Adam Franz Lennig
Generalvikar Adam Franz Lennig, Mainz, 1803-1866, Photographie

Adam Franz Lennig (* 3. Dezember 1803 in Mainz; † 22. November 1866 ebenda) war ein deutscher Theologe.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Adam Franz Lennig[1] ist der Sohn des Mainzer Handelsmannes Nikolaus Lennig und dessen Ehefrau Elisabeth, geb. Menzler. Lennig besuchte in Mainz das Rabanus-Maurus-Gymnasium, er kam als 12jähriger Knabe in die erzieherische Obhut des Ex-Jesuiten Laurentius Doller nach Bruchsal, später an das bischöfliche Gymnasium in Mainz. Weil er für eine Ordination zu jung war, ging er nach Paris, um orientalische Sprachen bei Silvestre de Sacy zu studieren. Anschließend führte er seine theologischen Studien in Rom fort. Hier wurde er am 22. September 1827 zum Priester geweiht und ging dann nach Mainz [um zu lehren].

Lennig war ultramontan, d.h. ein energischer Verfechter der Rechte der römisch-katholischen Kirche und ihrer päpstlichen Autorität . Als am 30. Januar 1830 die Regierung des Großherzogtums Hessen, die seit längerer Zeit schon versuchte, sich in kirchliche Angelegenheiten zu mischen, 39 Artikel über die kirchliche Verwaltung verabschiedete, schickte er diese nach Rom und erhielt Resonanz. [Rom schickte ein Protestschreiben zurück.] Doch selbst Joseph Vitus Burg, der Bischof von Mainz, verteidigte die Artikel. So ging Lennig nach Bonn, um die Vorlesungen von Johann Michael Sailer, Karl Joseph Hieronymus Windischmann und Heinrich Klee zu besuchen.

Im Juni 1832 ging Lennig als Pfarrer nach Gaulsheim, heute Stadtteil von Bingen am Rhein, obwohl er ein Angebot hatte, den Lehrstuhl für Theologie und Exegese in Mainz zu übernehmen. 1839 wurde er Pfarrer von Seligenstadt. Unter Peter Leopold Kaiser, Bischof von Mainz, wurde er 1845 in das Mainzer Domkapitel aufgenommen. Am 23. März 1848 rief Lennig den "Piusverein für religiöse Freiheit" ins Leben. Bischof Emanuel Ketteler ernannte ihn 1852 zum Generalvikar und 1856 zum Domdekan. Lennig ist auf dem Mainzer Hauptfriedhof begraben.

Literatur

Bücher

  • Heinrich Brück: Adam Franz Lennig. Generalvicar und Domdekan von Mainz. Verlag Kirchheim, Mainz 1870.
  • Anton Diehl: Adam Franz Lennig. Domdekan und Generalvikar von Mainz. - Volksvereins-Verlag, Mönchen-Gladbach 1914.
  • Otto Pfülf: Bischof von Ketteler. Eine geschichtliches Darstellung. Verlag Kirchheim, Mainz 1899 (3 Bde., passim)
  • Klaus Schlupp: Schule, Kirche und Staat im 19. Jahrhundert. Die katholische Volksschule im Bistum Mainz und Großherzogtum Hessen-Darmstadt 1830-1877. Verlag Bautz, Nordhausen 2005, ISBN 3-88309-316-5

Aufsätze

  • Der Katholik. Zeitschrift für katholisches Wissen und kirchliches Leben, Jg. 47 (1867), H. 1, S. 257
  • Joseph May: Geschichte der Generalversammlung der Katholiken Deutschlands (1848-1902). Festschrift zur 50. Generalversammlung. Verlag Bachem, Köln 1904, S. 22, 26, 33.
  • Ludwig Lenhart: Der Mainzer Domherr A. F. Lennig an den Straßburger Bischof Andreas Raeß über die gescheiterte Mainzer Bischofskandidatur des Gießener Universitätsprofessors Dr. Leopold Schmid. In: Archiv für mittelrheinische Kirchengeschichte, Jg. 11 (1959), S. 264-279.
  • Christoph Stoll: Bischof Ketteler und die Römische Kurie 1854-1855. Die Behandlung der Mainz-Darmstädter Konvention von 1854 in Rom nach vatikanischen Dokumenten und Briefen Adam Franz Lennigs an seinen Neffen Christoph Moufang. In: Archiv für mittelrheinische Kirchengeschichte, Jg. 29 (1977), S. 193–252
  • Heinrich Reusch: Lennig, Adam Franz. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 18, Duncker & Humblot, Leipzig 1883, S. 261 f.

Quellen

  1. siehe auch http://www.deutsche-biographie.de/sfz68636.html, Lebensweg Adam Franz Lennig

Weblinks


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