Boudewijn Büch
Boudewijn Büch

Boudewijn Maria Ignatius Büch (* 14. Dezember 1948 in Den Haag; † 23. November 2002 in Amsterdam) war ein niederländischer Schriftsteller und Publizist.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Er wuchs als vierter von fünf Söhnen in Wassenaar in einer katholischen Familie auf. Er studierte Deutsch, Niederländisch und Philosophie. Daneben entwickelte er sich zum Adabei, der sich der schwulen Neigung mancher Bewunderer offen zeigte, obgleich alle seine längerfristigen Beziehungen heterosexuell waren, und erlangte bereits einen gewissen Ruf als Lyriker und Publizist.

1976 debütierte er mit der Poesiesammlung "Nogal droevige liedjes voor de kleine Gijs".[1] Auf den sich daraufhin einstellenden Boom hin wandelte sich der bisherige Tagedieb zum Workaholic, obgleich er Chaot blieb: Seine Arbeiten bedurften umfangreicher redaktioneller/lektorieller Nachbereitung. 1978 wurde er zahlungsunfähig und daher unter Kuratel gestellt. Schuldenfrei wurde er erst in den späten Achtzigerjahren, als er über ein gleichmäßig hohes Einkommen verfügte. In dieser Zeit wirkte er auch in Fernsehsendungen mit.

1985 gelang ihm mit "De kleine blonde dood"[2], Der kleine blonde Tod) sein größter belletristischer Erfolg. Das Buch beschreibt die Trauer eines Vaters über den Tod des Sohnes. Es erlebte in Holland über zwanzig Auflagen, wurde 1993 verfilmt und wird regelmäßig im niederländischen Schulunterricht verwendet.

Sein größter Sachbucherfolg (jedoch im Wesen sehr belletristisch) war "Eilanden"[3], zu dem er fünf Fortsetzungen schrieb.

Ende der Neunzigerjahre ließen gleichzeitig sein Erfolg und sein Interesse an seiner Arbeit nach. 2002 wurde er in seinem Amsterdamer Bürgerhaus tot aufgefunden. Er war an Herzversagen gestorben.

Wirkung

Boudewijn Büch hatte eine phantastische Lebensgeschichte verbreitet, die er in de kleine blonde dood zu einer Autobiographie verarbeitete, die gleichzeitig literarisch hohes Niveau aufwies. Viele der Fakten erwiesen sich nach seinem Ableben als erfunden:

  • Er hatte verbreitet, dass seine Eltern deutsche Juden gewesen waren, die sich nach dem Kriege in den Niederlanden wiedergefunden und ihre Kinder unter dem Eindruck der Verfolgung, wider ihre Überzeugung, katholisch erzogen hatten.
In Wahrheit waren seine Eltern niederländische Katholiken gewesen.
  • Er hatte behauptet, belastet durch die schlechte Beziehung seiner Eltern und das Kriegstrauma seines Vaters psychiatriert worden zu sein.
In Wahrheit hatten ihn seine Eltern in der fraglichen Zeit auf Landfrische geschickt.
  • Er ließ sich immer wieder mit einem Kind sehen, das er als sein eigenes ausgab.
Es handelte sich um ein "geliehenes" Kind von Freunden. Als die Täuschung immer schwerer aufrechtzuerhalten war, gab er vor, das Kind wäre gestorben.

Romane

Einzelnachweise

  1. Nogal droevige liedjes voor de kleine Gijs. 1976, ISBN 90-295-0828-0.
  2. De kleine blonde dood. 1985, ISBN 90-295-0436-6.
  3. Eilanden. 1981, ISBN 90-6019-752-6; mehrfach überarbeitet; in der letzten Form von 1997: ISBN 90-413-3004-6.

Weblinks


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