Adolf Hermann Wilhelm Hagen

Adolf Hermann Wilhelm Hagen (* 25. September 1820 in Königsberg; † 17. August 1894 in Golling an der Salzach) war preußischer Beamter, Bankier und liberaler Politiker. Der von ihm 1862 im preußischen Abgeordnetenhaus eingebrachte „Antrag Hagen“ war ein Auslöser für das Ende der Neuen Ära in Preußen.

Leben

Hagen studierte Rechtswissenschaften in Königsberg und trat 1843 in den preußischen Staatsdienst ein. Im Jahr 1854 wurde er Stadtkämmerer von Berlin und besoldeter Stadtrat. Diese Position behielt er zunächst bis 1871. Danach wechselte er in die Privatwirtschaft. Hagen war seit 1871 Direktor der Deutschen Unionbank und war in dieser Zeit an der Gründung mehrerer Aktiengesellschaften beteiligt. Nach der Auflösung der Bank trat er 1876 wieder als Stadtrat in den Berliner Magistrat ein. Er war seit 1862 für die Fortschrittspartei Mitglied des preußischen Abgeordnetenhauses.

Im Jahr 1862 stellte er im Plenum einen Antrag in der umstrittenen Frage des Militäretats. Der Hintergrund war, dass die Fortschrittspartei kein Provisorium für die Reorganisation des Militärs mehr mittragen wolle. Er verlangte eine Aufschlüsselung des Etats in verschiedene Posten. Dem stimmte das Abgeordnetenhaus mehrheitlich zu. Finanzminister Robert von Patow sah diese Forderung zwar grundsätzlich als berechtigt an, interpretierte dies aber als parlamentarisches Misstrauen. Da die Regierung auch nicht mehr das uneingeschränkte Vertrauen von Wilhelm I. besaß, traten die altliberalen Minister zurück. Damit war der Antrag Hagen ein Faktor für das Ende der Politik der Neuen Ära in Preußen und stand am Beginn des preußischen Verfassungskonflikts.[1]

In den Jahren 1867 bis 1877 war Hagen auch Mitglied im Reichstag.[2] Danach zog er sich aus dem politischen Leben zurück. Wegen seiner Verdienste um Berlin erhielt er 1871 den Ehrentitel Stadtältester.

Einzelnachweise

  1. Bärbel Holtz und Hartwin Spenkuch (Hrsg.): Preußens Weg in die politische Moderne. Akademie Verlag, 2001, ISBN 3050035803, S. 179 (Digitalisat)
  2. Specht, Fritz / Schwabe, Paul: Die Reichstagswahlen von 1867 bis 1903. Eine Statistik der Reichstagswahlen nebst den Programmen der Parteien und einem Verzeichnis der gewählten Abgeordneten. 2. Aufl. Berlin: Verlag Carl Heymann, 1904, S. 23

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