Antifaschistischer Rat der Nationalen Befreiung Jugoslawiens

Der Antifaschistische Rat der Nationalen Befreiung Jugoslawiens (serbokroatisch Antifašističko v(ij)eće narodnog oslobođenja Jugoslavije, kurz AVNOJ, slowenisch Antifašistični svet narodne osvoboditve Jugoslavije) war das legislative Führungsgremium der während des Zweiten Weltkrieges am Befreiungskampf gegen die italienischen und deutschen Besatzer Jugoslawiens beteiligten Gruppen und Organisationen.

Gegründet wurde der AVNOJ am 26. November 1942 im bosnischen Bihać. Während der zweiten Tagung mit 142 Delegierten von 21. bis 29. November 1943 in Jajce wurden die ursprünglichen, so genannten „AVNOJ-Beschlüsse“ vereinbart. Diese enthielten in erster Linie Vereinbarungen zur Zukunft Jugoslawiens, aber auch die Grundlagen für die 1945 erfolgte Gesetzgebung zu Enteignungen und der Aberkennung der Bürgerrechte Angehöriger deutschsprachiger Minderheiten.

Das Land sollte nach der Befreiung als föderativer Staat neu aufgebaut werden, in dem Bosnier, Kroaten, Mazedonier, Montenegriner, Serben und Slowenen gleichberechtigt in Teilrepubliken leben. Daraus leiten sich auch die Bedeutung der AVNOJ-Beschlüsse für Jugoslawien und seine Nachfolgestaaten und die Kontinuität in deren Gesetzgebung bis in die jüngste Vergangenheit ab. Zudem wurde der in London tagenden Exilregierung die Anerkennung entzogen und König Peter II. die Rückkehr verboten.

Dem AVNOJ als beschlussfassendem Gremium wurde während der Konferenz das „Nationalkomitee zur Befreiung Jugoslawiens“ (serbokroatisch Nacionalni komitet oslobođenja Jugoslavije, kurz NKOJ) mit Josip Broz Tito an der Spitze als Exekutivorgan zur Seite gestellt.

Die staatliche Legitimität des Rates und damit die Gültigkeit seiner Erlasse waren international nicht allgemein anerkannt.

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