Alter Friedhof Speyer
Parkanlage
Friedhofskapelle Unserer Lieben Frau
Ölberg

Der Alte Friedhof in Speyer entstand ursprünglich aus einem Garten am Hirschgraben, den der Ratsherr Jost Thiel im Jahr 1502 als Begräbnisstätte für Mittellose zur Verfügung stellte. Das Areal wurde 1597 und 1839-41 erweitert, u.a. wurde ein Weingarten der St.-Georgen-Hospital-Stiftung dem Friedhof angegliedert. Das Areal des Friedhofs war für die verschiedenen Konfession der Bürger aufgeteilt. Auf dem ehemaligen katholischen Teil, wurde die Bernhardskirche gebaut. Über vier Jahrhunderte wurde der Friedhof als Begräbnisstätte benutzt, bis er 1881 geschlossen wurde. Im Jahr 1958 wurde der Friedhof auf Initiative von Bürgern der Stadt restauriert, in Adenauerpark umbenannt und ist heute eine ca. eineinhalb Hektar große Parkananlage. Ein Teil des ehemaligen Friedhofs, nördlich der St. Bernhard-Kirche ist der Domkapitularische Friedhof.

Inhaltsverzeichnis

Kapelle

Die Gotische Friedhofskapelle Unserer Lieben Frau wurde in den Jahren 1515 und 1516 gebaut und 1520 durch einen Ölberg aus Sandstein ergänzt. Die Kirche hat den Pfälzischen Erbfolgekrieg und die Französische Revolution unbeschadet überstanden. Das gesamte Areal, Kapelle und Friedhof, wurde in der Reformationszeit den Lutheranern zugesprochen und war die einzige lutherische Kirche in Speyer bis die Dreifaltigkeitskirche im Jahr 1717 eingeweiht wurde. Die Kapelle beherbergt ein Denkmal für Wilhelm Heinrich Pohlmann, dem ersten Pfarrer an Dreifaltigkeit. Heute bieten in der Friedhofskapelle Chöre und Orchester für einige Wochen im Sommer jeweils eine kammermusikalische Reihe an.

Grabdenkmäler

Ein spätbarockes Friedhofskreuz und zum Teil gut erhaltene oder restaurierte mittelalterliche Grabdenkmäler und Grabsteine erinnern an bedeutende Speyerer Bürger und Honoratioren wie z. B. an den ersten Bischof Matthäus Georg von Chandelle des 1821 eingerichteten Bistums Speyer. Auf dem Friedhof haben z. B. Friedrich M. Schwerd, Georg von Jäger, Bruno Würschmitt, Franz Xaver Remling, Johann Friedrich Butenschön, Wilhelm Molitor, Anton Spiehler, Dietrich Becker, aber auch die drei Komponisten Eduard Rottmanner, Johann Baptist Benz und Joseph Niedhammer sowie die Mutter des Malers Anselm Feuerbach ihre letzte Ruhestätte.

Park

Der Park hat einen 1958 angelegten Seerosenteich und einen alten, beschilderte Baumbestand mit z. T. exotischen Gehölzen, wie z. B. Mammutbaum, japanischer Schnurbaum, Stieleiche, Silberlinde, Fächer-Ahorn, Bitternuss, Zimtahorn, Schlangenfichte, Bitterorange, Zürgelbaum, Himalaya-Birke oder Orangenkirsche.

Sonstiges

Der Haupteingang des Alten Friedhofes ist an der Bahnhofstraße, unweit des Bahnhofs. Ein zweiter Eingang befindet sind an der Straße Hirschgraben. Der Park ist im Juli und August täglich von 6 bis 21 Uhr geöffnet, in der restlichen Sommerzeit von 7 bis 20 Uhr und im Winter von 7.30 bis 17 Uhr. In jedem Monat von Mai bis Oktober findet am ersten Dienstag um 15 Uhr und ersten Samstag um 10 Uhr eine Führung durch die Anlage statt.

Literatur

  • Herbert Dellwing (Bearbeitung); Landesamt für Denkmalpflege (Hrsg.): Kulturdenkmäler in Rheinland-Pfalz. Bd. 1: Stadt Speyer, Schwann, Düsseldorf 1992, ISBN 978-3884628010.

Siehe auch

Weblinks

 Commons: Alter Friedhof Speyer – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
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