Aasta Hansteen
Aasta Hansteen, 1863

Aasta Hansteen (* 10. Dezember 1824 in Oslo, damals Kristiania; † 13. April 1908 ebenda) war eine norwegische Malerin, Schriftstellerin und frühe Feministin.

Leben

Sie war Tochter einer dänischen Mutter und von Christopher Hansteen, einem Professor für Astronomie und Geophysik an der Osloer Universität. Sie begann ihre künstlerische Ausbildung 1840 während zweier Jahre in Kopenhagen. Von 1849 bis 1852 ging sie an die Düsseldorfer Kunstakademie. Schon 1855 wurden Werke von ihr während der Pariser Weltausstellung gezeigt. Nach ihrer Rückkehr nach Oslo setzten sich ihre Erfolge fort. Sie galt zu dieser Zeit als die einzige Portraitmalerin in der Stadt. Zu den bedeutendsten Werken aus dieser Zeit gehört ein Portrait ihres Vaters, das heute im Nationalmuseum Oslo hängt.

Vom allgemeinen Interesse überwältigt, zog sie sich schließlich für mehrere Jahre in die abgelegene nördliche Provinz Telemark zurück. Dort begann sie, sich mit norwegischen Dialekten zu beschäftigen. Nach ihrer Rückkehr nach Kristiana/Oslo nahm sie ein Studium bei dem Linguisten Ivar Aasen auf. 1862 veröffentlichte sie dann anonym ein kleines Büchlein in Nynorsk mit dem Titel Skrift og umsskrift i landsmaalet und wurde damit zur ersten Frau, die eine Publikation in dieser Sprache veröffentlichte.

Selbstportrait 1853

1880 emigrierte sie in die Vereinigten Staaten, wo sie neun Jahre verbrachte. Nach ihrer Rückkehr nach Norwegen engagierte sie sich besonders für die Gleichberechtigung der Frauen. Als eine starke und manchmal auch widersprüchliche Persönlichkeit stand sie Modell für die Lona Hessel in Henrik Ibsens Stück Stützen der Gesellschaft ebenso wie für die Hauptfigur in Gunnar Heibergs Tante Ulrike. Sie galt als männerfeindlich und wurde den stadtbekannten Originalen ihrer Heimatstadt zugerechnet. Ihr Grab auf dem Vår Frelsers Gravlund-Friedhof in Oslo ziert auch heute noch eine Büste des bedeutenden Bildhauers Gustav Vigeland.


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