Amt Hallenberg (Steinbach-Hallenberg)

Beim Amt Hallenberg handelte es sich um einen ehemaligen Verwaltungsbezirk. Die heutige Burgruine Hallenburg über der Stadt Steinbach-Hallenberg war Ausgangspunkt für dessen Entstehung.

Geschichte

Bis zum 13. Jahrhundert herrschte eine dynastische Kleinherrschaft der Herren von Hallenberg um das heute Steinbach-Hallenberg vor. Eine Entstehung des Amtes Hallenberg ist erst im 16. Jahrhundert deutlich zu erkennen. Das Amt umfasste den Burgvogteibezirk mit den beiden Orten Unter- und Obersteinbach sowie einem größeren Waldbezirk. Außerdem besaß es landesherrliche Rechte an einigen Dörfern der Umgebung. Gerichtsstuhl war die Zent Benshausen, von dem sich das Amt erst nach 1549 löste. Man orientierte sich mehr nach Schmalkalden mit dem Verwaltungsmittelpunkt der hennebergisch-hessischen Doppelherrschaft. Während Schmalkalden hessischer Alleinbesitz wurde, fiel das Amt Hallenberg 1583 an Kursachsen. Im Jahre 1619 wurde es gegen den hessischen Anteil der Zent Benshausen getauscht und kam ebenfalls in die Landgrafschaft Hessen. Dabei erhielt das Amt Hallenberg einen beträchtlichen Zuwachs an Grundbesitz (Schützenberg, Gebrannter Stein, Ruppberg). Die Streulage der Ämter Schmalkalden und Hallenberg wurde erst 1791 beseitigt. Näherstille wurde zu Schmalkalden geschlagen und die Orte Unterschönau, Oberschönau, Springstille, Altersbach und Rotterode, die zuvor zu mindestens teilweise zur Herrschaft Schmalkalden gehörten, zusammen mit den Dörfern Herges, Bermbach und Steinbach-Hallenberg zum Amt Hallenberg vereinigt. Von 1807 bis 1813 bildete dieses Territorium einen Kanton des Distrikts Eschwege. 1822 ging das Amt Hallenberg in der Herrschaft Schmalkalden auf.

Literatur

  • Alexander Köbrich: Geschichte von Steinbach- und Amt Hallenberg. Selbstverlag des Verfassers, Steinbach-Hallenberg 1894 (Reprint 2008).
  • Volker Wahl: Ein Gang durch die Geschichte von Steinbach-Hallenberg und Umgebung. Hallenburg-Verlag, Steinbach-Hallenberg 1990.

Weblinks


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