Alles, was wir geben mussten (Film)
Filmdaten
Deutscher Titel Alles, was wir geben mussten
Originaltitel Never Let Me Go
Produktionsland Großbritannien
USA
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 2010
Länge 103 Minuten
Altersfreigabe FSK 12
JMK 14[1]
Stab
Regie Mark Romanek
Drehbuch Alex Garland
Produktion Alex Garland
Andrew Macdonald
Kazuo Ishiguro
Allon Reich
Musik Rachel Portman
Kamera Adam Kimmel
Schnitt Barney Pilling
Besetzung

Alles, was wir geben mussten ist ein 2010 entstandener Film des Regisseurs Mark Romanek. Der Film basiert auf dem Roman Alles, was wir geben mussten des Autors Kazuo Ishiguro. Der Film lief ab dem 14. April 2011 im deutschen Kino.

Inhaltsverzeichnis

Handlung

Die Geschichte wird von Kathy in einer Rückblende erzählt: Sie, Ruth und Tommy wachsen in den 1970er Jahren als Kinder zusammen in Hailsham auf, einem scheinbar normalen Internat. Dort werden sie regelmäßigen ärztlichen Untersuchungen unterzogen, und es wird viel Wert darauf gelegt, dass die Schüler gesund und unversehrt sind. Außerdem werden von den Schülern im Kunstunterricht gefertigte Arbeiten in einer Galerie ausgestellt. Kathy und Ruth sind beste Freundinnen, Tommy eher der gehänselte Außenseiter. Kathy empfindet Mitleid mit Tommy und leistet ihm Gesellschaft, wenn er allein ist, oder sagt ihm im Unterricht vor, damit er nicht ausgelacht wird. Ruth versteht die Verbindung zwischen Kathy und Tommy nicht und ist eifersüchtig. Sie sucht ihrerseits Tommys Nähe, und die beiden werden ein Paar.

Im Alter von ca. 18 Jahren verlassen die drei Hailsham und wohnen in den sogenannten Cottages. Hier werden sie nicht mehr beaufsichtigt und haben Kontakt zur Außenwelt und zu anderen Jugendlichen. Sie wissen nun Bescheid darüber, dass sie Klone sind und dazu bestimmt, ihre Organe zu spenden. In den Cottages bleiben sie bis zu ihrer ersten Spende. Hier lernen sie auch Rodney und Chrissie kennen. Von ihnen erfahren sie, dass es möglich ist, für ein Paar einen Aufschub von drei Jahren vor der ersten Spende zu bekommen, wenn man sich wirklich liebt. Ruth und Tommy sind weiterhin zusammen und eng mit Kathy befreundet, die es nur schwer ertragen kann, die beiden zusammen zu sehen. Sie bewirbt sich als Betreuerin für Spender und verlässt daraufhin die Cottages.

Jahre später sieht Kathy Ruth im Krankenhaus wieder. Sie ist von Tommy getrennt und hat bereits zum zweiten Mal gespendet. Die beiden fahren zu Tommy, der ebenfalls seine zweite Spende absolviert hat. Ruth entschuldigt sich bei Tommy und Kathy dafür, sie jahrelang voneinander fern gehalten zu haben. Sie gibt ihnen die Adresse der Galeristin, damit Tommy und Kathy zusammen einen Aufschub bekommen können. Ruth verstirbt während ihrer dritten Spende.

Kathy und Tommy kommen sich nun näher. Tommy hat die Theorie, dass die Galeristin anhand der in Hailsham gemalten Bilder erkennt, ob ein Paar sich wirklich liebt. Seine Arbeiten wurden in der Schule nie für die Galerie ausgewählt und so hat er in den zurückliegenden Jahren sehr viel gemalt. Als die beiden die Dame aufsuchen, erfahren sie, dass der Aufschub nur ein Gerücht ist und die Galerie einzig dem Zweck dient, der Außenwelt zu zeigen, dass Klone Gefühle haben und menschlich sind. Damit endet die Rückblende.

Kathy wird Tommys Betreuerin und begleitet ihn zu seiner dritten Spende, bei der er stirbt. Kurz darauf bekommt auch Kathy ihren Bescheid zur ersten Spende.

Kritiken

„Wie sich zwischen den ergreifend spielenden Protagonisten eine tragische Dreiecksgeschichte entwickelt, inszeniert Regisseur Mark Romanek (One Hour Photo) mit überraschend stilsicherem Gespür für kitschfreies Gefühlskino. Das Szenario von Humanoiden zweiter Klasse, die von der Gesellschaft ignoriert werden und in einer seltsam unreglementierten Kommune auf ihr festgelegtes Ende hinleben, bietet die Möglichkeit, quasi unter Laborbedingungen alle emotionalen Facetten des Menschseins durchzuspielen. Warum Aufsässigkeit und Freiheitsdrang bei Kathy & Co. nicht dazugehören, wirkt in Kazuo Ishiguros Romanvorlage plausibel. Im Film leider nicht.“

cinema.de [2]

„Und gerade durch seine ruhige, entschleunigte, undramatische Gangart entfaltet ‚Alles, was wir geben mussten‘ eine unglaubliche emotionale Wucht, die noch lange nach dem Kinobesuch nachwirkt. Selten war ein Film so unglaublich traurig … und so unglaublich schön.“

br-online.de [3]

„Anspruchsvolles Erzählkino, das unter die Haut geht“

Deutsche Film- und Medienbewertung: Prädikat „besonders Wertvoll“[4]

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Freigabe der Jugendmedienkommission
  2. cinema.de – Kritik
  3. br-online.de – Kritik
  4. Gutachten der Deutschen Film- und Medienbewertung

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