Modellautomobil

Modellautomobil

Ein Automodell (nicht funktionstüchtig) oder Modellauto (funktionstüchtiges Modell) ist die verkleinerte Nachbildung eines Autos. Der Zusammenbau solcher Modelle wird im Rahmen des Modellbaus verbreitet als Hobby betrieben. Für jeden Bereich gibt es aber auch fertige Modelle zu kaufen.

Der Bereich des Automodellbaus gliedert sich in mehrere Bereiche.

Inhaltsverzeichnis

Standmodelle

BMW Z8 von Maisto
BMW M3 von Kyosho
Ein Standmodell: Modell eines Mercedes 600 Landaulet

Standmodelle sind möglichst genau dem Original nachempfunden. Automodelle sind vorwiegend fertig gebaut und montiert. Das Grundmodell besteht in den größeren Maßstäben fast immer aus Metall, die Anbauteile (Fensterscheiben, Scheinwerfer, Reifen, Scheibenwischer usw.) sind meist aus Kunststoff. Modelle in 1:87 und kleiner werden in der Regel komplett aus Kunststoff gefertigt. Sehr feine Teile, wie Kühlergrills oder auch Scheibenwischer, sind aus Fotoätzteilen. Rennwagenmodelle werden meistens mit Nass-Schiebebildern beklebt, um den authentischen Rennlook wiederzugeben.

Es gibt weltweit mehr als hundert Hersteller für Automodelle, dazu kommen noch unzählige Kleinserienhersteller. Diese stellen Modelle in kleinen Serien (10 bis 100 Stück) her, oftmals wird das Modell hierbei aus Resine hergestellt, nicht wie bei den Großserienherstellern aus Kunststoff oder Metall.

Automodelle werden, grob geordnet, nach Vorbildtypen, Modellherstellern und/oder Maßstabsklassen gesammelt.

Im deutschsprachigen Raum herrschen die Maßstäbe 1:87 (Nenngröße H0), 1:43 (Nenngröße 0) und 1:18 vor. Im Bereich der Nutzfahrzeugmodelle (Baumaschinen, LKW und Busse) ist der Maßstab 1:50 weit verbreitet (u.a. Conrad, NZG, Joal, Tekno, Corgi usw.). Weitere nennenswerte Maßstäbe sind 1:8, 1:12, 1:32 (insbesondere landwirtschaftliche Modelle), 1:64, 1:120 (Nenngröße TT) und 1:160 (Nenngröße N).

1:18

1:18-Modell von CMC eines Maserati 250F

Der klassische Maßstab für „große“ Modelle ist 1:18. Die Modelle werden vor allem in Europa und Nordamerika gesammelt, wo auch die Schwerpunkte des Modellangebotes liegen. Daneben gibt es einen chinesischen Inlandsmarkt, dessen Modelle aber – obwohl es sich um auch außerhalb erhältliche Vorbilder handelt – nur selten außerhalb angeboten werden. Besonders hoch detaillierte Modelle in diesem Maßstab bestehen aus weit über 1000 Einzelteilen, und selbst in den untersten Preisklassen sind zu öffnende Türen und Motorhauben sowie eine Lenkung üblich. Viele Modelle haben zudem eine Federung und einen zu öffnenden Kofferraum.

Hersteller von 1:18-Modellen sind unter anderem Minichamps, AutoArt, Kyosho, Yat Ming, CMC, Norev, Revell, Sun Star, Bburago, Hot Wheels, Maisto, Welly oder Ricko. Einige 1:18-Modelle entstehen auch als Werbemodelle für die Vorbildhersteller.

1:24

Der Sammlermaßstab 1:24 hat seinen Ursprung in den USA und wird auch heute noch vorwiegend dort gesammelt. Etwa seit dem Jahr 2003 ist auch in Deutschland eine erhebliche Steigerung der Nachfrage an Modellen in 1:24 zu verspüren - hauptsächlich bedingt durch den momentanen Trend zu Tuning-Modellen (z.B. von Jada), die hauptsächlich in 1:24 angeboten werden. Bei 1:24-Modellen sind in der Regel die Türen und die Motorhaube zu öffnen.

Daneben ist der Maßstab 1:24 im Modellbau von Standmodellen aus Plastik oder Resine verbreitet. Hier sind vor allem die Modelle der Firmen Tamiya aus Japan und Revell zu nennen.

1:43

1:43 Modell von Solido des Lancia Dialogos

1:43 ist der Maßstab mit der größten Auswahl an Modellen und auch der insgesamt größten Sammlergemeinde. Er gilt als der (sogenannte) internationale Sammlermaßstab und wird eigentlich fast überall auf der Welt hergestellt und gesammelt. Insbesondere japanische Vorbilder sind oft nur in 1:43 zu bekommen.

1:43 war in den 1970er und 1980er Jahren vielfach hauptsächlich als „Spielzeug“, z. B. bei Gama und Solido, im Angebot. Viele interessante und hochwertigere Modelle gab es bis in die 1990er Jahre meist nur in Kleinserie oder als Bausatz bei speziellen Herstellern. Inzwischen gibt es ein sehr großes und oft in direkter Zusammenarbeit mit den Vorbildherstellern entwickeltes Sortiment. Die Modelle sind dabei wesentlich detaillierter, aber auch teurer als die früheren Spielzeugmodelle.

1:64

Die im Allgemeinen oft als „Matchboxautos“ bezeichneten Automodelle im Maßstab um 1:64 (die „Spielzeugautos“ variieren grob zwischen 1:52 und 1:67) erfreuen sich besonders bei Kindern großer Beliebtheit. Deswegen entspringen diese, meist aus Metall- und Plastikteilen gefertigten, Modelle oft der Fantasie beziehungsweise orientieren sich frei an realen Vorbildern. Natürlich gibt es ebenso sich eng am Vorbild orientierende Modelle. Wichtige Hersteller sind z.B.: Siku, Matchbox, Hot Wheels und Majorette. Ein großer Unterschied zu Modellautos im Maßstab 1:43 besteht auch darin, dass hierbei die Möglichkeit, mit dem Auto zu spielen, für Kinder im Vordergrund steht, auf Detailtreue wird nicht so viel Wert gelegt. So lassen sich bei Matchbox, Siku, usw. generell die Fahrzeuge bewegen, d.h., die Räder drehen sich. Dies ist bei 1:43-Modellen keine zwingende Voraussetzung, bei Resin-Modellen ist es oftmals gar nicht möglich, die Räder überhaupt zu drehen, oder aber sie sind sehr unrund und "eiern".

Seit einigen Jahren werden im Maßstab 1:64 außer Spielzeug- auch Sammlermodelle angeboten. Die in China produzierten und unter der US-amerikanischen Marke "Code 3" vertriebenen Feuerwehrmodelle sind fein detailliert und für Kinderhände eher ungeeignet.

1:87

Brekina Mercedes in 1:87
Audi 100 und Audi A8 der Marke Rietze im Maßstab 1:87

Modelle im Maßstab 1:87 dienten ursprünglich als Ausstattung für eine Modelleisenbahn der Nenngröße H0, haben sich inzwischen aber vor allem im deutschsprachigen Raum zu einem eigenen Sammelgebiet entwickelt. Die Modelle bestehen meist komplett aus Kunststoff, seit dem Jahr 2000 gibt es aber auch einige Modelle in Metall. Auch in diesem Maßstab gibt es Werbemodelle einiger vor allem deutscher Automobilhersteller.

Die Hersteller Brekina, Busch, Herpa, Rietze und Wiking sind nur einige wichtige Hersteller von Kunststoff-Modellen in diesem Maßstab..

Metallmodelle in 1:87 gab es von der Firma Schuco in Form der Piccolo-Serie schon in den 1950er Jahren. Die damals in ihrer Detaillierung durchaus mit Kunststoff-Modellen vergleichbaren Modelle wurden in der Folgezeit von diesen völlig vom Markt verdrängt und wurden nur noch als Replikas für Sammler angeboten.

Etwa seit 2000 werden jedoch unter anderem von den chinesischen Herstellern Welly und Highspeed wieder Die-Cast-Modelle in 1:87 hergestellt. Die Modelle von Highspeed werden in Europa vor allem von Schuco (als Edition 1:87 vertrieben. Die Modelle von Welly wurden bis 2007, soweit sie nicht zu Highspeed-Entwicklungen redundant waren, ebenfalls von Schuco, seitdem komplett von Vollmer vertrieben. Daneben sind diverse dieser Modelle auch unter anderen Marken, teilweise als Werbemodelle diverser Branchen im Handel. Details, die die Druckguss-Fertigung überfordern würden, werden bei diesen Modellen aus Kunststoff ergänzt. Die Modelle sind preislich deutlich unter den Kunststoff-Modellen angesiedelt, wobei die Detaillierung deutlich einfacher bleibt. Darüber hinaus „ersaufen“ besonders bei leuchtenden Farben die Details in der Tauchlackierung. Nach einem ähnlichen Konzept arbeiten diverse vor allem im US-amerikanischen Markt tätige Hersteller wie Classic Metal Works oder Model Power.

Funktionsmodelle

Ein Slotcar: Ein Capri der Firma Fly

Ähnlich ausgeführt wie Standmodelle, es werden in Bezug auf Originaltreue Abstriche in Kauf genommen, um das Modell mittels Fernsteuerung oder als Slotcar auf der Autorennbahn betreiben zu können bzw. einige Funktionen ausführen zu können. Die bekanntesten Hersteller sind diesbezüglich Carrera, Ninco, Fly, Scalextric und SCX.

Wettbewerbsmodelle

Angetrieben durch Elektro- oder Verbrennungsmotoren, mit denen seit mehr als 30 Jahren in den unterschiedlichsten Klassen weltweit Wettbewerbe ausgetragen werden. Obwohl nicht immer originalgetreu, gibt es durchaus Modelle die optisch sehr ansprechend aussehen. Natürlich finden sich je nach Klasse (z.Beispiel Speedmodelle) auch reine Zweckbauten.

Veredelte Modellautomobile

Ein Tuning-Modellauto: Porsche 911 RS in 1:18 mit Tieferlegung und Niederquerschnittreifen
Zum Lead Sled umgebauter 1955er Chrysler C300 in 1:18

Tuning ist nicht nur im Bereich der echten Automobile möglich. Auch im Modellauto-Segment ist es ein beliebtes Hobby. Dessen Verbreitung wurde vor allem durch Modellautohersteller wie Jadatoys und in neuerer Zeit auch Maisto vorangebracht. Auch der 2001 erschienene Kinofilm "The Fast and the Furious" weckte die Begeisterung vieler für das Tuning und somit auch für die entsprechenden Miniaturmodelle.

Modellauto-Tuning ist vor allem im Maßstab 1:18 weit verbreitet. Dieser an Detail-Fülle kaum zu überbietende Maßstab bietet die meisten Möglichkeiten für Modifikationen. Als Basis für das Tuning werden meist fertige Metall-Modellautos herangezogen, seltener Plastikbausätze. Diese Basismodelle werden auseinandergebaut und nach Vornahme des Umbaus wieder zusammengefügt. Modifikationen werden oft an den Felgen, der Karosserie und Lackierung sowie am Innenraum vorgenommen. Tuningteile erhält man mittlerweile in vielen Online-Modellautoshops.

Siehe auch

Weblinks

 Commons: Modellautomobil – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

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