Alfons Paoli Schwartz

Alfons Paoli Schwartz (* auf Korsika, Frankreich; † 20. Jahrhundert) war der letzte deutsche Kriegsgefangene des Ersten Weltkriegs.

Leben

Alfons Paoli Schwartz wurde auf Korsika auf französischem Boden geboren, weshalb er auch mit zweitem Vornamen nach Pascal Paoli (1725–1807) benannt wurde, dem Nationalhelden der Korsen. Seine Eltern stammten allerdings aus dem Elsass, wo Schwartz auch aufwuchs und später als Lehrer tätig war.

Schwartz diente im Ersten Weltkrieg bei der deutschen Geheimen Feldpolizei, also der militärischen Spionageabwehr, und hatte wegen seiner Zweisprachigkeit (Französisch und Deutsch) gute Kontakte zu französischen Kollaborateuren. Erst nach Einstellung der Feindseligkeiten (Waffenstillstand von Compiègne am 11. November 1918) wurde Schwartz im französisch besetzten Gebiet in Kehl noch vor Inkrafttreten des Versailler Vertrages (28. Juni 1919) verhaftet, als Hochverräter angeklagt und von elsässischen Richtern zur Deportation in die französische Strafkolonie auf die Teufelsinsel („Archipel der Verdammten“) vor der Küste von Französisch-Guayana (Südamerika) verurteilt.

Nach jahrelangen Verhandlungen wurde Schwartz schließlich am 4. April 1932 aus der Gefangenschaft entlassen und kehrte als letzter deutscher Kriegsgefangener des Ersten Weltkriegs nach Deutschland zurück. Er galt als Symbolfigur und Märtyrer.

Literatur

  • Paul Coelestin Ettighoffer: Von der Teufelsinsel zum Leben. Das tragische Grenzländerschicksal des Elsässers Alfons Paoli Schwartz. 9. Aufl. Bertelsmann Verlag, Gütersloh 1942 (Nachdr. d. Ausg. Köln 1932)[1].
  • Englische Übersetzung: The Island of the Doomed. Verlag Hutchinson & Co., London 1933.

Einzelnachweise

  1. Gesamtauflage 140.000

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