Alarius Ensemble

Das Ensemble „Alarius“ war eine belgische Kammermusikformierung, die von 1954 bis 1972 bestand und ein Ableger des „Ensemble Musiques Nouvelles“ war.

Die Formation widmete sich von Beginn an der Alten Musik und führte in Belgien den Gebrauch von historischen Instrumenten ein. Das Ensemble wurde innerhalb kurzer Zeit, für die damals noch als „Bewegung“ bezeichnete Pionierzeit der historischen Aufführungspraxis prägend. Namensgeber war der aus Gent stammende Kammermusiker des französischen Königs Hilaire Verloge, in Versailles „Monsieur Alarius“ genannt.

Die Initiatoren des Ensemble „Alarius“ war der Flötist Charles Mc Guire, der 1964 tödlich verunglückte, Janine Rubinlicht (Violine), Wieland Kuijken (Viola da Gamba und Cello), und Robert Kohnen (Klavier, Cembalo und Orgel). In den 1960er Jahren, kamen Sigiswald Kuijken, Marleen Thiers-Kuijken (Bratsche) und Barthold Kuijken (Flöte) hinzu. Die Besetzungen variierten nach Bedarf, so waren als Gastmusiker Gustav Leonhardt und Marie Leonhardt, Anner Bijlsma und Lucy van Dael oder der Countertenor René Jacobs immer wieder gefragt. Konzerttourneen führten das Ensemble in die meisten Länder Europas, die Vereinigten Staaten von Amerika und nach Japan.

Das Ensemble machte in dieser Zeit vielfach Ersteinspielungen von Werken, damals dem großen Publikum gänzlich unbekannter alter Meister, wie dem flämischen Komponisten Carolus Hacquart, aber auch frühe deutsche und italienische Barockmeister wie Johann Rosenmüller, Dario Castello , Carlo Farina und Giovanni Paolo Cima, waren neben den bekannteren Komponisten im Repertoire vertreten.

Das Ensemble ging 1972 nach der, durch die deutsche Harmonia Mundi angeregten Gründung der La Petite Bande in dieser auf.


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