Amadigi

Amadigi di Gaula (HWV 11) ist eine Oper in drei Akten von Georg Friedrich Händel, basierend auf der Ritterlegende von Amadis de Gaula.

Inhaltsverzeichnis

Entstehung

Amadigi wurde am 25. Mai 1715 am Londoner King's Theatre uraufgeführt. Man nimmt an, dass Händel das Werk in den Monaten davor geschrieben hat. Sicher ist, dass er es während seiner Residenz beim Earl of Burlington komponierte, dem die Oper gewidmet ist.

Der Verfasser des Librettos ist nicht dokumentiert. Der Text basiert jedoch auf der Tragédie lyrique Amadis de Grèce von 1699 mit Musik von André Destouches und Text von Antoine Houdar de la Motte. Außerdem gibt es eine weitere Tragédie lyrique Amadis von Jean-Baptiste Lully mit Text von Philippe Quinault. Der Stoff aller dieser Werke geht zurück auf den Amadisroman aus dem 14. Jahrhundert.

Neben der Musik und den Sängern zählte die Bühnenausstattung zu den größten Attraktionen dieser Zauberoper. Am 25. Mai meldete der Daily Courant:

Da in dieser Oper sehr viele Bühnenbilder und Maschinen bewegt werden müssen, was nicht geschehen kann, wenn sich Personen auf der Bühne aufhalten (was ohne ihre Gefährdung nicht möglich wäre), hofft man, dass niemand, noch nicht einmal die Subskribenten, es übel nehmen, dass sie nicht auf der Bühne zugelassen werden. (zitiert nach Hogwood)

Amadigi kam in der ersten Saison auf sechs Vorstellungen. Nach dieser Saison ist für die nächsten anderthalb Jahre kein öffentliches Erscheinen Händels dokumentiert. Er wohnte in dieser Zeit wahrscheinlich auf der Residenz Cannons des Earl of Carnavon. Am King's Theatre wurde Amadigi neben Rinaldo 1716 und 1717 wiederaufgenommen. Auch in Hamburg sind Aufführungen (unter dem Titel Oriana) für 1717, 1719 und 1720 dokumentiert. Die nächste neue Oper Radamisto komponierte Händel erst 1720 für die neu gegründete Royal Academy of Music.

Die erste moderne Inszenierung fand 1929 in Osnabrück statt.

Personen

Die Besetzung wurde bei der Uraufführung von folgenden Sängern gesungen:

  • Amadigi: Nicolini (Alt-Kastrat)
  • Oriana: Anastasia Robinson (Sopran)
  • Melissa: Elisabetta Pilotti-Schiavonetti, genannt Pilotti (Sopran)
  • Dardano: Diana Vico (Alt)
  • Orgando: Caterina Galerati? (Sopran)

Handlung

Hauptperson ist Amadigi, der Held, welcher Oriana liebt. Er wird umworben von der bösen Zaubererin Melissa, welche seine Zuneigung erzwingen will. Als weitere Person tritt Dardano auf, welcher auch Oriana liebt. Oriana selbst ist Amadigi zugeneigt. Melissa setzt Oriana in ihrem Schloss gefangen. Im Zaubergarten des Schlosses treffen kurz darauf Dardano und Amadigi zusammen, beide möchten Oriana befreien. Auch Melissa erscheint, sie versucht Amadigi zu gewinnen. Er lehnt schroff ab. Auf Rache sinnend geht Melissa einen Pakt mit Dardano ein, der ihr den Helden Amadigi, und Dardano Oriana sichern soll. Ihr böses Trachten unter der Anleitung ihres Onkels (deus ex machina) erkennend, begeht Melissa Selbstmord. Amadigi und Oriana finden sich im glücklichen Ende.

Aufnahmen / Tonträger

  • 1989, Marc Minkowski (Dirigent); Les Musiciens du Louvre; Nathalie Stutzmann (Amadigi), Jean Deletre (Coro), Dominique Poitevin (Coro), Bernarda Fink (Dardano), Eiddwen Harrhy (Melissa), Pascal Bertin (Orgando), Jennifer Smith (Oriana). Erato (2 CD).
  • 2006, Eduardo Lopez Banzo (Dirigent), Orchestra/Ensemble: Al Ayre Español, mit: Jordi Domènech, Sharon Rostorf-Zamir, Maria Riccarda Wesseling, Elena De la Merced. Ambroisie/Naïve (2 CD).

Literatur

Weblinks


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