Brandungsresonanz

Unter Brandungsresonanz wird ein Resonanzeffekt zwischen den an einer Böschung brechenden Wellen (als Erreger) und der durch diese auf der Böschung erzeugten Waschbewegung (als Resonator) verstanden. Werden Erreger und Resonator als Komponenten einer Koppelschwingung angesehen, findet ein Energieaustausch zwischen ihnen statt. Einflussgrößen für die Ausprägung einer Resonanz sind

  • die Böschungsneigung und
  • Reibungseffekte auf der Böschung.

Eine Beeinflussung im Sinne einer geringeren Resonanzamplitude ist durch Förderung der Turbulenz auf der Böschung möglich, vergl. z. B. Hohldeckwerk. Auf flach geneigten Stränden mit mehreren Brecherlinien dürfte dagegen eine derartige Resonanz keine Rolle spielen.

Auch bei stehenden Wellen (Clapotis) an einer vertikalen Wand kann in ähnlichem Sinne von Resonanz gesprochen werden, wenn die (partiell) stehende Welle als Resonator und die von See kommenden Wellen als Erreger eingesetzt werden. Da zwischen den Orbitalbewegungen des Erregers und des Resonators eine Phasendifferenz von π / 2 existiert, liegt neben der Übereinstimmung in der Frequenz auch Phasenresonanz vor. Bei überkritischer Wellensteilheit kommt es im Sinne einer Resonanzkatastrophe zur aufgerissenen Clapotis, bei der in Bauwerksnähe das an den Schwingungsbäuchen aus der stehenden Welle austretende Wasser vertikal nach oben schießt. An einer vertikalen Wand wird das Auftreten einer aufgerissenen Clapotis oft von Druckschlageffekten begleitet.

Siehe auch: Brandung, Seegang, Erzwungene Schwingung, Hollow Cubes, Clapotis


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