Buchverlag Der Morgen

Der Buchverlag Der Morgen war ein Verlag für belletristische Literatur in der DDR.

Geschichte

Der Verlag entstand im Jahr 1958 in Berlin aus der Morgen Druckerei und Verlagsgesellschaft, in der die Tageszeitung Der Morgen erschien. Wie die Tageszeitung gehörte der Verlag der LDPD. Der Verlagssitz war in der Seelenbinderstr. 152 in 1170 Berlin.

Der Verlag publizierte neben parteieigenen Materialien Belletristik, Biographien, Sachbücher und Memoiren. Neben sozialistischer Gegenwartsliteratur der DDR veröffentlichte der Verlag auch Exil-Literatur und ausländische Belletristik sowie die "Große Reihe" und die "Kleine Morgen Reihe" (bibliophile Bücher), den Märkischen Dichtergarten und die Schriftenreihe der LDPD. Zu den Autoren des Verlages gehörten Gerhard Bengsch, Uwe Berger, Gerhard Branstner, Günter de Bruyn, Manfred Gerlach, Gabriele Eckart, Gerhard Harkenthal, Friedrich Herneck, Dieter B. Herrmann, Stefan Heym, Heinz Knobloch, Ruth Kraft, Gisela May, Ruth Seydewitz und Max Seydewitz, Arne Sjöberg, Jens Sparschuh, Joachim Walther, Maxie Wander, Gerhard Wolf und Hedda Zinner. Die Zahl der bis 1991 veröffentlichten Titel belief sich auf rund 800 Bücher, viele davon in mehreren Auflagen. Als Verlagsleiter fungierten Richard Knauf, bis 1968 Fritz R. Greuner und 1968 bis 1990 Dr. Wolfgang Tenzler.

1990 wandelte die Treuhandanstalt den Verlag in die Morgenbuch Verlags GmbH um; Gesellschafter wurde die Vercon GmbH, die Holding der FDP, in der die LDPD aufgegangen war (über den Bund Freier Demokraten). Der Versuch, den Verlag an die Axel Springer AG zu verkaufen, scheiterte am Widerstand der Autoren, die mit einem offenen Brief protestierten[1] Daraufhin ging der Verlag stattdessen an eine Investorengruppe Spiess, Arani, Haude & Spener; die Belegschaft wurde von 36 auf 6 Mitarbeiter reduziert. 1995 gab es keine Angestellten des Verlages mehr. Es erschienen noch bis 1999 Bücher unter dem Namen Morgenbuch. Das verloren geglaubte Archiv des Verlages befindet sich heute in Leipzig.[2]

Der Morgenbuchverlag ging mit der Verlagsgruppe Spiess zu Beginn des Jahres 2010 in die Insolvenz. Im August 2010 wurde der Verlag „Der Neue Morgen“ in Rudolstadt als Imprintverlag gegründet, der zur Buchhandelsgesellschaft Priwet Litera gehört. Im Juni 2011 wurden die ersten Buchproduktionen angekündigt.[3]

Quellen

  1. Wir lassen uns nicht verhökern, im Börsenblatt für den deutschen Buchhandel, 11. Januar 1991.
  2. Ralf Julke: Ein Schatz für einen Bücherforscher: Archiv des Buchverlags Der Morgen ist jetzt in Leipzig in Leipziger Internet Zeitung, am 2. Juli 2009
  3. Buchpremiere. “Die Russen in Rudolstadt” Redaktion rudolstadt-lokal.de, 11. Juni 2011

Literatur

  • Eckhard Petersohn: Bibliographie Buchverlag Der Morgen. 1958 - 1988. Buchverlag Der Morgen, Berlin 1988, ISBN 3-371-00133-4.

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