Frankfurter Rundschau
Frankfurter Rundschau
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Beschreibung deutsche Tageszeitung
Verlag Druck- und Verlagshaus Frankfurt am Main
Erstausgabe 1. August 1945
Erscheinungsweise täglich außer sonntags
Verkaufte Auflage (IVW 3/2011, Mo-Sa) 119.559 Exemplare
Chefredakteur Joachim Frank und Rouven Schellenberger
Herausgeber N. N.
Weblink www.fr.de
Artikelarchiv ca. 2002 ff.
ISSN 0940-6980

Die Frankfurter Rundschau (FR) ist eine überregionale deutsche Abonnement-Tageszeitung. Sie erscheint in einer Stadt- und in einer Deutschlandausgabe sowie in drei Regionalausgaben und betreibt sowohl eine Online-Ausgabe als auch ein E-Paper. Seit September 2010 gibt es eine eigene Ausgabe für Tablett-Computer (iPad). Sie erzielte im ersten Quartal von 2011 eine verkaufte Auflage von 119.559 Exemplaren.[1] Seit April 2010 ist die Frankfurter Rundschau Teil der „DuMont-Redaktionsgemeinschaft“, der auch die Berliner Zeitung, der Kölner Stadt-Anzeiger und die Mitteldeutsche Zeitung angehören.[2]

Inhaltsverzeichnis

Profil

Die Bezeichnung der FR als „links-liberal“ bzw. „sozial-liberal“ geht auf die prägende Gestalt der FR, Karl Gerold, zurück.[3] Eine Untersuchung von U. Volkmann aus dem Jahr 2005 beurteilt die FR als SPD-nahe Zeitung – „eine Parteiverbundenheit, die sich so in keiner Weise bei den anderen Qualitätszeitungen findet“.[4] Vergleicht man die Kommentare der FR in den Jahren 1970 und 2000, kommt man zu dem Ergebnis, dass das politische Profil der Zeitung in dieser Zeit in Grundfragen konstant geblieben ist. Die FR nahm bei Arbeitskonflikten in der Regel eine gewerkschaftsnahe Position ein.[4] In Verteilungskonflikten vertrauten die Kommentatoren nicht auf eine Selbstregulierung der Märkte oder den Interessenausgleich zwischen den gesellschaftlichen Kräften Arbeit und Kapital, sondern erwarteten eher vom Staat (Regierung, Parlament, Rechtsprechung), dass er eine angemessene Lösung finden sollte („etatistische Position“). Im Jahr 2000 hatte sich an diesen Haltungen kaum etwas geändert. Angesichts der in der Studie unterstellten Defensive von gewerkschaftsnahen und wohlfahrtstaatlichen Positionen gegenüber neoliberalen Anschauungen im Jahr 2000 veränderten sich die Argumentationen der FR-Kommentatoren. Moralische Appelle gewannen einen größeren Raum in den Kommentaren.[4] Durch diese Positionierung stabilisierte die FR ein Milieu, das sich signifikant von neoliberalen Entwicklungen (z. B. Privatisierungen, Marktorientierung) abgrenzte. Unterstellt man eine Wechselwirkung zwischen Kommentatoren und Leserpublikum, dann wird man zu dem Urteil kommen, dass die Leser der FR in einer „anderen Welt“ lebten als die bürgerlich-konservativen und wirtschaftsliberalen Milieus, wie sie etwa durch die F.A.Z. oder die Welt repräsentiert sind.[4] Die FR wirkte dadurch erheblich an der gesellschaftlichen Meinungsbildung mit.[4] Die Veränderungen in der Frankfurter Rundschau seit dem Jahr 2005 werden deswegen sowohl in den konservativen wie in den sozialliberalen Milieus mit großer Aufmerksamkeit verfolgt. In diesem Zusammenhang wurde in der medialen Öffentlichkeit auch immer wieder thematisiert, dass die Zeitung trotz ihres selbstgewählten Anspruchs der journalistischen Vertretung sozialen Ausgleichs studentische Praktikanten über längere Zeiträume grundsätzlich nur unbezahlt beschäftigt und wiederholt Redakteure zur Umgehung des Manteltarifvertrages aus der regulären Redaktion ausgegliedert hat.[5]

Geschichte

Inzwischen abgerissenes Rundschau-Haus im September 2004
Straßenbahn in Frankfurt mit Rundschau-Werbung im Jahr 2003

Die FR war die zweite deutsche Tageszeitung, die nach dem Zweiten Weltkrieg gegründet wurde. Im amerikanischen Sektor war sie die erste Tageszeitung, die durch die Information Control Division eine Lizenz zugesprochen bekam. Die Zeitung wurde am 1. August 1945 auf Veranlassung der amerikanischen Besatzungsmacht gegründet, um den freiheitlich-parlamentarischen Gedanken zu verbreiten. Sie war somit eines der ersten Blätter der Lizenzpresse. Die FR nahm die Arbeit in den Räumen der 1943 von den Nationalsozialisten verbotenen Frankfurter Zeitung auf. Die Lizenz wurde an Wilhelm Knothe, Wilhelm Karl Gerst, Paul Rodemann, Hans Etzkorn, Arno Rudert, Otto Grossmann und Emil Carlebach vergeben, die jedoch bis auf Rudert schnell wieder ausschieden. Das Gremium setzte sich aus Sozialdemokraten, Kommunisten und mit Gerst einem sozialistischen Vertreter des politischen Katholizismus zusammen. Gerade wegen seiner Diskussionsbereitschaft den Kommunisten gegenüber wurde Gerst bereits 1946 von der amerikanischen Besatzungsverwaltung seines Postens enthoben. Im selben Jahr stieß der Sozialdemokrat Karl Gerold zu den Lizenznehmern. Bis 1947 wurden alle Kommunisten aus der Redaktion entfernt. In der Endphase der Lizenzpflicht 1949 gab es Bestrebungen, den Verlag zu einer gemeinnützigen Stiftung zu machen, was aber auf Druck der Amerikaner verhindert wurde. Nach dem Tod Ruderts 1954 war Gerold alleiniger Verleger der Zeitung und blieb dies bis zu seinem Tod 1973. Im selben Jahr wurde die gemeinnützige Karl-Gerold-Stiftung gegründet, die seinerzeit 100-prozentige Eigentümerin des Druck- und Verlagshaus Frankfurt wurde, das die FR herausgibt. Seit 2004 hält die Karl-Gerold-Stiftung noch einen Stammkapitalanteil von 10 Prozent. Seit Februar 2009 ist die Frankfurter Rundschau an dem regionalen Online-Anzeigenportal kalaydo.de beteiligt.

Umzüge, Krise, Umstellung, Umstrukturierung 2008 und 2011

Sitz der Frankfurter Rundschau

Frankfurter Rundschau im Sachsenhäuser Depot am Karl-Gerold-Platz

Zu den regionalen Hauptkonkurrenten gehören die konservativ-liberale Frankfurter Allgemeine Zeitung und die konservative Frankfurter Neue Presse, aber auch die Regionalausgabe der Bild-Zeitung.

Die Redaktion der FR hatte ihren Sitz mehr als 51 Jahre lang im Rundschau-Haus am Eschenheimer Tor, mitten in der Frankfurter Innenstadt. Am 16. Juli 2005 zogen die Redaktion und ein Teil des Verlages in das Bürogebäude Colosseo am Walther-von-Cronberg-Platz im linksmainischen Stadtteil Sachsenhausen um. Andere Abteilungen wurden an den Druckstandort im benachbarten Neu-Isenburg verlegt, zu dem auch eine moderne Großdruckerei gehört, das Druck- und Verlagshaus Frankfurt am Main (DUV). Eine Pikanterie besteht allerdings darin, dass der Druckbetrieb zu 75 Prozent von Fremdaufträgen der Axel Springer AG lebt: So wird etwa die Frankfurter Ausgabe der Bild-Zeitung dort hergestellt. Das in der Stadtmitte gelegene Rundschau-Haus wurde 2006 abgerissen, das Grundstück wird als Teil des Großbauprojekts Palais Quartier neu bebaut. Die Ausgabe der FR vom 18. Juli 2005 entstand erstmals in Sachsenhausen. Am 15. Februar 2009 zog die Redaktion in die westliche Halle des bis dahin umgebauten Sachsenhäuser Depots am Südbahnhof ein.[6]

Krise ab 2003 und DDVG-Übernahme

Aufgrund finanzieller Schwierigkeiten musste die Frankfurter Rundschau 2003 vom CDU-regierten Land Hessen durch eine Landesbürgschaft unterstützt werden. Es wurde ein Investor gesucht. Anfang Mai 2004 übernahm die SPD-eigene Medienholding DDVG 90 Prozent der Anteile am Druck- und Verlagshaus als Herausgeberin der FR. Wegen der Landesbürgschaft gab es Kritik an einer befürchteten Abhängigkeit der Zeitung von der CDU-Regierung. Die darauf folgende DDVG-Übernahme wurde durch eine heftige öffentliche Diskussion begleitet, da die Zeitung nun zu den wichtigsten SPD-Medienbeteiligungen gehörte.[7]

Führende SPD-Politiker betonten, man wolle eine der wenigen linksliberalen Tageszeitungen Deutschlands erhalten und es werde kein Einfluss auf die Redaktion ausgeübt. Auch nach der Übernahme bezeichnete sich die Frankfurter Rundschau als „Unabhängige Tageszeitung“. Spätestens 2006 wollten die Sozialdemokraten ihre Beteiligung wieder auf deutlich unter 50 Prozent reduziert haben. Um das Haus vor der drohenden Insolvenz zu retten, fuhr die Hamburger Holding mit Hilfe der hanseatischen Unternehmensberatergruppe Schickler & Partner einen drastischen Sparkurs.

Durch Entlassungen und Outsourcing sank die Zahl der Beschäftigten binnen drei Jahren von rund 1700 auf 750 Stellen. Trotzdem ist sie inzwischen die einzige noch im Straßenbild und in Gaststätten präsente Tageszeitung in Frankfurt – durch nicht vom Verlag angestellte mobile Verkäufer eines Vertriebspartners. Alle anderen hatten diese Art des Vertriebs eingestellt.

Am 16. Mai 2006 gab die Gesellschafterversammlung des Druck- und Verlagshauses Frankfurt bekannt, dass sie sich mit sofortiger Wirkung von dem bisherigen Chefredakteur der Zeitung, Wolfgang Storz, trennen werde. Nach Angaben von Storz war die wesentliche Ursache ein vorheriger inhaltlicher Streit mit der SPD-Schatzmeisterin Wettig-Danielmeier, welche eine negativere Berichterstattung über die Partei Die Linke empfahl. Nach SPD-Angaben hingegen war der Kündigungsgrund die wirtschaftlich schlechte Lage der Zeitung.[8]

Die Redaktion der Frankfurter Rundschau protestierte auch auf der Titelseite gegen die Ablösung ihres Leiters. Am Mittwoch, dem 17. Mai 2006, stand dort: „Die Redaktion nimmt die Entscheidung des Mehrheitsgesellschafters zur Kenntnis, legt aber Wert auf die Feststellung, dass sie die Entlassung des Chefredakteurs nicht billigt.“[9] Als Nachfolger wurde zum 1. Juli 2006 der bisherige Chefredakteur der Berliner Zeitung, Uwe Vorkötter, berufen.[10]

Übernahme der FR durch DuMont und Zusammenarbeit mit der Berliner Zeitung

Am 18. Juli 2006 gaben die DDVG und der Kölner Verlag M. DuMont Schauberg bekannt, dass die DDVG 50 Prozent der Anteile plus eine Aktie an DuMont Schauberg verkauft habe; zum Kaufpreis wurden keine Angaben gemacht. Seither hält die DDVG 40 Prozent des Kapitals, 10 Prozent verblieben bei der Karl-Gerold-Stiftung.[11] In einem vorangegangenen Bericht in der Süddeutschen Zeitung war von einem Kaufpreis von 35 Millionen Euro die Rede. Auf die linksliberale Ausrichtung des Blatts bleibe der Verkauf ohne Auswirkungen, hieß es.[12]

Die Frankfurter Rundschau stieg am 30. Mai 2007 auf das kompakte Tabloid-Format um. Damit verbunden waren eine Umstrukturierung der lokalen Berichterstattung und die Einstellung der Plus-Beilagen. Erweitert wurde das Ressort Wissen & Bildung (nun an sechs Tagen mit jeweils zwei Seiten). Gleichzeitig wurde die Anzahl der Regionalausgaben von sieben auf drei reduziert. Der European Newspaper Award würdigte das Erscheinungsbild des Tabloid-Fomates mit mehreren Auszeichnungen, darunter mit dem Sonderpreis der Jury für die iPad-Ausgabe (2010).

Betrachtet man die Auflagenentwicklung der neuen FR nach dem Relaunch im Tabloid-Format (Mai 2007 bis Mai 2008), so ist zunächst eine Steigerung der verkauften Auflage um 2,46 Prozent (3693 Exemplare) feststellbar. Gleichzeitig kam es jedoch zu einem Abonnentenrückgang um 5,44 Prozent (5035 Exemplare).

Im Frühjahr 2008 kündigte sich die nächste Krise der Zeitung an: Verleger M. DuMont Schauberg will mit Unterstützung des Chefredakteurs, aber gegen den massiven Protest der Belegschaft und der Gewerkschaften, die hausinternen Strukturen des Frankfurter Druck- und Verlagshauses zerschlagen, um die Herstellungskosten des Blattes nachhaltig zu senken. Zuerst sollen die Abteilungen Rechnungswesen und Controlling in die Konzernzentrale nach Köln verlegt werden, wobei 16 Mitarbeiter ihren Arbeitsplatz in Frankfurt verlieren würden. Außerdem sollen der Bereich Infografik, Layout, Bild, technische Redaktion und Produktionssteuerung bereits ab Juli 2008 in eine »FR-Design GmbH« ausgelagert werden. Ein weiterer Schritt wäre die Ausgliederung der Regionalredaktionen. Auf diese Weise sollen von den noch 750 Stellen ab 2008 nach und nach nochmals 200 entfallen bzw. bei externen Dienstleistern untergebracht werden. Ziel sei es letztlich, die Geltung der Tarifverträge für Journalisten auszuhebeln, die dem Unternehmen zu teuer geworden sind. Der frühere Chefredakteur Vorkötter wurde zudem als Verlagsbeauftragter für eine stärkere Kooperation von Berliner Zeitung und Frankfurter Rundschau eingesetzt.[13] Dagegen wehren sich die Redaktionen.[14]

2010 hatte die Frankfurter Rundschau etwa 170 Redakteure, von denen rund drei Dutzend in der nicht tarifgebundenen Tochterfirma „Pressedienst Frankfurt“ beschäftigt sind. Die überregionalen Politik-Berichte werden von der DuMont-Redaktionsgemeinschaft aus Berlin geliefert. Seit dem 19. August 2010 wird über Maßnahmen des weiteren Stellenabbaus zur Kosteneinsparung mit dem DJV und ver.di verhandelt, obwohl die Beschäftigten seit Jahren auf tarifliches Urlaubsgeld und Weihnachtsgeld verzichten, um Kündigungen zu vermeiden.[15]

Bis Ende 2010 schmolz die Zahl der Abonnenten als Rückgrat der Zeitung auf 75.000 (von ursprünglich 92555).[16] Ende 2010 betrug die verkaufte Auflage laut IVW-Zahlen vom Januar 2011 noch knapp 130.000 Exemplare.[17] Die Frankfurter Rundschau ist außerdem weiterhin von einem besonders großen Rückgang der Schaltung von Werbeanzeigen betroffen.[18] 2010 bezifferte sich der Verlust der Zeitung nach Verlagsangaben auf 19 Millionen.[17]

DuMont Schauberg gab im April 2011 bekannt, langfristig 40 der 190 redaktionellen Stellen abzubauen. In Frankfurt sollen die Lokalredaktionen bleiben und dort auch alle überregionalen digitalen Inhalte erstellt werden. Ab dem Sommer 2011 sollen die überregionalen Mantelseiten in Berlin zusammen mit der Berliner Zeitung produziert werden. Vom Deutschem Journalisten-Verband wurde die Befürchtung geäußert, dass die FR dadurch zukünftig zur Lokalausgabe zu einer der "Berliner Zeitung" werde.[17] Der diesbezügliche Sozialplan wurde Anfang Juli 2011 vereinbart. Insgesamt soll die Redaktion demnach im Zuge der Neustrukturierung um 58 Stellen verkleinert werden. Neben der Lokalredaktion wird es in Frankfurt neuerdings ein „digitales Redaktionszentrum“ geben, das sowohl für die Frankfurter Rundschau als auch für die Berliner Zeitung arbeiten soll.[19]

Jugendredaktion FRiSCH und Marix Wissen

Logo der Jugendredaktion

Die Frankfurter Rundschau unterhält eine eigene Jugendredaktion: FRiSCH (FR in der Schule). Sie besteht aus etwa 25 Jugendlichen zwischen 15 und 21 Jahren, die sich wöchentlich zur Redaktionssitzung treffen. Die Jugendlichen recherchieren und schreiben eigene Artikel, führen Interviews und vieles mehr. Die Artikel der jungen Redakteure aus Frankfurt erscheinen auf der FRiSCH-Seite in der Zeitung. Außerdem stehen sie in der Online-Ausgabe.

Jahrelang wurde das FR-Projekt von Fraport und McDonald’s unterstützt und gefördert, letzterer hat seine Unterstützung jedoch 2008 eingestellt.

Zusammen mit dem Marix-Verlag hat die Frankfurter Rundschau die Veröffentlichung einer z. T. lexikalischen Reihe von Sachbüchern begonnen. Bisher sind diverse Bücher über Politik, Geschichte, Kultur und Zeitgeschehen erschienen.[20]

Sonstiges

Zu einem aufsehenerregenden Zwischenfall kam es am 3. August 2004. Die Auslieferung der Tagesausgabe wurde gestoppt, nachdem auf der Titelseite ein Fehler bemerkt wurde. Im Titelkopf stand nicht wie sonst „unabhängige“, sondern „abhängige“ Tageszeitung. Die Vorsilbe war von einem Bild des Schauspielers und Regisseurs Woody Allen überdeckt. Die Geschäftsführung ging offen mit dem Problem um und betonte, es handele sich um einen technischen Fehler. Eine bewusste Manipulation durch Mitarbeiter sei auszuschließen. Dass ein technischer Fehler im Redaktionssystem schuld gewesen sein soll, zieht die Die Welt in Zweifel. Die Übernahme der Zeitung durch die SPD-Holding DDVG habe in der FR-Redaktion für „Verwerfungen“ gesorgt. Zudem hätten viele Beschäftigte ohnehin nichts mehr zu verlieren, da 350 Stellen abgebaut werden sollten. Um einen Imageschaden abzuwenden, wurden bereits ausgelieferte Exemplare wieder eingesammelt. Insgesamt waren 61.450 Exemplare der Lieferungen in die ostdeutschen Bundesländer (einschließlich Berlin) betroffen.

Umfang und Ausgaben

Die Frankfurter Rundschau erscheint in fünf verschiedenen Ausgaben, wobei der Mantel meistens einheitlich ist. Der überregionale Mantel umfasst dienstags bis samstags 40 Seiten und montags 32 Seiten mit 16-seitigem herausnehmbaren Sportteil.

Ehemaliger Newsdesk in der Rundschau-Redaktion (bis Anfang 2009)

Am Mittwoch liegt der Zeitung eine Immobilien-, Automobil- und Stellenanzeigenbeilage, am Samstag zusätzlich ein Reiseteil bei. Die fünf Regionalausgaben umfassen am Montag nur 16 Seiten, der Zeitung liegt dann aber eine acht Seiten umfassende Beilage „Sport Rhein-Main“ bei. Der Hessenteil in der Deutschlandausgabe ist dann im Mantel integriert.

Zu bestimmten Anlässen variiert der Umfang, teilweise werden Sonderbeilagen, etwa nach der Landtagswahl in Hessen 2008[21], veröffentlicht.

Der Regionalteil der überregionalen Ausgabe umfasst außer montags in der Regel acht, die Regionalteile der Regionalausgaben meist 24 Seiten. Die Regionalausgaben enthalten alle einen Nachrichtenteil „Hessen“, regelmäßig eine „Campus“-Beilage sowie auf der Rückseite einen „Leute“-Teil.

Literatur

  • Emil Carlebach: Zensur ohne Schere, Die Gründerjahre der „Frankfurter Rundschau“ 1945/47. Frankfurt 1985, ISBN 3-87682-807-4
  • Ute Volkmann, Legitime Ungleichheiten. Journalistische Deutungen vom „sozialdemokratischen Konsensus“ zum „Neoliberalismus“, Wiesbaden 2006

Weblinks

 Commons: Frankfurter Rundschau – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. laut IVW, drittes Quartal 2011, Mo-Sa (Details und Quartalsvergleich auf ivw.eu)
  2. Uwe Vorkötter: „In eigener Sache“, in: Berliner Zeitung, 26. April 2010.
  3. FR vom 21. Februar 2009, B 11: „Die Rundschau sollte ‚sozial-liberal, links-liberal‘ sein. Das blieb sein [Karl Gerolds] Vermächtnis“
  4. a b c d e U. Volkmann: Legitime Ungleichheiten. Journalistische Deutungen vom „sozialdemokratischen Konsensus“ zum „Neoliberalismus“, Wiesbaden 2006, S. 262
  5. M. Ipsum: Neue Mantelvertragsgestaltung. In: RAC-Info. Nr. 12, 2009, S. 34–63.
  6. Umzug von Redaktion und Verlag. Im laufenden Betrieb In: Frankfurter Rundschau vom 13. Februar 2009
  7. „Rundschau“-Chefredakteur: Keine Angst vor der DDVG, FAZ vom 12. März 2004
  8. Die Schatzmeisterin und der Sturz des „FR“-Chefs, Tagesspiegel, 31. August 2007
  9. Das Ende einer Traditionslinie. Deutschlandradio Kultur, 18. Mai 2006, Zugriff am 30. Oktober 2006
  10. Seit 1. Juni 2009 ist die Position des Chefredakteurs mit Joachim Frank (vorher Kölner Stadt-Anzeiger) und Rouven Schellenberger (vorher Stellvertretender Chefredakteur der FR) besetzt.
  11. Presseerklärung zur Übernahme durch das Verlagshaus Neven DuMont, Frankfurter Rundschau, 18. Juli 2006
  12. Vgl. Spiegel-Bericht vom 18. Juli 2006 und Deutschlandfunk vom 19. Juli 2006
  13. FR: Schellenberger und Frank folgen auf Vorkötter aus: werben & verkaufen, Mai 2009
  14. Ein Blatt, ein Team. In: Süddeutsche Zeitung vom 15. Januar 2010. Zum Problem der Syndication auch hier: Zapp. Das Medienmagazin, NDR Fernsehen vom 7. Februar 2007, abgerufen am 30. Januar 2009.
  15. Geld in die Hand In: Süddeutsche Zeitung vom 24. August 2010, S. 15
  16. „Frankfurter Rundschau“: Auflage sinkt dramatisch In: www.medienmagazin.de
  17. a b c Verlag streicht Traditionsblatt zusammen In: Spiegel online, 1. April 2011
  18. Frankfurter Rundschau schrumpft zur Lokalzeitung
  19. 58 Stellen wurden „sozialverträglich“ abgebaut. FR-Personalabbau: der Sozialplan steht. In: Meedia. 5. Juli 2011. Abgerufen am 8. Juli 2011.
  20. Marix Wissen – die Wissensreihe der Frankfurter Rundschau
  21. Frankfurter Rundschau, Ausgabe 23, 28. Januar 2008 „Hessenwahl“

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