Heinrich IV. (Kastilien)
Heinrich IV. von Kastilien und León, zeitgenössische Miniatur

Heinrich IV. el impotente (* 5. Januar 1425; † 14. Dezember 1474 in Madrid) war von 1454 bis 1474 König von Kastilien und León.

Heinrich war der Sohn von Johann II. aus seiner ersten Ehe mit Marie von Aragon.

Sein Erscheinungsbild wird als wenig schmeichelhaft beschrieben: affenartig lange Beine und Arme sowie ausnehmend feminine Züge. Er galt als schwach, energielos und harmoniesüchtig. Man vermutet, dass Heinrich – wie schon sein Vater Johann II. – homosexuell war.[1] Seinerzeit gab es viele Gerüchte und Kritik wegen seiner Liebesspiele mit Männern, wie z. B. mit Juan Pacheco oder Gómez de Cáceres; einige flohen sogar vom Hof, um den Annäherungsversuchen des Königs zu entkommen, wie etwa Miguel de Lucas oder Francisco Valdés. Seine Regierungszeit war eine Zeit totaler Anarchie und voller Ausschweifungen. Der Adel nutzte diese Gelegenheit zum Machtgewinn.

Heinrich versuchte, seine Tochter Johanna von Kastilien La Beltraneja aus seiner zweiten Ehe, deren Vaterschaft er nie beweisen konnte, als Erbin durchzusetzen.

Nach mehrjährigem Bürgerkrieg zwang ihn der Adel 1468, seine zweite Ehe mit Johanna von Portugal für ungültig zu erklären, da kein päpstlicher Dispens vorlag, und seine ungeliebte Halbschwester Isabella als Erbin anzuerkennen.

Nach seinem Tod wurde Heinrich in Gestalt einer Puppe vom Volk wegen „Sodomiterei“ entthront.[2]

Ehen und Nachkommen

In erster Ehe war er mit Blanka von Aragón, Tochter des Johann II. von Aragón, verheiratet. Die Ehe wurde nicht vollzogen, was Heinrich den Beinamen der Impotente eintrug. 1453 wurde sie von Papst Nikolaus V. aufgelöst. In zweiter Ehe heiratete er Johanna von Portugal, Tochter des Eduard I. von Portugal. Mit ihr hatte er eine Tochter:

  • Johanna von Kastilien (* 1462; † 1530) ∞ Alfons V. von Portugal. Die Vaterschaft Heinrichs blieb allerdings ungeklärt; da Johanna von Portugal eine Affäre mit Beltrán de la Cueva, einem kastilischen Adligen hatte, wurde dieser als Vater vermutet, was der Tochter Johanna den Beinamen La Beltranaja eintrug. Diese Unsicherheit wurde insoweit politisch bedeutsam, als sie Heinrichs Halbschwester Isabella der Katholischen half, auf den Thron Kastilliens zu gelangen.[1]

Einzelnachweise

  1. a b Fernando Bruquetas de Catro: Reyes que amaron como reinas. La Esfera de los Libros S.L., 2002, ISBN 84-9734-076-0.
  2. Daniel Eisenberg: Homosexuality in Spanish history and culture. 1999 (PDF, 429 KB, abgerufen am 8. Juni 2011).

Weblinks

 Commons: Heinrich IV. (Kastilien) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien


Vorgänger Amt Nachfolger
Johann II. König von Kastilien und León
Blason Castille Léon.svg

1454–1474
Isabella I. und Ferdinand V.

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