Alfershausen
Alfershausen
Koordinaten: 49° 6′ N, 11° 11′ O49.10722222222211.186666666667428Koordinaten: 49° 6′ 26″ N, 11° 11′ 12″ O
Höhe: 428–443 m ü. NN
Einwohner: 368 (1987)
Postleitzahl: 91177
Vorwahl: 09173

Alfershausen ist ein Ortsteil der Marktgemeinde Thalmässing im Landkreis Roth, Mittelfranken. Es liegt im Tal des Baches Thalach, zwischen den Ausläufern der südlichen Frankenalb und der Europäischen Wasserscheide. Alfershausen befindet sich im nördlichen Grenzbereich des Naturparks Altmühltal.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

788 wurde ein Alfershausen (später Altolfeshusen) zum ersten Mal in einer Schenkungsurkunde des Klosters Fulda erwähnt. Ob es sich bei dieser Erwähnung um dieses Alfershausen handelte, ist jedoch unsicher.

Sicher urkundlich erwähnt wurde Alfershausen im Jahr 1068. Bischof Gundekar II. errichtete eine Kapelle an der Domkirche zu Eichstätt. Am 2. April 1068 schenkte eine Edle Richlinde dieser Kapelle einen Hof in Alfershausen zu deren Dotierung.

Die Ortschaft ist jedoch zweifellos älter. Das Gebiet um Alfershausen war schon zur Hallstattzeit besiedelt.

Im Dreißigjährigen Krieg wurde es 1631–1648 stark zerstört. Zum Wiederaufbau trugen hauptsächlich österreichische Exulanten bei. Dies hatte Auswirkungen auf den dort gesprochenen mittelfränkischen Dialekt (zum Beispiel enk anstatt euch). Ab 1742 begann der Wiederaufbau der Kirche, wobei Reste des zerstörten Turmes verwendet wurden. Der Chorraum des alten Turmes ist heute ein Teil der Sakristei.

Am 23. April 1945 fanden Kämpfe um Alfershausen zwischen den Amerikanern und der Waffen-SS statt. Zwei der drei deutschen Panzer vom Typ Panther wurden am Bahnhof von den US-Truppen abgeschossen und brannten aus. 15 SS-Soldaten kamen ums Leben und wurden auf dem örtlichen Friedhof bestattet.

Bis zur Gemeindegebietsreform im Jahr 1972 war Alfershausen eine eigenständige Gemeinde. 1972 wurde der Ort in die Marktgemeinde Thalmässing eingemeindet.

Einwohnerentwicklung

  • 1910: 374 Einwohner[1]
  • 1933: 382 Einwohner
  • 1939: 350 Einwohner[2]
  • 1987: 368 Einwohner[3]

Dialekt

In Alfershausen wird ein mittelfränkischer Dialekt mit Einschlägen aus dem Oberpfälzischen und Österreichischen gesprochen. Dies ist zum Teil auf die geografische Lage und die Ansiedlung von österreichischen Protestanten nach dem Dreißigjährigen Krieg zurückzuführen.

Sehenswürdigkeiten

  • Martinskirche im Dorfzentrum
  • Tausendjährige Linde am Kolbenhof
  • Gasthaus zum Goldenen Ochsen

Örtliche Vereine

  • Evangelische Landjugend Alfershausen
  • Freiwillige Feuerwehr Alfershausen
  • Kriegerverein Alfershausen
  • Obst- und Gartenbauverein Alfershausen
  • Pfeifenclub Blaue Wolke
  • Posaunenchor Alfershausen
  • Reit- und Fahrverein Alfershausen

Kirchen

  • Evangelisch-Lutherische Kirche St. Martin
Die Kirche wurde 1742 im Markgrafenstil erbaut.

Regelmäßige Veranstaltungen

  • Mühlbugfest (Juli)
  • Ochsenfest (August)
  • Kirchweih (September)

Verkehr

Die Staatsstraße 2225 führt nach Tiefenbach bzw. nach Thalmässing. Die Staatsstraße 2389 führt nach Aberzhausen. Gemeindeverbindungsstraßen führen nach Rabenreuth und nach Stetten zur Kreisstraße RH 40.

Sonstiges

  • Alfershausen hat eine eigene Wasserversorgung. Die Quelle befindet sich am Hang des südlichen Frankenjura oberhalb der Ortschaft Ohlangen. Der Hochbehälter als Wasserreserve liegt oberhalb der Ortschaft Rabenreuth.
  • Im Jahr 2010 fand erstmals die Alfershausner Gewerbeschau statt. Die örtlichen Unternehmen präsentierten sich der Öffentlichkeit.

Weblinks

Einzelnachweise

  1. http://www.ulischubert.de/geografie/gem1900/gem1900.htm?mittelfranken/hilpoltstein.htm
  2. http://www.verwaltungsgeschichte.de/bay_hilpoltstein.html#alfe
  3. http://gov.genealogy.net/ShowObjectSimple.do?id=ALFSEN_W8546

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