche sank um 9,80 m ab. Zufällig kam sie durch die Gleichmäßigkeit der Absenkung nicht zum Einsturz und wurde 1992 saniert. 2002 erhielt sie die größte Photovoltaikanlage auf Kirchendächern Deutschlands.

Oft überflutete die Zwickauer Mulde bei Hochwasser den Stadtteil Bockwa. Dem wurde durch Erhöhung des Muldendammes Einhalt geboten. Heute ist Bockwa nur noch sehr wenig bewohnt.

Am 1. April 1939 wurde die Gemeinde Bockwa aufgelöst und zwischen Zwickau, Planitz, Cainsdorf, Wilkau-Haßlau und Oberhohndorf aufgeteilt. Der Zwickauer „Anteil“ wurde zusammen mit Brand nach Zwickau eingemeindet.

Bevölkerungsentwicklung

Datum Einwohnerzahl
31. Dezember 1998 273
31. Dezember 1999 243
31. Dezember 2000 246
31. Dezember 2001 247
31. Dezember 2002 240
31. Dezember 2003 252
31. Dezember 2004 249
31. Dezember 2005 232
30. Juni 2006 237
Jahr Einwohnerzahl (Prognose)
2010 200
2015 200
2020 200

Quelle: Städtebauliches Entwicklungskonzept der Stadt Zwickau 2020 (Stand: Dezember 2006) sowie Statistische Informationen der Stadt Zwickau 2006/1.

Weblinks

  • Bockwa im Digitalen Historischen Ortsverzeichnis von Sachsen

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