Arbeitsgemeinschaft Online Forschung
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Die Arbeitsgemeinschaft Online Forschung e. V. (AGOF) ist ein Zusammenschluss von Online-Vermarktern zur Untersuchung des Nutzerverhaltens und der Reichweiten von Online-Angeboten im Medium Internet. Hauptsitz der AGOF ist Frankfurt am Main

Die AGOF wurde im Dezember 2002 gegründet. Sie bezeichnet sich selbst als „offene Organisation der Online-Vermarkter“. Die AGOF ist hervorgegangen aus allen Mitgliedern der AGIREV (Arbeitsgemeinschaft Internet Research e.V), Auftraggebern des Online-Reichweiten-Monitors (ORM) und den Trägern und Lizenznehmern der Arbeitsgemeinschaft @facts, dabei arbeitet sie eng mit der Arbeitsgemeinschaft Media-Analyse e. V. zusammen und wird von weiteren Internetdienstleistern unterstützt.

Inhaltsverzeichnis

Struktur

Die AGOF ist organisiert in zwei Sektionen, Internet und Mobile.

Mitglieder der Sektion Internet sind (Stand März 2011): Axel Springer AG, Bauer Media KG, eBay Advertising Group GmbH, freeXmedia GmbH, G+J Electronic Media Sales GmbH, Hi-media (United Internet AG), iq digital media (früher: GWP online-marketing) / Verlagsgruppe Handelsblatt GmbH, InteractiveMedia CCSP GmbH, IP Deutschland, Microsoft Advertising, OMS Vermarktungs GmbH, SevenOne Interactive GmbH, Spiegel QC / Spiegel-Verlag, Tomorrow Focus AG, United Internet Media AG und Yahoo! Deutschland GmbH.[1]

Die Sektion Mobile wird gebildet durch Axel Springer AG, Contnet AG, Deutsche Telekom, G+J Electronic Media Sales GmbH, iq digital media (Verlagsgruppe Handelsblatt), InteractiveMedia CCSP GmbH, IP Deutschland, SevenOne Interactive GmbH, Telefónica Germany GmbH & Co. OHG, Tomorrow Focus AG, United Internet Media AG, Vodafone Ds GmbH, Yahoo! Deutschland GmbH und YOC Mobile Advertising GmbH.[2]

Neben den Mitgliedern gibt es 63 Lizenznehmer (Stand März 2011)[3], deren Online-Angebote mit erhoben und ausgewiesen werden, die aber in den AGOF-Gremien kein Mitspracherecht haben.[4]

Zusätzlich wird die AGOF vom BVDW (Bundesverband Digitale Wirtschaft) unterstützt.

Der Vorstand besteht aus Thomas Duhr (United Internet Media), Jesko Kehl (OMS), Klaus Nadler (IP Deutschland) und Oliver von Wersch (Gruner+Jahr EMS). Vorstandsvorsitzender der AGOF ist Thomas W. Duhr, Leiter Executive Sales Management der United Internet Media AG.[5]

Studien

Die Markt-Ergebnisse der Studien (internet facts vierteljährlich sowie im September 2010 auch erstmals die mobile facts) sind auf der Webseite des Vereins zu finden. Für Medienauswertungen (Rangreihen, Medienstrukturen, Mediaplanung) bietet die AGOF das Auswertungs- und Planungsprogramm TOP 2.0 an, das für eine Lizenzgebühr erworben werden kann.[6]

Die Ergebnisse der internet facts stützen sich auf drei Untersuchungsmethoden[7]:

  • Technische Messung des Nutzverhaltens (Seitenaufrufe usw.)
  • OnSite-Befragung (Soziodemographische Daten, wie Alter, Geschlecht, Einkommen usw.) der Nutzer
  • Telefonische Basisbefragung von Verbrauchern

Diese drei Methoden werden durch statistische Verfahren miteinander verknüpft, so dass die Ergebnisse der Studie repräsentativ sind für die deutschsprachige Bevölkerung in Deutschland ab 14 Jahren. Die Studien bezeichnet die AGOF als Reichweitenwährung, da sich der Werbungtreibende auf eine einheitliche und anerkannte Mediastudie beziehen kann. Dies ermöglicht es, Online-Kampagnen zielgruppengerechter zu schalten.

Kritik

Die AGOF wird wegen ihrer Langsamkeit kritisiert - nach dem Ablauf eines Quartals brauchen die Ergebnisse zweieinhalb Monate. So sind die Daten des vierten Quartals 2009 erst am 18. März 2010 veröffentlicht worden. Darüber hinaus wird besonders von kleineren Vermarktern Kritik an der Preispolitik der AGOF geäußert - sie seien für kleine Vermarkter kaum finanzierbar, da die Gewinnmargen hier oft unter den Kosten einer AGOF-Teilnahme liegen. Die Kritiker erkennen hier eine Zweiklassen-Vermarktung mit den AGOF-Premiumvermarktern auf der einen Seite, die durch die Mitgliedschaft an noch mehr lukrative Kampagnen gelangen, und den Nicht-AGOF-Vermarktern auf der anderen Seite, die weiter um jede größere Kampagne kämpfen müssen. Das Problem zeige sich auch darin, dass selbst mittelgroße Vermarkter aus Kostengründen nur einzelne Seiten bei der AGOF anmelden, wodurch sich das Bild des Onlinewerbemarktes stark verzerre.

Dem kann man entgegenhalten, dass unter den mehr als 60 Lizenznehmern (s.o.) der AGOF auch viele kleine Vermarkter sind und sich auch extrem kleine Websites mit nur 10.000 Nutzern unter den mehr als 700 teilnehmenden Websites finden.

Mehrere Webseiten mit den höchsten Besucherzahlen in Deutschland sind keine Mitglieder und werden in den AGOF-Studien gar nicht erwähnt; darunter Google, Facebook, Youtube und Wikipedia.

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Die Mitglieder der Sektion Internet in der AGOF. Website der AGOF. Abgerufen am 18. März 2011.
  2. Die Mitglieder der Sektion Mobile in der AGOF. Website der AGOF. Abgerufen am 18. März 2011.
  3. Zuwachs im AGOF Lizenznehmer-Kreis. Pressemitteilung der AGOF vom 14. März 2011.
  4. Satzung - Das Regelwerk der AGOF. Website der AGOF. Abgerufen am 18. März 2011.
  5. AGOF Gesamtvorstand. Website der AGOF. Abgerufen am 18. März 2011.
  6. Das AGOF Planungstool TOP 2.0. Website der AGOF. Abgerufen am 18. März 2011.
  7. Sandra Gärtner: Die Währung der Online-Werbung., 2007, S. 125ff.

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