Wattenbach (Söhrewald)

Wattenbach (Söhrewald)
Wattenbach
Gemeinde Söhrewald
Koordinaten: 51° 13′ N, 9° 35′ O51.209919.590557330Koordinaten: 51° 12′ 36″ N, 9° 35′ 26″ O
Höhe: 330–415 m ü. NN
Eingemeindung: 1. Dez. 1970
Postleitzahl: 34320
Vorwahl: 05608

Wattenbach ist ein Ortsteil der Gemeinde Söhrewald im nordhessischen Landkreis Kassel.

Inhaltsverzeichnis

Geographische Lage

Wattenbach ist der mittlere Söhrewalder Ortsteil. Er befindet sich in der bewaldeten Mittelgebirgslandschaft Söhre (max. 643,4 m ü. NN) am nördlichen Mülmisch-Zufluss Wattenbach. Das Dorf liegt auf etwa 330 bis 415 m ü. NN südlich des bewaldeten Bergrückens von Hambühlskopf (445,2 m ü. NN) im Westen und Brandt (441,6 m ü. NN) im Osten; nördlich dieses Rückens befindet sich der Söhrewalder Ortsteil Wellerode und wattenbachabwärts im Süden an der Einmündung in die Mülmisch der Ortsteil Eiterhagen.

Durch Wattenbach verläuft etwa in Nord-Süd-Richtung die Landesstraße 3236 (WellerodeEiterhagen), die nördlich der Ortschaft die in West-Ost-Richtung verlaufende L 3460 (WollrodeSt. Ottilien) kreuzt. Rund 2,8 km westlich des Dorfs liegt der teils zur Gemeinde Söhrewald gehörende Stellbergsee und etwa 1,5 km nordöstlich steht am Franzosentriesch (ca. 490 m ü. NN) der Fernmeldeturm Söhrewald-Wellerode.

Geschichte

Allgemein

Der Ort wurde 1323 erstmals urkundlich erwähnt als die von Meisenbug die Gerichtsbarkeit an die Landgrafschaft Hessen abtraten[1].

Zur Zeit des napoleonischen Königreichs Westphalen gehörte Wattenbach zum Kanton Kaufungen.

Im Jahr 1836 wurde das Braunkohle-Bergwerk Stellberg (u. a. am heutigen Stellbergsee) erschlossen. Mit Eröffnung der Söhrebahn am 21. August 1912 wurde der Abbau rentabel, da jetzt für reibungslosen Transport der geförderten Kohle gesorgt war. Zudem konnten die reichen Basaltvorkommen abgebaut werden. Wattenbach wurde zu einem Bergmannsdorf. Der Abbau in der Zeche wurde 1967 eingestellt. Die Bergmannstradition wird bis zum heutigen Tag gepflegt.

Am 1. Dezember 1970 wurde Wattenbach durch Zusammenschluss der ehemals selbstständigen Gemeinden Eiterhagen, Wattenbach und Wellerode im Rahmen der Gebietsreform zur Gemeinde Söhrewald zusammengeschlossen.

Ein Windkraftpark mit fünf Windrädern mit den Namen „Frau Holle“, „Hänsel“ und „Gretel“, „Rumpelstilzchen“ und „Schneewittchen“ erzeugen zusammen jährlich etwa 6,8 Mio. kWh Strom.

Historische Ortsnamen

Wattenbach (1323); Wattenpach (1539) (Kasseler Salbuch); Wattenbach (1585)

Kirche

Die Kirche (mit einem spätgotischem Westturm) stammt aus dem Jahr 1782. 1791 erhielt sie den heitigen Haubenhelm. Im Kirchenportal befindet sich ein großer weißer Stein, der wie eine Rübe aussieht. Die Bauarbeiter sollen diesen beim Bau der Kirche eingefügt haben, um auf die einseitige Verpflegung während des Baues hinzuweisen. Die Zuckerrübenernte soll im Jahr der Erbauung reichlich gewesen sein. Die Wattenbacher tragen daher den Spitznamen „Rübenesser“.

Einzelnachweise

  1. Wattenbach im Historischen Ortslexikon

Literatur

  • Carl Wilhelm Hermann Hochhuth: Statistik der evangelischen Kirche im Regierungsbezirk Cassel, S. 196.
  • Heinrich Reimer: Historisches Ortslexikon für Kurhessen, 1926, S. 496.

Weblinks


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