Bothmer (Adelsgeschlecht)
Wappen derer von Bothmer

Bothmer ist der Name eines alten niedersächsischen Adelsgeschlechts.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Ursprung

Stammvater ist Gerd von Lachem (= von Lacheim). Ein Teil dessen Nachkommen, darunter auch der älteste Sohn Ulrich (1162–1196), nannten sich Bothmer nach dem Lehen an der Leine, an dem sich auch eines ihrer Güter befand. Unter dem heutigen Namen treten sie urkundlich erstmals 1182 mit dem Ritter Ulricus de Botmerere auf.[1] Die Stammreihe beginnt mit dessen Bruder Dietrich, als Ritter urkundlich 1183–1222.

Linien

Im 13. Jahrhundert bildeten sich zwei Linien heraus: Die Drakenburger als ältere, die Giltener als jüngere Linie. Im Bereich Schwarmstedts bestanden für beide Linien verschiedene Güter und Höfe. Die ältere Linie erhielt im Laufe der Zeit Besitzungen in Drakenburg, Bennemühlen (Wedemark) und in Lauenbrück (Landkreis Rotenburg (Wümme)).

Wappen der Familie von Bothmer

Wappen

Das Stammwappen zeigt in Blau ein silbernes Boot; auf dem Helm mit blau-silbernen Decken das Boot, in dem eine mit 5 natürlichen Pfauenfedern bestückte und mit einem roten Band 4mal umwundene silberne Säule steht.

Wappenspruch

"Quidquid agis, prudenter agas et respice finem" (Was immer Du tust, das tue bedacht und bedenke das Ende). Oft wird auch nur die Kurzform "respice finem" (bedenke das Ende) angegeben.

Bekannte Namensträger

  • Brun von Bothmer

Ein entscheidender Beitrag für den Ausgang der Schlacht bei Drakenburg am 23. Mai 1547 wird dem braunschweigischen Feldhauptmann Brun von Bothmer zugeschrieben. Er kannte das Gelände aus seiner Kindheit und schlug eine Zangenbewegung mit einem zweiten Angriff in den Rücken des Feindes vor. Dazu führte er etwa 1.000 berittene Hakenschützen mit einigen kleinkalibrigen Kanonen an, die sich dem Feind versteckt näherten. Die Schlacht liegt zeitlich am Ende Schmalkaldischen Krieges (1546/47) und bedeutete eine Niederlage für das kaiserliche Heer gegenüber den Protestanten. Bereits zuvor hatte Brun 1522 Ruhm als Befehlshaber in der Hildesheimer Stiftsfehde errungen.

  • Abt Conrad von Bothmer

Conrad (1548–1617) studierte ab 1570 in Wittenberg Theologie, Jura und Geschichte und vertiefte sein rechtswissenschaftsliches Studium 1574 zwei Semester in Köln. Von 1567 bis 1570 war er zuvor Novize im Kloster. Anschließend lebte er in Bothmer und trat 1577 in das Kloster St. Michael zu Lüneburg ein. 1586 wurde er zum dritten lutherischen Abt dieses Klosters vom Konvent gewählt.

Hans Kaspar (1656–1732) war Diplomat, Höfling/Hofjunker bei Sophie Dorothea und zuletzt - u. a. neben Andreas Gottlieb Freiherr von Bernstorff (1649–1726) als Deutscher resp. Angehöriger des Kurfürstentums Hannover - Minister unter Georg I., in dessen Stab er mit diesem nach England wechselte. Er genoss das Vertrauen seines Königs und wurde zum Dank für seine Dienste in den (erblichen) Reichsgrafenstand erhoben.

Als Dienstresidenz verfügte er über Downing Street Nr. 10 - freilich bevor dort die britischen Premierminister ihren Sitz bezogen. Er verstarb 1732. 1735 wurde das Haus jener Adresse Amtssitz des amtierenden Premiers. Er selbst ließ das Schloss Bothmer in Klütz erbauen.

  • Michael Graf von Bothmer

Michael (* 1959), Komponist und Produzent leichter Unterhaltungsmusik, Filmmusik, Werbemusik, Auftragskomposition. Viele Titel werden in deutschen Rundfunkanstalten, wie z.B. BR, HR, RBB u.a. gespielt. Aufnahmestudio, Musikverlag, Plattenlabel, internationale Marketingagentur. Gelebt und gearbeitet in Deutschland, Brasilien, Kolumbien, Portugal, USA - z.Zt. in Spanien / Mallorca.

Weitere Namensträger:

Bothmersche Familienstiftung für Studienstipendien

Der verstorbene Senior des Domkapitels zu Magdeburg, Johann von Bothmer (* 1536; † 26. Januar 1592 in Magdeburg) setzte in seinem Testament ein Studienstipendium für Nachkommen seiner Bruder- und Schwesterkinder aus. In Ausnahmefällen konnte das Stipendium auch zur Aussteuer weiblicher Nachkommen oder an bürgerliche Studenten der Theologie, die nicht der Familie von Bothmer anzugehören brauchten, ausgegeben werden.

Literatur

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Archiv des Stiftes Loccum, Nr 7; gedruckt bei W. von Hodenberg, , Calenberger Urkundenbuch

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