Nikephoros I. Komnenos Dukas Angelos

Nikephoros I. Komnenos Dukas Angelos

Nikephoros I. Komnenos Dukas oder Nikephoros I. Angelos (griechisch: Νικηφόρος Α΄ Κομνηνός Δούκας, Nikēphoros I Komnēnos Doukas), (um 1240 – um 1297) war Despot von Epirus ab 1267/68.

Biografie

Nikephoros war der älteste Sohn von Michael II. Komnenos Dukas und Theodora Petraliphaina. 1249 wurde er mit Maria, der Enkelin des Kaisers Johannes III. Dukas Vatatzes von Nikäa, dem ihm den Titel eines Despotes verlieh. Die Hochzeit fand 1256 in Thessalonike statt, jedoch starb Maria bereits 1258.

In den folgenden Jahren nahm Nikephoros am Kampf seines Vaters gegen Kaiser Michael VIII. teil, auch am Aufmarsch zur Schlacht von Pelagonien im September 1259, bei der sein Vater in der Nacht vor der Auseinandersetzung die Seiten wechselte. Nachdem Nikäa Epirus bis Ende 1259 trotzdem fast völlig erobert hatte, ging er nach Italien, wo sein Schwager Manfred von Sizilien ihm frische Truppen zur Verfügung stellte, mit denen er seinem Vater bei der Rückeroberung von Epirus zu Hilfe kam. 1264 erlitten sie eine weitere Niederlage und waren gezwungen, sich Michael VIII. einen Teil des Landes abzutreten. Als Teil des Friedensvertrages wurde Nikephoros mit Anna Kantakuzena, einer Nichte Michaels, verheiratet.

1267/8 folgte Nikephoros seinem Vater als Herrscher von Epirus, und hatte sich nun mit Karl von Anjou auseinanderzusetzen, der in der Zwischenzeit im Königreich Sizilien Manfred gestürzt hatte. 1272 ging Dyrrhachium an die Italiener verloren. Als die Byzantiner 1274 auf ihrem Vergeltungsfeldzug gegen Karl Nikephoros‘ Interessen verletzten, nahm er Verhandlungen mit Karl auf und schloss mit ihm 1276 eine Allianz, zu der auch Johannes I. Dukas von Theassalien, Nikephoros‘ Halbbruder, gehörte. Der Koalition gelang die Eroberung einiger Städte, darunter Butrinto im Jahr 1278. 1279 anerkannte Nikephoros Karl als seinen Lehnsherrn an und übergab ihm auch Butrinto. Mit Karls Niederlage wenig später verlor Nikephoros seinen Besitz in Albanien an die Byzantiner. Das Ende der Koalition kam 1282 mit der Sizilianische Vesper, bei der Michaels Diplomatie eine gewisse Rolle spielte, und die für Karl zum Verlust von der Insel Sizilien führte.

Nach der Wiederherstellung der Orthodoxie 1282 durch Kaiser Andronikos II. Palaiologos erneuerte Nikephoros sein Bündnis mit Byzanz mit Hilfe seine Ehefrau Anna, die nach Konstantinopel reiste und den Vertrag aushandelte. In der Folge war er ein Werkzeug in ihrer Hand, die offen die Interessen des byzantinischen Hofes in Epirus vertrat. 1284 lockten sie Michael, den Sohn von JohannesDukas von Thessalien, mit der Aussicht auf ein Bündnis nach Epirus, wo er aber nur festgenommen wurde, um anschließend nach Konstantinopel geschickt zu werden. Als Folge wurde Nikephoros in einen Krieg mit seinem Halbbruder verwickelt, der 1285 als Vergeltung die Umgebung von Arta verwüstete. Auf einer zweiten Reise nach Konstantinopel versuchte Anna ihre Tochter Thamar mit Michael IX., dem Sohn des Kaisers Andronikos II., zu verheiraten, mit dem Ziel, die Familien noch enger aneinander zu binden, scheiterte aber damit. Dennoch erhielt ihr junger Sohn Thomas Komnenos Dukas vom Kaiser den Titel eines Despotes.

Der gegen Byzanz eingestellte epirotische Adels brachte Nikephoros dazu, 1291 Verhandlungen mit Karl II. von Neapel aufzunehmen, und provozierte damit eine byzantinische Invasion, was wiederum das Bündnis mit Neapel festigte. Karls Intervention durch seien Vasallen Riccardo Orsini, Graf von Kephalonia und Florenz von Hennegau, Fürst von Achaia konnte den byzantinischen Vormarsch stoppen. Nikephoros verheiratete nun seine Tochter Maria an den Erben von Kephalonia und seine Tochter Thamar an Karls Sohn Philipp I. von Tarent, wobei Thamar ihren orthodoxen Glauben beibehalten durfte. Die Hochzeit fand 1294 statt und beinhaltete die Übergabe einiger epirotischer Küstenfestungen als Aussteuer. Philipp im Gegenzug bekam die Rechte an Ansprüche seines Vaters in Griechenland übergeben.

Die unausweichlichen Spannungen zwischen dem griechischen Landadel und ihrem angevinischen Herrn ergaben für Nikehoros Neffen, den Herrscher von Thessalien, die Möglichkeit zu intervenieren und die meisten der Festungen, die Philipp erhalten hatte, wegzunehmen, jedoch gelang den Italienern die Rückeroberung der meisten dieser Burgen, bevor 1296 ein Friedensvertrag geschlossen wurde. Nikephoros starb kurze Zeit später, zwischen September 1296 und Juli 1298. Sein minderjähriger Sohn Thomas wurde sein Nachfolger unter der Regentschaft seiner Mutter Anna.

Familie

Von seiner ersten Ehefrau Maria, einer Tochter des Kaisers Theodor II. Dukas Laskars hatte Nikephoros eine Tochter, Maria, die mir Giovanni I. Orsini von Kephalonia (1304-1317) verheiratet wurde; ihre Söhne Nikola Orsini und Giovanni II. Orsini wurden später Despoten von Epirus.

Von seiner zweiten Ehefrau Anna Kantakouzena, der Nichte des Kaisers Michael VIII., hatte Nikephoros zwei Kinder:

Literatur

  • The Oxford Dictionary of Byzantium, Oxford University Press, 1991.
  • John V.A. Fine Jr., The Late Medieval Balkans, Ann Arbor, 1987.


Vorgänger Amt Nachfolger
Michael II. Angelos Despot von Epirus
1267/68-1296/98
Thomas

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