Adele Bloch-Bauer
Gustav Klimt: Adele Bloch-Bauer I (1907)
Gustav Klimt: Adele Bloch-Bauer II (1912)

Adele Bloch-Bauer (* 9. August 1881 in Wien; † 24. Januar 1925 ebenda, gebürtig Adele Bauer) war eine österreichische Unternehmergattin und wurde vor allem durch das 1907 entstandene Gemälde Adele Bloch-Bauer I („Goldene Adele“) von Gustav Klimt, eines der bedeutendsten Werke des Wiener Jugendstils (Fin de siècle), bekannt.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Adele Bauer war die Tochter des Bankdirektors Moriz Bauer (1840–1905), sie heiratete 1899 den Zuckerfabrikanten Ferdinand Bloch (1864–1945), der sich von da an wie sie Bloch-Bauer nannte.

Im Salon des zum jüdischen Großbürgertum von Wien gehörigen Ehepaares Adele und Ferdinand Bloch-Bauer trafen sich Künstler, Schriftsteller und sozialdemokratische Politiker wie Karl Renner, der spätere erste Staatskanzler der Republik, und Julius Tandler.

Maria Altmann, ihre Nichte, beschrieb Adele Bloch-Bauer nach Eindrücken aus ihrer Kindheit als „krank, leidend, immer mit Kopfweh, rauchend wie ein Schlot, furchtbar zart, dunkel. Ein durchgeistigtes Gesicht, schmal, elegant. Süffisant, arrogant ... Stets auf der Suche nach geistiger Anregung“ (Natter/Frodl, S. 118).

Klimt gehörte zu den Künstlern, die vom Ehepaar Bloch-Bauer gefördert wurden; Adele saß ihm für mehrere Werke Modell, unter anderem für Adele Bloch Bauer II (1912).

Adele Bloch-Bauer starb 1925 in Wien an Meningitis. Ihr Grab befindet sich im Urnenhain der Feuerhalle Simmering.

Rechtsstreit

Urnengrab Bloch Bauer in Wien, Feuerhalle Simmering

Das Gemälde „Goldene Adele“ wurde 2006 nach sehr langem Rechtsstreit von der Republik Österreich an Maria Altmann und ihre Miterben zurückgestellt, von Ronald Lauder gekauft und ist nun in seiner Neuen Galerie in Manhattan, New York, zu sehen.

Anlass für den langen Rechtsstreit um die Bloch-Bauer-Porträts war Adeles Testament.[1] Sie hatte ihren Mann darin gebeten, „ihre“ Klimt-Bilder nach seinem Tod der Österreichischen Galerie im Belvedere zu vermachen. Die Republik Österreich, Trägerin der Galerie, sah sich daher später als rechtmäßige Eigentümerin. Ferdinand Bloch-Bauer gab allerdings im Verlassenschaftsverfahren nach seiner verstorbenen Frau an, Adele habe zwar über die Bilder verfügt, sie seien aber stets sein Eigentum gewesen und nicht ihres. Da ihm die meisten Bilder außerdem während der NS-Zeit entzogen worden waren, sah sich Ferdinand Bloch-Bauer dem Staat gegenüber später zu nichts mehr verpflichtet.

Einzelnachweise

  1. Testament vom 19. Januar 1923

Literatur

  • Hubertus Czernin: Die Fälschung. Der Fall Bloch-Bauer. Band 1. Der Fall Bloch-Bauer und das Werk Gustav Klimts. Band 2. Band III der Bibliothek des Raubes. Czernin Verlag, Wien 1999, ISBN 3-70760-000-9.
  • Tobias Natter und Gerbert Frodl (Hrsg.): Klimt und die Frauen. Katalog der Österreichischen Galerie Belvedere, Köln/Wien 2000.

Weblinks

 Commons: Adele Bloch-Bauer – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

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