Bahnhof Koblenz-Lützel

Bahnhof Koblenz-Lützel
Koblenz-Lützel
Bahnhof Koblenz-Lützel 2010.jpg
Daten
Kategorie 5
Betriebsart Kreuzungsbahnhof
Bahnsteiggleise 4
Abkürzung KKOL
KKOLM (Bft Koblenz-Lützel Mitte)
KKOLN (Bft Koblenz-Lützel Nord)
Eröffnung 1858
Lage
Stadt Koblenz
Land Rheinland-Pfalz
Staat Deutschland
Koordinaten 50° 22′ 3,7″ N, 7° 35′ 29,7″ O50.3676805555567.5915972222222Koordinaten: 50° 22′ 3,7″ N, 7° 35′ 29,7″ O
Eisenbahnstrecken
Bahnhöfe in Rheinland-Pfalz

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Der Bahnhof Koblenz-Lützel ist der älteste noch in Betrieb befindliche Bahnhof der rheinland-pfälzischen Großstadt Koblenz. Er wurde zeitgleich mit dem rheinischen Bahnhof erbaut, der zugunsten des heutigen Hauptbahnhofs aufgegeben und im Zweiten Weltkrieg zerstört wurde.

Der Bahnhof Koblenz-Lützel liegt im Stadtteil Lützel, unweit der Mosel und der Moseleisenbahnbrücke. Er umfasst einen Personenbahnhof und einen Güterbahnhof, außerdem gab es ein Bahnbetriebswerk, das heute geschlossen ist und das nun das DB Museum Koblenz beheimatet.

In Koblenz-Lützel zweigte von 1904 bis 2003 die heute abgebaute Bahnstrecke Koblenz-Lützel–Mayen Ost von der linken Rheinstrecke ab. Die als Verbindung zur rechten Rheinstrecke bzw. für den Güterverkehr auf der Moselstrecke wichtige Bahnstrecke Neuwied–Koblenz führt durch den Bahnhof und wird dort mit der linken Rheinstrecke verbunden.

Neben dem Bahnhof Koblenz-Lützel und dem Koblenzer Hauptbahnhof hat Koblenz seit der Fertigstellung des Haltepunktes Koblenz Stadtmitte auf zwei Kilometern entlang der linken Rheinstrecke drei Zugangsstellen für den Personenverkehr.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Im Jahr 1858 wurde der Streckenabschnitt Bonn-Koblenz der Linken Rheinstrecke eröffnet. Schwierigkeiten bereitete die Frage, wo der Koblenzer Bahnhof gebaut werden solle. Zwei Plätze wurden ernsthaft diskutiert. Der eine lag am linken Moselufer und der andere war das Moselweiser Feld. Eine Verfügung des Prinzregenten Wilhelm vom April 1858 brachte schließlich die Trennung von Personen- und Güterbahnhof. So wurde der Rheinbahnhof in der Nähe des heutigen Löhr-Center erbaut und der rheinische Güterbahnhof fand seinen Platz außerhalb des Koblenzer Stadtgebietes am linken Moselufer unterhalb der Feste Kaiser Franz, wo der heutige Bahnhof Koblenz-Lützel liegt.

Baubeginn war bereits kurz nach der Bekanntgabe der königlichen Entscheidung im Mai 1858, die Eröffnung des Güterverkehrs fand im November des gleichen Jahres statt. Das Bahnhofsgebäude wurde zunächst 1859 provisorisch und vermutlich im folgenden Jahr permanent ausgeführt. Der gesamte Bereich des Bahnhofs wurde 1864-66 weitreichend durch eine krenelierte Mauer gesichert. Durch die Moseleisenbahnbrücke war der Güterbahnhof mit dem Personenbahnhof auf dem anderen Moselufer verbunden. Der Aufstieg von Lützel zu einem wirtschaftlich bedeutenden Stadtteil ist in direktem Zusammenhang mit dem Bau des Bahnhofs zu sehen. Bereits 1889 waren die meisten Beschäftigten im Bahnbetrieb tätig. Firmenansiedlungen erfolgten hauptsächlich zwischen Neuendorfer Straße und Güterbahnhof.[1]

Im Jahr 1900 wurde der Bau der Bahnstrecke Koblenz-Lützel–Mayen Ost begonnen, die 1904 eröffnet wurde.[2] Bei dem Ausbau des Güterbahnhofs wurde 1905 das Bahnbetriebswerk Koblenz-Lützel erbaut. In der heute noch vorhandenen Halle wurden Güterwagen repariert und im angrenzenden Ringlokschuppen mit Doppeldrehscheibe wurden Güterzüglokomotiven abgestellt.

Im Jahr 1918 gab die preußische Regierung die Kronprinz-Wilhelm-Brücke und damit auch die Bahnstrecke Neuwied–Koblenz frei.[3] Dadurch entstand neben der im südlichen Teil von Koblenz gelegenen Horchheimer Eisenbahnbrücke eine weitere Verbindung der linken und rechten Rheinstrecke nördlich von Koblenz.

Im Dritten Reich erfolgten die ersten großen Deportationen aus dem Großraum Koblenz über den Güterbahnhof. Im Jahr 1942 wurden 870 Menschen jüdischen Glaubens von Lützel aus nach Köln und von dort aus weiter in Arbeits- und Konzentrationslager deportiert. [4][5] Bei den Luftangriffen auf Koblenz im Jahr 1944 wurde der Lützeler Bahnhof zerstört. Im Folgejahr 1945 zerstörten deutsche Truppen auf ihrem Rückzug alle Koblenzer Brücken, somit insbesondere auch die für den Bahnhof sehr wichtige Kronprinz-Wilhelm- und die Lützeler Eisenbahnbrücke. Im gleichen Jahr wurde die Lützeler Eisenbahnbrücke von den Amerikanern provisorisch repariert. Auch der Bahnhof Koblenz-Lützel wurde wieder aufgebaut. Erst 1954 wurde die Eisenbahnbrücke in Urmitz wieder eingleisig wiederaufgebaut. Am 22. September 1962 wurde die elektrifizierte und zweigleisig ausgebaute Bahnstrecke Neuwied–Koblenz dem Verkehr übergeben.[6]

Im Jahr 1968 wurde das Bahnbetriebswerk aufgegeben und in mehreren Abschnitten zurückgebaut; seit Anfang der 1980er Jahre wurden hierbei der Ringlokschuppen und andere Teile des Bahnbetriebswerks abgerissen[7]

In der Wagenhalle des Bahnbetriebswerks wurden noch bis 1995 Güterwagen instand gesetzt. Im Jahr 2001 zog das DB Museum Koblenz, ein Außenstandort des Verkehrsmuseums Nürnberg, in diese Halle und stellt auf den Gleisanlagen des Bahnshofs alte Loks und Züge aus. Die Bahnstrecke Koblenz-Lützel–Mayen Ost wurde zwei Jahre später, im Jahr 2003, stillgelegt und teilweise zurückgebaut.

Personenverkehr

Karte der Bahnanlagen im Großraum Koblenz

Der Bahnhof Koblenz-Lützel ist Zugangsstelle für den Personenverkehr. Die beiden Mittelbahnsteige sind in der für Deutschland üblichen Höhe von 76 cm ausgeführt und sind nur über Stufen zu erreichen, daher ist der Bahnhof nicht barrierefrei. Der Zugang zu den Bahnsteigen erfolgt auf der Ostseite unmittelbar von der Straße „An Güterbahnhof“, einer Sackgasse in sichtlich desolatem Zustand.

Der östliche Bahnsteig liegt an der linken Rheinstrecke und wird von der „MittelRheinBahn“ genutzt, alle anderen Züge der linken Rheinseite passieren diesen ohne Halt. Der westliche Bahnsteig liegt an der Bahnstrecke Neuwied–Koblenz, hier hält die „Rhein-Erft-Bahn“, dagegen fährt der über Koblenz hinaus nach Neuwied verlängerte SE 10 „RheingauLinie“ ohne Halt durch.

Linie KBS Verlauf Betreiber Takt
MRB 26 „MittelRheinBahn“ 470 Linke Rheinstrecke Köln – Bonn – Remagen – Andernach – Koblenz trans regio 60 min
RB 27 „Rhein-Erft-Bahn“ 465 Rechte Rheinstrecke (Mönchengladbach –) Köln – Troisdorf – Bonn-Beuel – Neuwied – Koblenz DB Regio NRW 60 min

In der Nähe des Bahnhofs Koblenz-Lützel befinden sich auch Bushaltestellen der Koblenzer Elektrizitätswerk und Verkehrs-AG, diese befinden sich allerdings am Schüllerplatz bzw. an der Mayener Straße auf der Westseite des Bahnhofs, was einen unmittelbaren Wechsel der Verkehrsmittel erheblich erschwert.

Güterbahnhof

Der Güterbahnhof Koblenz-Lützel, der heute Bestandteil des trimodalen Güterverteilungszentrums Koblenz ist, wurde im Jahre 1858 errichtet. Er besteht heute aus 4 Verladegleisen und einer Vielzahl von Rangiergleisen und Abstellgleisen, die inzwischen teilweise dem DB Museum Koblenz angehören. Ferner besteht hier, am Güterbahnhof, Anschluss an die Rheinhafenbahn, die auf ihrer 10 km langen Strecke den Güterbahnhof Koblenz-Lützel mit dem Rheinhafen und damit die Bundeswasserstraßen Rhein und Mosel mit dem Streckennetz der DB verbindet.

Literatur

  • Hundert Jahre Güterbahnhof Koblenz-Lützel 1858-1958, Koblenz 1958.
  • Peter Kleber/Matthias Kellermann: Militärische Einrichtungen im Bereich des Systems Feste Kaiser Franz, in: Feste Kaiser Franz. Zur Geschichte des Festungswerks und des Systems Feste Franz in Koblenz-Lützel. Festschrift zum 10-jährigen Jubiläum Feste Kaiser Franz e.V., hrsg. von Feste Kaiser Franz e.V., 2. Auflage, Koblenz 2009, S. 65f., ISBN 978-3-934795-55-6.

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Johnen, Neuentstehung, Seite 25f.
  2. Max Bär: Aus der Geschichte der Stadt Koblenz: 1814 - 1914, Krabben, Koblenz, 1922, Seite 201-202 Abgerufen am 6. Dezember 2010
  3. kreisgebiet.de: Geschichte des Kreis Mayen-Koblenz Abgerufen am 6. Dezember 2010
  4. mahnmal-koblenz.de: Der Güterbahnhof Koblenz-Lützel Abgerufen am 6. Dezember 2010
  5. Regiionalgeschichte.net: Koblenz Abgerufen am 6. Dezember 2010
  6. urmitz.de: Die Geschichte der Gemeinde Urmitz Abgerufen am 9. Dezember 2010
  7. dbmlag.org: Vom Ausbesserungswerk zum Museumsstandort Abgerufen am 14. Dezember 2010

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