Adela von Frankreich

Adela von Frankreich (die Heilige oder Adela von Messines; * wohl 1009 oder 1014; † 8. Januar 1079, begraben im Kloster Messines bei Ypern) stammte aus der Dynastie der Kapetinger, die zu ihrer Zeit die Könige von Frankreich stellten. Sie war von 1036 bis 1067 als Gemahlin von Balduin V. Gräfin von Flandern. Statt Adela wird bei ihr als Vorname oft Adélaide, Adelheid, Aelis oder Alix verwendet.

Inhaltsverzeichnis

Abstammung

Adelas Vater war der Kapetinger Robert II. der Fromme (* 27. März 972; † 20. Juli 1031 in Melun), König von Frankreich von 996 bis 1031. Adela ging aus dessen dritten Ehe mit Konstanze von Provence hervor.

Ehen und Nachkommen

Adela wurde 1027 mit Richard III. (* um 1001; † 6. August 1027), dem dritten Herzog der Normandie, verlobt. Ob diese Verlobung in die Ehe mündete ist ungewiss, da Richard III. noch im selben Jahr verstarb.

Im Jahre 1028 heiratete Adela Balduin V. von Flandern (der Fromme oder Balduin von Lille; * um 1012 in Arras; † 1. September 1067 in Lille), der von 1036 bis 1067 Graf von Flandern war. Aus dieser Ehe stammten drei Kinder:

  • Balduin VI. (* um 1030; † 17. Juli 1070), der 1067 seinem Vater als Graf von Flandern nachfolgte
  • Robert der Friese (* um 1035; † 3. Oktober 1093), der 1071 als Robert I. Graf von Flandern wurde und
  • Mathilde von Flandern, (* um 1032; † 2. November 1083), die 1053 den Herzog Wilhelm II. von der Normandie heiratete. Dieser eroberte 1066 England, wurde als Wilhelm I. König von England und ging so als Wilhelm der Eroberer in die Geschichte ein.

Leben

Adelas Einfluss wird zugeschrieben, dass Balduin V. beim Tode ihres Bruders, des französischen Königs Heinrich I., die Vormundschaft über dessen 7-jährigen Sohn Philipp I. erwarb und somit von 1060 bis 1067 Regent von Frankreich war. Adela hatte insbesondere einen großen Anteil an der kirchlichen Reformpolitik Balduins V. und hat auch viele Kirchenstiftungen ihres Gemahls inspiriert. Direkt oder indirekt sind ihr die Errichtung der Stifte von Aire (1049), Lille (1050) und Harelbeke (1064) sowie der Abteien von Messines bei Ypern (1057) und Ename (1063) zu verdanken. Nach dem Tode Balduins V. im Jahre 1067 reiste Adela nach Rom, erhielt den Nonnenschleier aus den Händen Papst Alexanders II. und trat nach ihrer Rückkehr in die Frauenabtei des Benediktinerordens in Messines ein. Dort blieb sie bis zu ihrem Tod. Ihr Gedenktag ist der 8. September.

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