Adressbuch
Privates Adressbuch
3. Kölner Adressbuch 1797

Das Adressbuch ist ein privat, geschäftlich oder dienstlich geführtes oder aber öffentlich publiziertes, schriftliches Verzeichnis der Adressen von Einzelpersonen, Behörden, Institutionen und Unternehmen. Bekanntestes öffentliches Adressbuch ist das Telefonbuch.

Üblicherweise hält man darin Name, Vorname, Anschrift (bestehend aus Straße, Hausnummer, Postleitzahl, Wohnort), die zusammen die Postanschrift bilden, fest, sowie Telefonnummern des Festnetzes und der Mobilnetze und gegebenenfalls Faxnummern, E-Mail-Adressen und Webseiten.

Häufig werden noch andere persönliche Angaben wie Geburtstag aufgeführt. Adressbücher gibt es in handschriftlicher und gedruckter Form (z. B. in größeren Unternehmen oder Behörden; vgl. für diese auch Staatskalender). Zur vereinfachten Suche haben Adressbücher häufig alphabetische Reiter, die sowohl gedruckt als auch gestanzt sein können.

Inhaltsverzeichnis

Historische Adressbücher

Alte Adressbücher sind eine wichtige Quelle für die historische Forschung. So findet sich zum Beispiel im ersten gedruckten Adressbuch der Stadt Hannover[1] von 1798 am Ende ein gesondertes

Aber auch zur Ermittlung der letzten frei gewählten Wohnungen von anderen Opfern des Faschismus spielen die Adressbücher der 1930er/1940er Jahre eine große Rolle; nicht zuletzt für die Verlegung der Stolpersteine durch Gunter Demnig. Darüber hinaus sind in den alten Adressbüchern oftmals auch die Berufsbezeichnungen oder die genaue Lage der Wohnung verzeichnet, wie z.B. „Eisenbahnführer“, „Dienstmagd“, „Hinterhaus“ oder auch „3. Stock links“.

Auch geänderte Berufs- oder Namensbezeichnungen oder Hausnummern lassen sich so nachträglich ermitteln.

Alte Adressbücher enthalten oftmals nur die Namen der – männlichen – Haushaltsvorstände.

Mitunter enthalten die gedrückten Adressbücher auch historische Karten.

Auch die Hinweise auf Firmen und deren Bewerbung sind für die Forschung von Interesse.

Elektronische Adressbücher

Immer mehr setzen sich durch die Verbreitung elektronischer Medien digitale Formen durch. Diese können als separate, speziell für diesen Zweck konzipierte Software, innerhalb von Standard-Bürosoftware integrierte Programme, Datenbanken am Einzelplatzrechner, im Intranet oder aber im Internet gespeichert sein. Hierzu zählen auch Telefonverzeichnisse auf CD. Ein Abgleich mit Mobiltelefon, Organizer oder PDA ersetzt ein Adressbuch auf Papier. Netzwerkplattformen, wie z. B. XING, gehen so weit, dass die Kontaktdaten aufeinander verlinkt werden und somit immer aktuell sind.

Eine elektronische Visitenkarte zur automatischen Aufnahme ins Adressbuch ist die vCard. Das automatische Erstellen mehrerer Briefe an Adressen eines Adressbuchs nennt sich Serienbrief.

Literatur

  • Hermann Ebeling: Zwischen den Zeilen. Kleine Geschichte des Karlsruher Adressbuchs. 1818-1993. Braun, Karlsruhe 1992, ISBN 3-7650-8119-1
  • Klara van Eyll (Hrsg.): Alte Adressbücher erzählen... Leben und Alltag in Köln. Greven, Köln 1993, ISBN 3-7743-0277-4
  • Christel Wegeleben: Adressbücher. In: Wolfgang Ribbe / Eckart Henning: Taschenbuch für Familiengeschichtsforschung. 11. Aufl., Degener & Co., Neustadt an der Aisch 1995, S. 301-329
  • Christine Fischer-Defoy und Susanne Schaal (Hrsg.): Berliner ABC. Das private Adreßbuch von Paul Hindemith 1927 bis 1938. Transit, Berlin 1999, ISBN 3-88747-148-2 (Beispiel für ein privates Adressbuch eines bekannten Komponisten)
  • Hartmut Jäckel: Menschen in Berlin. Das letzte Telefonbuch der alten Reichshauptstadt 1941. DVA, Stuttgart u. a. 2000, ISBN 3-421-05421-5 (Biografieforschung von Prominenten und Nichtprominenten anhand des Berliner Telefonbuchs von 1941)
  • Otto Ruf: Das Adreßbuch. Eine geschichtliche und wirtschaftliche Untersuchung. Dissertation, Universität Würzburg 1932 (zu Geschichte, Herstellung, Verlagswesen und volkswirtschaftlicher Bedeutung)
  • Karl Schlögel: Berliner Adressbücher, in: Im Raume lesen wir die Zeit. Über Zivilisationsgeschichte und Geopolitik. Hanser, München u. a. 2003, ISBN 3-446-20381-8, S. 329-351
  • Arthur Ritter von Vincenti (Hrsg.): Das Magdeburger Adressbuch von 1817. Bearbeitet von Maren Ballerstedt. Reprint der Ausgabe bei Degener, Leipzig 1932. Stadtarchiv Magdeburg, Magdeburg 2003, ISBN 3-9808534-1-1
  • Das ietzlebende Leipzig. Reprint der Ausgabe Leipzig 1701. Schmidt-Römhild, Leipzig 1994, ISBN 3-7950-3907-X (Nachdruck des wohl ersten deutschen städtischen Adressbuchs; Digitalisat)
  • Peter Guttkuhn: Mit Eines Hochedlen und Hochweisen Raths Privilegio: Lübecker Adressbuch. In: Vaterstädtische Blätter, Lübeck. 28. Jg., 1977, S. 24-25.

Weblinks

 Wikisource: Adressbücher – Quellen und Volltexte
 Commons: Adressbücher – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wiktionary Wiktionary: Adressbuch – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Historische Adressbücher im Internet

Einzelnachweise

  1. Helmut Knocke in: Stadtlexikon Hannover, S. 12

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