Albert Rohloff

Albert Rohloff (* 29. Dezember 1896 in Esbeck; † 11. März 1961 in Gandersheim) war ein deutscher Politiker der SPD.

Inhaltsverzeichnis

Leben und Wirken

Nach dem Besuch der Volksschule absolvierte Rohloff eine Buchdruckerlehrere (Schriftsetzerhandwerk). Im Jahr 1916 trat er in die Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD) ein.[1] Ab 1915 nahm Rohloff am Ersten Weltkrieg teil, in dem er an der Ost- und Westfront kämpfte. Von 1919 bis 1928 war Rohloff im Buchdruckgewerbe und in der staatlichen Bauverwaltung tätig. 1922 heiratete er. Ein Jahr später, 1923, legte er seine Meisterprüfung im Buchdruckgewerbe ab.

In den Jahren 1920 bis 1928 amtierte Rohloff als Kreisvorsitzender der Holzmindener SPD. Von 1922 bis 1933 saß er als Abgeordneter der SPD im Landtag des Landes Braunschweig. Von 1928 bis zu seiner im Oktober 1930 aus politischen Gründen erfolgten Zwangspensionierung bekleidete er das Amt des Kreisdirektors des Braunschweigischen Kreises Gandersheim. Bei der Reichstagswahl vom Juli 1932 wurde Rohloff als Kandidat der SPD für den Wahlkreis 16 (Südhannover-Braunschweig) in den Reichstag der Weimarer Republik gewählt, dem er knapp vier Monate lang, bis zu der Parlamentswahl vom November desselben Jahres angehörte. Daneben war er seit 1931 Stadt- und Kreisverordneter.

In der Zeit des Nationalsozialismus wurde Rohloff im März 1933 verhaftet und saß im Brauschweiger Gefängnis ein. Ab 1934 arbeitete er in Hannover als Inhaber einer Buchdruckerei. Im Jahr 1935 wurde er erneut in Haft genommen und saß in Hannover und Braunschweig im Gefängnis ein. Die Zeit vom August 1935 bis zum Dezember 1935 verbrachte er im Konzentrationslager Dachau, im Jahr 1938 saß er wiederum im Braunschweiger Gefängnis ein. In den Jahren 1939 bis 1945 war er Mitglied der Wehrmacht. Er war von 1945 bis 1946 in England in Kriegsgefangenschaft.

Nach seiner Entlassung aus der Gefangenschaft und der Rückkehr in seine Heimat trat Rohloff erneut der SPD bei. Im Oktober 1946 übernahm er das Amt des Landrates im Kreis Gandersheim ab Oktober 1946 und gehörte für die SPD vom 21. Februar 1946 bis 21. November 1946 dem ernannten Landtag von Braunschweig und vom 9. Dezember 1946 bis zum 28. März 1947 dem Ernannten Niedersächsischen Landtag an. Vom 20. April 1947 bis zum 14. Juni 1948 war er Mitglied des Niedersächsischen Landtages (1. Wahlperiode). Außerdem amtierte er als Oberkreisdirektor.

Heute erinnert unter anderem die Albert-Rohloff-Straße in Bad Gandersheim an Rohloffs Leben und politische Tätigkeit.

Literatur

  • Wer ist Wer? Das deutsche Who's Who, 1955
  • Barbara Simon: Abgeordnete in Niedersachsen 1946–1994: Biographisches Handbuch, 1996, Seite 315
  • Werner Sohn: Im Spiegel der Nachkriegsprozesse: die Errichtung der NS-Herrschaft im Freistaat Braunschweig. Verlag Appelhans, 2003, Seite 24. ISBN 3930292815
  • Bernd Rother: Die Sozialdemokratie im Land Braunschweig, 1918 bis 1933. Veröffentlichungen des Instituts für Sozialgeschichte Braunschweig-Bonn, Verlag J.H.W. Dietz, 1990. ISBN 3801240169

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Barbara Simon: Abgeordnete in Niedersachsen 1946–1994: Biographisches Handbuch, 1996, Seite 315

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