Amandus Haase

Robert Amandus Haase (* 27. Oktober 1886 in Zwickau, Sachsen; † 18. Februar 1947 im NKWD Speziallager Jamlitz) war ein deutscher sächsischer Vorgeschichtsforscher.

Leben

Haases Eltern stammten aus Crottendorf, jedoch wurde der Junge in Zwickau geboren, wo seine Eltern einige Zeit lebten, bevor sie nach Plauen übersiedelten. In Plauen erlernte Haase das Handwerk des Schmiedes. Auf seinen Wanderjahren weilte er in Süddeutschland, wo er die Ausgrabungen von Pfahlbauten miterlebte.

Zurück in Plauen, trat er 1920 in die von Prof. Ernst Weise gegründete Geologische Vereinigung des Vogtlandes ein. Als 1936 Untersuchungen in der Nähe der Reichsautobahn bei Taltiz begannen, fand er zusammen mit Dr. Ernst Pietsch Keramik aus der Bronzezeit. 1937 öffnete er drei Hügelgräber auf der Krähenleite, einer Anhöhe in der Nähe von Chrieschwitz. Mit diesem Fund wurde der Beweis erbracht, dass bereits 1200 Jahre v. Chr. Menschen im Vogtland siedelten. Weitere Bestattungen fand er in Reißig, Pöhl und anderen Orten. Bis 1939 verdiente Haase seinen Lebensunterhalt als Hauptwachtmeister bei der Polizei, bevor er als Konservator ins Kreismuseum Plauen wechselte. Sein Dienst als Polizeihauptmeister und seine Mitgliedschaft in der NSDAP von 1943 bis 1945 wurde ihm zum Verhängnis. Am 8. August 1945 wurde Haase verhaftet und im NKWD Speziallager Jamlitz (Südost-Brandenburg) interniert. Unter den mindestens 3380 Häftlingen, deren Tod von den russischen Behörden bestätigt wurde, war auch Amandus Haase. Er wurde südlich des Lagers am 18. Februar 1947 in einem Massengrab verscharrt.

Das besondere Verdienst Haases war es, das Fundament für die systematische Urgeschichtsforschung im Vogtland gelegt zu haben.

Literatur

  • Gabriel Buchner: Tod im NKWD-Lager. In: Andreas Krone (Hrsg.): Historikus Vogtland. Geschichtsmagazin, Toberitz, (1) 2007, S. 16–18.

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