Nabta-Playa


Nabta-Playa
Nabta-Playa: Kreis am unteren Bildrand

Nabta-Playa ist ein ehemaliges Schwemmland-Becken in der Nubischen Wüste etwa 100 km westlich von Abu Simbel und 800 km südlich von Kairo mit zahlreichen archäologischen Fundstätten aus der Jungsteinzeit. Die über Jahrtausende anhaltende Bedeutung beruht auch darauf, dass eine uralte Karawanenpiste von Abu Simbel nach der Oase Bir Kseiba (22° 41′ N, 29° 54′ O22.68611111111129.904166666667) und darüber hinaus nach Zentralafrika durch das Nabta-Playa führte.

Im Pleistozän vor etwa 25.000 Jahren wurde das Klima in der Nubischen Wüste trockener, und das Grasland verwandelte sich in eine trockene Wüstenlandschaft, die Menschen keinen Lebensraum bot. Mit dem Übergang zum Holozän und der Verlagerung der Monsun-Zone nach Norden wurde das Klima deutlich feuchter. Durch die stärkeren Niederschläge konnten auch Niederungen wie das Fayyum, das Nabta-Schwemmland und die Oase Bir Kseiba besiedelt werden. Diese negroide Bevölkerung war den Nil abwärts gewandert und hatte von dort aus seit dem 10. Jahrtausend v. Chr. die östliche Sahara besiedelt.

Seit dem 7. Jahrtausend finden sich große Ansiedlungen mit hohem Organisationsgrad. Im Nabta-Playa ist seit etwa 6000 v. Chr. auch Keramik nachgewiesen. Diese mit komplexen farbigen Mustern verzierte Keramik ähnelt Keramikstilen im Niltal bei Khartum. Die archäologischen Befunde deuten darauf hin, dass der gesellschaftliche Organisationsgrad höher war als in den Siedlungen im Niltal.

Im 6. Jahrtausend entwickelte sich eine prähistorische Religion/Kult mit Opferungen von Rindern, die in steinbedeckten Kammern beerdigt wurden. Ob dieser Kult den späteren altägyptischen Hathor-Kult beeinflusst hat, wird rege diskutiert.

Megalith-Observatorium

Prähistorisches Observatorium

Im Nabta-Playa befindet sich nahe eines ausgetrockneten Sees mit das älteste archäoastronomische Monument. Etwa zeitgleich mit der Kreisgrabenanlage von Goseck, jedoch 1000 Jahre älter als Stonehenge, errichteten die Bewohner eine Megalith-Anlage für Kalenderzwecke zur Bestimmung der Sommersonnenwende. Die archäologischen Funde deuten darauf hin, dass die Region nur saisonal besiedelt war, wahrscheinlich im Sommer, wenn der See Wasser führte. Die Bestimmung der Sonnenwende war daher ein bedeutender Indikator für den Zeitpunkt zum Wechsel in die Winterquartiere.

Weitergehende Hypothesen des amerikanischen Astrophysikers T. G. Brophy wie Kenntnisse über die Entfernung zu den nächsten Sternen sind als hochspekulativ einzuschätzen.

Weblinks

22.53333333333330.7

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