Brand (Sächsische Schweiz)
Brand
Aussicht vom Brand mit dem Lilienstein im Hintergrund

Aussicht vom Brand mit dem Lilienstein im Hintergrund

Höhe 317 m
Lage Sachsen (Deutschland)
Gebirge Elbsandsteingebirge
Geographische Lage 50° 57′ 22″ N, 14° 7′ 36″ O50.95611111111114.126666666667317Koordinaten: 50° 57′ 22″ N, 14° 7′ 36″ O
Brand (Sächsische Schweiz) (Sachsen)
Brand (Sächsische Schweiz)
Typ Felsplateau
Gestein Sandstein
Besonderheiten Bergbaude mit Herberge und Nationalparkinformation

Der Brand ist ein 3,1 km südlich von Hohnstein gelegenes Felsplateau in der Sächsischen Schweiz, welches 317,4 m ü. NHN und 177 Meter über der unmittelbar darunter fließenden Polenz liegt. Die Brandaussicht zählt zu den berühmtesten Aussichten der Sächsischen Schweiz.

Inhaltsverzeichnis

Name

Der Name des Aussichtsfelsens leitet sich von ehemals stattgefundenen Waldbränden in den umliegenden Waldgebieten ab.

Geschichte

Carl August Richter: "Auf dem Brand" (1818)

Obwohl der Brand auf den ab 1780 entstandenen Meilenblättern noch nicht verzeichnet ist, muss von einer weit früheren Kenntnis der Aussicht ausgegangen werden, da das südlich des Brands anschließende Felsenriff des Frinzberges bereits im 15. als Bergwarte bzw. Vorburg der Burg Hohnstein genutzt wurde. Am Abstieg vom Brand zum Tiefen Grund findet sich die eingemeiselte Jahreszahl „1751“.[1]

Die erste (touristische) Erwähnung unter der Bezeichnung Brand geht auf Carl Heinrich Nicolai zurück, der 1801 schrieb: Nicht gar so weit von hier ist ein Ort, der der Brand heißt; da muss der Weg nun hingehen. Das ist wieder so eine Felsspitze am Rande eines Tief Tales. Ihren Namen soll sie daher haben, dass man verschiedene Male die Heide auf derselben brennend gefunden hat.[2]

Vergleichsweise frühzeitig erfolgte eine touristische Erschließung, da der Aussichtspunkt auf der klassischen Route des Malerweges vom Liebethaler Grund über die Bastei in die Sächsische Schweiz lag. Einer der Künstler, die nachweislich auf dem Brand weilten, war der Schriftsteller Moritz August von Thümmel. Er hinterließ in der nahe der Aussicht gelegenen Thümmelgrotte die Inschrift:[3]

Wohl mir, daß mir noch unverwöhnet
Die Lockung der Natur gefällt,
Solch eine Gegend, Freund, versöhnet
Mich mit dem Ueberrest der Welt.
Mich mit dem Ueberrest der Welt.
Man wird des Lebens überdrüssig
Auf aller Ebb und Fluth der Stadt,
Doch hier, geschäftig oder müßig
Wird keiner seines Daseins satt.


1835 wird von rustikalen Sitzen, einer geringen Hütte und einem täglich hierher wandernden Mütterchen, das Erfrischungen feilhält berichtet. 1856 baute die Forstverwaltung ein Blockhaus. 1877 war die Besucherzahl soweit angewachsen, dass man einen Steinbau aufführte (1899 aufgestockt). 1893 entstand zusätzlich ein großes Logierhaus. Das historische Gebäudeensemble wird heute als Gasthof „Brand-Baude“, Wanderherberge und Informationsstelle des Nationalpark Sächsische Schweiz genutzt [4]

Aussicht

Adrian Ludwig Richter: "Brandaussicht" (1820)

Vom Brand aus bietet sich eine herausragende Aussicht nach Osten, Süden und Westen auf weite Teile der Sächsischen Schweiz bis hin zum Osterzgebirge. Mitte des 19. Jahrhunderts wurde die Aussicht wie folgt beschrieben:

Eines der reichsten Landschaftsbilder der Sächsischen Schweiz liegt auf diesem Punkte vor uns ausgebreitet. (...) Rechts erblickt man die Felsen bei Rathen mit der Bastei, das freundliche Wehlen und einen glänzenden Bogen der Elbe in ziemliche Ferne gerückt, dann den Lilienstein und Königstein, hinter welchem sich ein mit zahllosen Dörfern bedecktes Gelände ausdehnt, über welchem in blauer Ferne die Spitzen des Wilisch, des Geisings, des Sattelberges und anderer Höhen des Erzgebirges emporsteigen. Weiter nach links heben sich aus der zahlreichen Menge von Bergen besonders der Pfaffenstein, der Gohrisch, die Nollendorfer Höhe mit der Kapelle, der Schneeberg, die Kuppelberge, der Zirkelstein hervor. Den Zschirnstein erblickt man kaum von irgend einem andern Standpunkte so schön wie von hier. Links schließt sich die Aussicht mit dem Großen Winterberge und Schrammsteine, hinter welchem letzteren der Rosenberg emporsteigt.[5]

Wegen seiner Aussicht ist der Brand eines der Hauptwanderziele der vorderen Sächsischen Schweiz.

Naturschutz und Tourismus

Seit 1990 ist der Brand Bestandteil des Nationalpark Sächsische Schweiz. Er liegt in der Kernzone des Nationalparkes, in welcher besonders strenge Schutzvorschriften gelten. Das historische Blockhaus beherbergt seit 2006 eine Informationsstelle der Nationalparkverwaltung. Schwerpunktmäßig werden hier geschichtliche Besonderheiten aus der Nationalparkregion dargestellt. [6]

Der Brand wurde Ende der 1990er Jahre von etwa 40500 Wanderern pro Jahr besucht.[7]

Bergsteigen

Der Brand ist auch der Namensgeber des gleichnamigen Klettergebietes Brand, das etwa 80 Klettergipfel zwischen Hohnstein und Kohlmühle umfasst. Gleich unterhalb der Aussicht steht der Kletterfelsen Brandscheibe mit mehreren Wegen der Schwierigkeit V bis VIIIc (sächs.).

Einzelnachweise

  1. http://www.czippe.homepage.t-online.de/HomepageClassic01/wavo5.htm
  2. Nicolai 1801, S. 38
  3. http://www.czippe.homepage.t-online.de/HomepageClassic01/wavo5.htm
  4. http://www.brand-baude.de/
  5. Ferdinand Thal: Wegweiser durch die Sächsische Schweiz. Verlag H.H. Grimm, Dresden 1846, S. 34
  6. http://www.nationalpark-saechsische-schweiz.de/service/service/Infostellen/BlockhausBrand/index.html
  7. Nationalparkverwaltung 1998

Literatur

  • Wilhelm Lebrecht Götzinger: Schandau und seine Umgebungen oder Beschreibung der sogenannten Sächsischen Schweiz. Bautzen 1804; 2. Aufl. von Bergersche Buch- und Kunsthandlung, Dresden 1812; Verlag der Kunst, Dresden 2008 (Reprint). ISBN 978-3-86530-108-6.
  • Alfred Meiche: Historisch-Topographische Beschreibung der Amtshauptmannschaft Pirna. Baensch Stiftung, Dresden 1927; Stadtverwaltung Sebnitz, Sebnitz 1991 (Reprint).
  • Nationalparkverwaltung: Pflege- und Entwicklungsplan für den Nationalpark Sächsische Schweiz, Teil Wegekonzeption. Entwurf 09/1998.
  • Carl Heinrich Nicolai: Wegweiser durch die Sächsische Schweiz. Pinther, Pirna 1801; Hellerau-Verlag, Dresden 1990 (Reprint).
  • Gebiet Königstein, Sächsische Schweiz. 1. Auflage. Akademie-Verlag Berlin, Berlin 1957 (Werte der deutschen Heimat. Band 1).

Weblinks


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